Gewerkschaft: Wirtschaftliche Basis sichern

3. Mai 2010, 15:39
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Voraussetzung für die Freiheit zu berichten sei es, dass Journalisten ohne persönliche wirtschaftliche Sorgen tätig sein könnten

Zum internationalen Tag der Pressefreiheit plädiert die Journalistengewerkschaft in der GPA-djp für den Erhalt einer wirtschaftlichen Basis der in Österreich tätigen Journalisten. "Ohne professionellen Journalismus, der verlässlich Qualität produzieren kann, gibt es keine Pressefreiheit", sagte der Vorsitzende der Journalistengewerkschaft, Franz C. Bauer, in einer Aussendung.

Voraussetzung für die Freiheit zu berichten sei es, dass Journalisten ohne persönliche wirtschaftliche Sorgen tätig sein könnten: "Wenn Journalisten einen Manager interviewen sollen, dabei aber mehr im Hinterkopf haben, wie sicher ihre Arbeitsplätze sind, kann das kein gutes Interview werden", so Bauer. Er verwies außerdem darauf, dass ein weiterer Verhandlungstermin für den Tageszeitungs-Kollektivvertrag für Montag angesetzt worden sei.

Auch der Österreichische Journalisten Club (ÖJC) meldete sich am Tag der Pressefreiheit mit einem Appell zu Wort: Die Regierung und alle Abgeordneten zum National- und Bundesrat seien aufgerufen, die Pressefreiheit, das Redaktionsgeheimnis und den Schutz der Arbeit der Journalisten in Österreich durch gesetzliche Maßnahmen sicher zu stellen. Derzeit seien in verschiedenen Ministerien gesetzliche Bestimmungen geplant, die die Pressefreiheit und das Redaktionsgeheimnis weiter einschränken würden, so der Journalistenclub. ÖJC-Präsident Fred Turnheim plädierte dafür, sowohl im Mediengesetz, als auch im Journalistengesetz verfassungsrechtliche Bestimmungen aufzunehmen, die die Pressefreiheit und das Redaktionsgeheimnis unter den verfassungsrechtlichen Schutz stellen.

In den vergangenen Monaten sei die Pressefreiheit durch Handlungen von Exekutive und Justiz in Österreich massiv eingeschränkt worden, beklagt Turnheim. Unter dem Vorwand der Vollziehung des Sicherheitspolizeigesetzes, der geplanten Verschärfung des Mediengesetzes und des Terrorismuspräventionsgesetzes würden die österreichischen Journalisten, Pressefotografen und Kameraleute "immer öfter zum Freiwild für manche Exekutivbeamte, Richter und Staatsanwälte", so der ÖJC-Präsident. (APA)

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