Nach Notpaket

"Die EZB wirft die Gelddruckmaschine an"

Andreas Schnauder und Lukas Sustala, 03. Mai 2010 19:45

Die Europäische Notenbank ändert ihre Politik und lockert die Kriterien für die Besicherung von Ausleihungen

Die Europäische Notenbank ändert ihre Politik und lockert die Kriterien für die Besicherung von Ausleihungen mit griechischen Ramsch-Anleihen. Experten sehen die Glaubwürdigkeit der EZBgefährdet.

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Frankfurt/Wien - Das Hilfspaket für Griechenland und die in dem angeschlagenen Staat engagierten Banken wird immer umfangreicher. Nach der Zusage eines Notkredits von 110 Milliarden Euro durch Internationalen Währungsfonds und Euroländer lockerte die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag überraschend ihren Sicherheitenkatalog.

Ab sofort können Banken ihre griechischen Staatsanleihen bei der EZB abladen, auch wenn diese nur noch Ramschstatus genießen. Bisher verlangte die Notenbank zumindest von einer Ratingagentur eine Bewertung in der untersten Klasse durchschnittlicher Anlagen (BBB-). Diese Stufe bescheinigen Griechenland noch die Agenturen Moody's und Fitch, die aber eine Herabstufung in Aussicht gestellt haben. Die dritte Ratingagentur Standard & Poor's hat die griechische Bonität bereits auf spekulatives Investment oder Ramsch reduziert.

Der Maßnahme der EZB wird von Experten enorme Bedeutung beigemessen: Die laufende Geldaufnahme der Banken wird nämlich trotz gesunkener Kreditwürdigkeit Griechenlands nicht beeinträchtigt; zudem vermeiden die Institute hohe Abschreibungen infolge der Kursverluste griechischer Staatsanleihen. Bis dato haben griechische Banken der Regierung rund 45 Mrd. Euro geliehen, das sind zehn Prozent aller Kredite der Hellas-Institute. Europas Banken haben in Griechenland Kredite im Wert von 164 Mrd. Euro ausstehen und profitieren ebenfalls von dem Schritt.

Unabhängig von der Frage der Sinnhaftigkeit der neuen Maßnahme hat sich EZB-Chef Jean-Claude Trichet ein ziemliches Glaubwürdigkeitsproblem eingehandelt. Bisher hatte er stets betont, dass der Rahmen für Sicherheiten für Refinanzierungsoperationen nicht isoliert für ein Land geändert werde. "Ein klarer Widerspruch zu früheren Aussagen" , kommentiert Commerzbank-Analyst Michael Schubert.

Der Ökonom und Berater Josef Christl sieht in dem Schritt ein weiteres Zeichen für eine stärkere politische Abhängigkeit der Notenbank, nachdem die Zentralbank zuvor mit der Verlängerung der Hinterlegung mittelklassiger Anleihen Konzessionen an Griechenland gemacht habe. "Und auch bei der Ablehnung des Währungsfonds wurde EZB-Chef Jean-Claude Trichet zurückgepfiffen" , sagt der frühere Notenbank-Direktor zum Standard. Christls Schlussfolgerung:"Die EZBwirft die Gelddruckmaschine an." Thorsten Polleit von Barclays Capital sprach von einer "Notaktion. Die EZB hat eines ihrer hehren Prinzipien über Bord geworfen. "

Bereits Anfang April hatte die EZB angekündigt, die an sich bis Jahresende befristete Liquiditätshilfe auf 2011 zu erstrecken. Die Maßnahme schlägt sich auf die Bücher der EZB durch. Binnen Jahresfrist hat sich das Staatsanleihen-Depot von 66 auf 226 Mrd. Euro erhöht, allein griechische Banken sollen 17 Mrd. hinterlegt haben.

Griechische Anleihen sind am Montag stark gestiegen. Die Rendite (sie bewegt sich invers zum Preis) zweijähriger Papiere ist um knapp 2,6 Prozentpunkte gefallen. Die Anleihen bringen damit etwas über 10,5 Prozent Zinsen. (Andreas Schnauder, Lukas Sustala, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.5.2010)

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ndaa
07.05.2010 11:25
Macht Sinn, den Rating-Agenturen die Macht zu nehmen

Allerdings kettet sich die EZB damit an Griechenland.
Auch das kann Sinn machen in der derzeitigen Situation der Spekulation gegen den Euro.
Letztlich helfen sie damit aber auch den amerikanischen Banken, die in GR investiert sind.

Insgesamt werden da doch eher die Falschen geschuetzt.

ROTWEISSROT
06.05.2010 21:28
LEUTE - kauft euch schnell noch Grundstücke im warmen irgendwo

wo man -- wenn der Euro nichts mehr wert ist--zumindest sein gemüse anbauen kann bzw fischen gehen kann, ein paar hühner und schweindl sich hält, nichts heizen muss im winter--- also eben in asien irgendwo, mittelamerika oder karibik

Mostbluzza
06.05.2010 14:26
nukleare option - geldmengensteigerung

die ezb hat ja noch nie ihr eigenes festgeschriebenes ziel der geldmengensteigerung (4,5% pro jahr) eingehalten. das ist fast ein geheimnis.

2008 war es zb. 11,3%. ein gutes. wir haben somit bereits - streng nach defnition - eine immense inflation seit 10 jahren. globale "vorteile" glichen diese immer aus.

bombt die EZB nun mit sagen wir 1 bio in den markt, haben wir 2010 gleich mal 20% Geldmengensteigerung (M3 ca. 10 bio). und wenn dann keine inflation aufkommt ... dann wird sie umso ärger, je später sie einschlägt. wir sprechen noch nicht von asset-price-inflation oder währungsverlusten (importierte inflation) oder von rohstoffpreis-inflation (eisenerz, kupfer mit 100% plus heuer) von lohnforderungen usw.

Mostbluzza
06.05.2010 13:58
mit der EZB ins Endspiel

ja, noch haben wir sie, den lender of last ressort. fast jungfräulich. die BoE und FED sind da schon lange weiter im minus.

wird wohl die EZB die Brandmauer um GR legen und die Spanier dekontaminieren. jportugal rutscht so nebenbei mit 50 mrd mit? 500 mrd sollten reichen fürs erste. dann hätten wirs. und das gute ist ...

für die briten hätten wir nix mehr über, sonst gibts aufstand. auch wenn sie nicht beim euro sind, als eu mitglied sind sie mittendrin. der iwf ist bald klamm (hat noch ca. 300-400 mrd) aber hart.
und die ezb hat nix mehr ... wem helfen wir (brd,öst,nl) den briten oder spanien? die wahl ist einfach. wer zuerst drankommt und drinnen ist....spanien mit euro.

Ferrero Kuesschen
06.05.2010 10:47

Kann sich noch irgendwer daran erinnern dass vor 5 Jahren Griechenland zufaellig ihr BIP um +25% revidiert haben um so halbwegs die Maastrichtkriterien einzuhalten?
Augenauswischerei, die Krise war schon lange da und jeder der's wissen musste hat's auch gewusst.

Ferrero Kuesschen
06.05.2010 10:48
Bolschewik
06.05.2010 08:10

ADIOS-- lieber euro so gehst du dahin, der allgemeine wirtschaftscrash wird keinen stein auf dem adneren lassen, ich seh die zeiten kommen wo in den blumentöpfen wieder kartoffelstauden wachsen, mir tun nur die jungen leid die dann arbeiten wollen und es nicht können und das gesindel geht sowieso stehlen und einbrechen sofern es noch was zu stehlen gibt

Hermine Berg
 
05.05.2010 10:50
gruenden wir eine bank!

wer macht mit? wenn wir genug geld zusammen haben, leihen wir uns was geht bei der EZB um 1% und kaufen giechische staatsanleihen (mit 19%).

erlenkoenig
04.05.2010 19:15
Wasserstoff

die letzte Stufe der Rakete wurde gezündet. Wenn es jetzt nicht aufwärts geht, geht es mit Lichtgeschwindigkeit gegen die Wand. In EZB we trust. :-((

Schlapsi
05.05.2010 10:46

Jo, des is gscheit!

Curd Hombre
04.05.2010 11:43
Ist das jetzt bankenpaket 3????

Zuerst scheiben wir nur mal so Milliarden den banken rüber - ist ja 'n gutes Greschäfts sagte Pepi!


Dann schieben wir einige Milliarden nach Griechenland ab - sit aj auch ein Gutes Geswchäft sagt Pepi (steuerzahler wird nicht gefragt - Banken schon, lehenn aber dankend aktive mithilfe ab und alssen stattdessen ihr kapital dort - kein wunder - jetzt wo's kurzfristig gesichert ist udn was abwirft)

dann erklärt EZB, dass Griechenlandanleihen ab sofort beid er EZB abgeladenw erden können und damit machen die Banken dann wieder Geld sobald die esrte Griechenförderwelle aufgebraucht ist!

Ich kapiere das alles nicht mehr ....

Sophist1
04.05.2010 18:15
Dass Sie überhaupt nichts kapieren, das unterschreibe ich sofort.

schon eher blunzenfett im kornfeld
04.05.2010 19:02

Na das freut uns aber :-)

winedoctor
04.05.2010 15:21

noch so ein gutes geschäft - und wir sind verloren

Jaromir Edler von Eynhuf
04.05.2010 23:04
Pyrrhus, schau oba !

Cuchullain
05.05.2010 12:09
dachte ich auch gerade!

Schlapsi
05.05.2010 10:47

Aufi, aufi!

O.Bierhoff
04.05.2010 11:39
Unabhängigkeit von den Ratingagenturen!

Die EZB pokert damit gegen die 3 privaten Ratingagenturen der USA und das mit Recht: wieso soll sich Europa die Kreditwürdigkeit einzelner Staaten oder Banken auf ewig von Leuten herunterziehen lassen die tausende Kilometer weit weg in New York sitzen. Vielleicht sollte die EU über ein eigenes Rating-System nachdenken, denn durch die Finanzkrise ist wohl eines klar geworden: die Agenturen vertreten hauptsächlich Eigeninteressen und sind fachlich fragwürdig (die Lehman's hatten bis zum letzten Tag ein Triple A...).

Cuchullain
05.05.2010 12:12
Nochmals:

Die Ratingagenturen vertreten nur Meinungen wie wir sie alle abgeben.
Sie haben nur deshalb so einen Einfluss, weil sie käuflich sind!

kyselak3
 
04.05.2010 11:56
und eine europäische ratingagentur

würde selbstverständlich keine eigeninteressen verfolgen und die fachliche kompetenz würde augenblicklich in die höhe schnalzen - wie wir ja gerade vorgehüpft bekommen.

amber103
04.05.2010 12:19

Unseren Finanzministern hatten schon im Herbst des Vorjahres Daten in der Hand, die auf eine katastrophale Finanzsituation Griechenlands hinwiesen. Konsequenzen: Keine! alle hofften es würde irgenwie gutgehen.
Einige der Europäischen Finanzminister gaben aber ihren Banken Tips, worauf sich diese gegen Zahlungsausfall Griechenlands abzusichern begannen. Langsam aber sicher wurden daraufhin die CDS teurer und teurer. Erst als die Versicherungsprämien gegen Ausfall enorm hoch waren, reagierten die Ratingagenturen, also viel zu spät (logisch bei der EU-Insider-Party).

Nun den Ratingagenturen die Schuld zu geben, ist frech! Eine politisch gesteuerte europäische Ratingagentur braucht aus dieser Erfahrung heraus wirklich niemand

Peter_23
04.05.2010 17:20
Eine politisch gesteuerte europäische Ratingagentur

gibt es doch schon längst: Nennt sich Fitch (in GB)

Und raten Sie mal wie Fitch das bankrotte Griechenland bewertet. Natürlich als "erstklassig".

Wenn der Druck nur hoch genug ist bewerten diese Agentueren alles von erstklassig bis letztklassig. Ganz nach dem Wunsch des jeweiligen Herrn und Meisters.

mike sierra
04.05.2010 10:22
Glaubwürdigkeit der Ratingagenturen

Man könnte aber auch feststellen, dass die Glaubwürdigkeit der Ratingagenturen stark gefährdet ist. Sie stellen kein objektives Kriterium dar, wenn sie ohne bessere Fakteneinsicht als IWF, EZB und Eurozonen-Ländern ihrem Bauchgefühl Ausdruck verleihen.

Die Stimme der schweigenden Mehrheit
 
04.05.2010 10:13
Das ist der Anfang vom Ende.

Ende des Euro, Ende des Wohlstands, Ende der EU.

Stahl_____666
04.05.2010 11:18
.

Ende des Postings...

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