Krise schwappt auf Linzer Hafen

3. Mai 2010, 11:55
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Betriebsergebnis bei minus 17 Prozent

Linz - Die Wirtschaftskrise ist auch in den Linzer Hafen geschwappt, der zum Konzern der städtischen Linz AG gehört. Das Betriebsergebnis ist im Ende September abgeschlossenen Geschäftsjahr 2008/2009 um 17 Prozent gesunken. Es erreichte zwar 5,5 Mio. Euro, um es aber mit dem Jahr davor vergleichen können, müssen Sondereffekte herausgerechnet werden, da ein Grundstück verkauft wurde. Dann beläuft sich das vergleichbare Ergebnis auf 3,5 Mio. Euro. Das berichteten die für den Hafen Verantwortlichen mit dem Vorstandsdirektor der Linz, Walter Rathberger an der Spitze in einer Pressekonferenz am Montag in Linz.

Die Gesamtbetriebsleistung des Linzer Hafens betrug demnach 2008/2009 insgesamt 2,591.257 Tonnen, um 19,7 Prozent weniger als im Jahr davor. Die Krise hat vor allem den Bereich Containerterminal getroffen. Nach einem Rekordumschlag im Jahr 2008 musste 2009 ein Rückgang um 22 Prozent auf 176.023 TEU (das ist die internationale Bezeichnung für 20 Fuß Container) hingenommen werden. Auch im Handelshafen bedeuteten 456.723 Tonnen Umschlag ein Minus von 19,8 Prozent. Im Tankhafen sind mit 411.332 Tonnen um 8,7 Prozent weniger Mineralölprodukte umgeschlagen worden.

Grundstücke vollständig vermietet

Gut gelaufen seien hingegen die Bereiche "Mietlager" und "Vermietung von Grund und Boden". Alle Grundstücke seien derzeit zu 100 Prozent vermietet. Die Nachfrage nach temperaturgeführten Lägern, wie Kühl- und Wärmelagern, sei steigend. So seien alle Tiefkühlläger voll ausgelastet. Wegen der verschärften behördlichen Auflagen für Gefahrengüter und wassergefährdende Stoffe bestehe auch hier erhöhter Bedarf, durch den Bau einer neuen Halle wurde die Kapazität auf knapp 8.000 Palettenplätze verdoppelt. Insgesamt 8 Mio. Euro wurden investiert. Das Stammpersonal von 170 Mitarbeitern wurde gehalten, 15 Leasingarbeiter mussten gehen.

Im laufenden Geschäftsjahr blieb auch das erste Halbjahr noch im Minus, doch zeichne sich eine Trendwende ab. Die Unternehmensleitung hofft deshalb auf ein Zulegen im zweiten Halbjahr und für das ganze Jahr auf ein gleichbleibendes Ergebnis. Insgesamt 4 Mio. Euro sollen investiert werden, unter anderem in den Umbau der Hafenhalle. Sie war für Linz Europäische Kulturhauptstadt 2009 als Veranstaltungsort errichtet worden. Jetzt soll sie zu einer Tiefkühlhalle umgebaut werden und Ende 2010 ihren Betrieb aufnehmen. Im Sommer soll sich der Aufsichtsrat mit dem schon länger überlegten Projekt einer teilweisen Verlandung des Hafens zur Schaffung eines Logistikparks befassen und eine Entscheidung treffen. (APA)

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