Mohammed-Karikaturist Westergaard wirft ZDF Selbstzensur vor

3. Mai 2010, 15:03
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Begründung des ZDF: "Unterhaltungs-Talkshow keine geeignete Plattform für eine Auseinandersetzung mit dem Thema"

Der durch seine Mohammed-Karikatur berühmt gewordene dänische Zeichner Kurt Westergaard wirft dem ZDF "Selbstzensur" vor. Der Karikaturist sagte am Montag in Dänemarks größter Zeitung "Jyllands-Posten" (Århus), der öffentlich-rechtliche deutsche Sender habe ein für die Markus-Lanz-Talkshow vereinbartes Interview ohne Angabe von Gründen abgesagt. "Ich hätte nicht gedacht, dass ein so großer Sender einknickt und Selbstzensur übt", sagte Westergaard.

Der Sender wies die Vorwürfe zurück. "Die Absage war eine redaktionelle Entscheidung des ZDF. Der (Interview-)Vorschlag wurde mit der Begründung abgelehnt, dass eine Unterhaltungs-Talkshow keine geeignete Plattform für eine Auseinandersetzung mit dem Thema ist", hieß es in einer Stellungnahme des Senders.

Der 75-jährige Westergaard war im Jahr 2006 bekanntgeworden, als der "Jyllands-Posten" eine Karikatur von ihm veröffentlichte, die den Propheten Mohammed als Terrorist mit Bombe im Turban zeigt, etat.at berichtete. Daraufhin wurde Westergaard wiederholt mit Anschlägen bedroht, so dass er rund um die Uhr von Dänemarks Geheimdienst PET geschützt werden muss. Am Neujahrstag entging Westergaard in seinem Haus nur knapp einem Attentäter, der eingedrungen war und ihn mit einer Axt erschlagen wollte.

Zur Absage seines ZDF-Auftritts erklärte der Däne, der Sender habe ihm keine Gründe genannt: "Aber natürlich hat das was mit der Sicherheit zu tun." Dies bestätigte auch Westergaards Gallerist Erik Guldager, der als Begleiter vorgesehen war. Ihm sei von einem ZDF-Mitarbeiter erklärt worden, dass man nicht für die Sicherheit Kurt Westergaards garantieren könne und um das Leben und die Sicherheit eigener Mitarbeiter fürchte, sagte der Däne zu "Jyllands- Posten". (APA)

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