"Wunder - Wunden - Wundern"

3. Mai 2010, 15:24
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Wird der Kaiserschnitt das Wunder der Geburt ablösen? Werden Frauen die große Bauchoperation der natürlichen vaginalen Geburt vorziehen?

Hebammen stehen dem Trend zum Kaiserschnitt sehr kritisch gegenüber und möchten mit dieser Ausstellung zum Nachdenken anregen. "Wir sehen rund um den Kaiserschnitt sehr viel Angst. Der Arzt hat Angst vor Kunstfehlerprozessen, die Frauen haben Angst vor den Schmerzen, um ihren Beckenboden und um ihr Kind, und all das soll durch den besser planbaren Kaiserschnitt gelöst werden", berichtet Petra Fritsche, die Leiterin des Vorarlberger Hebammengremiums, in einer Aussendung. Dazu kämen dann noch viele Untersuchungen in der Schwangerschaft, die zu weiterer Verunsicherung führen. Fritsche: „Wir Hebammen können den Frauen schon in der Schwangerschaft viele Ängste nehmen, das zeigt sich immer wieder. Deshalb kämpfen wir auch für eine Hebammen-Untersuchung im Mutter-Kind-Pass."

Zuletzt wurden in Österreich 28 Prozent aller Babys per Kaiserschnitt aus dem Bauch gehoben. Damit hat sich der Anteil innerhalb der letzten zehn Jahre fast verdoppelt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass bei 10 bis 15 Prozent der Geburten ein Kaiserschnitt empfohlen werden kann, nämlich dann, wenn die klassische Entbindung für Mutter und/oder Kind gefährlich sein könnte. "Uns Hebammen fällt auf, dass nach dem Kaiserschnitt Komplikationen häufiger sind als nach vaginalen Geburten. Sowohl bei den Frauen - da geht es um Sepsis (Blutvergiftung), Hysterektomie (Gebärmutterentfernung) oder Thrombosen - als auch bei den Kindern", sagt Petra Fritsche. Bei den Babys beobachteten die Hebammen Anpassungsstörungen, Probleme mit der Atmung und Stillschwierigkeiten.

"Eine Geburt ist ein normaler physiologischer Vorgang und keine Krankheit, die operiert werden muss. Frauen wünschen sich keinen Kaiserschnitt, und sie werden sich gegen einen Kaiserschnitt ohne medizinische Indikation entscheiden, wenn ihnen ehrliche und umfassende Informationen über die Risiken für sie und ihre Kinder zur Verfügung stehen", ist Hebamme Petra Fritsche überzeugt. 

Ausstellungseröffnung in Vorarlberg

Landesrätin Greti Schmid wird die Ausstellung "Wunder - Wunden - Wundern" der Vorarlberger Hebammen am Mittwoch, 5. Mai, um 18 Uhr im Landhaus Bregenz, in der Eingangshalle, mit einem feierlichen Empfang eröffnen. Die Tiroler Hebamme Veronika Erhard ist als Gastvortragende eingeladen. Für die musikalische Begleitung sorgt die Band "so what". Die Ausstellung wird von 6. bis 28.Mai von Montag bis Freitag in der Zeit zwischen 8 und 18 Uhr im Landhaus Bregenz zu sehen sein. (red)

Ausstellung

6. bis 28. Mai - Montag bis Freitag, 8 bis 18 Uhr
Landhaus Bregenz

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