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2. Mai 2010, 22:38
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Schon nächstes Jahr soll direkt neben dem Flughafen der "Airpark Vienna" entstehen

Schon nächstes Jahr soll direkt neben dem Flughafen der "Airpark Vienna" entstehen. Vor allem für Ostösterreich ist das Projekt einzigartig. Doch die Konkurrenz wird größer. 

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Auf dem Flughafen Wien-Schwechat gibt es Lagerflächen im Ausmaß von rund 50.000 Quadratmetern. Schon bald sollen es mehr werden. Wie Anfang der Woche bekannt wurde, soll direkt neben dem Rollfeld 2 bis Ende nächsten Jahres ein Logistikzentrum mit rund 70.000 Quadratmetern entstehen. Der Investor wird geheim gehalten, die Planung kommt vom Vorarlberger Logistikspezialisten Goldbeck-Rhomberg, die Abwicklung erfolgt über die Otto Immobiliengruppe sowie über die Go Asset Real Estate.

"Der Airpark ist in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich", sagt Claudia Strasser, Prokuristin bei Otto Immobilien und Leiterin der Abteilung Gewerbeimmobilien. "Erstens gibt es in Österreich kaum Logistikobjekte in dieser Größenordnung, und zweitens kommt es so gut wie niemals vor, dass solche Bauvorhaben von Dritten entwickelt und finanziert werden."

Die Ausstattung entspricht dem internationalen Standard. Die Hallen weisen eine unterfahrbare Raumhöhe von zehn bis zwölf Metern auf, sind vielfältig unterteilbar und mit entsprechend vielen Rolltoren und Lkw-Anfahrtsrampen versehen.

Keine First-Line-Immobilie

"Der wirklich große Vorteil liegt jedoch an der Lage", sagt Andreas Liebsch, Geschäftsführer der Go Asset, "einerseits ist man nahe an Wien, andererseits grenzt daneben der Flughafen an." Noch näher am internationalen Verkehrsgeschehen könne man nicht sein.

"Doch, kann man", entgegnet Felix Zekely, zuständig für Industrie- und Logistikimmobilien bei CB Richard Ellis. "Der Flughafen bietet nur dann einen Standortvorteil, wenn ich First-Line-Buildings mit direktem Zugang zum Rollfeld oder zumindest Second-Line-Buildings am Flughafengelände habe. Sobald ich draußen bin, ist der Flughafen für einen Logistiker nicht mehr existent."

Bis Ende des Jahres soll die Vorvermietung des Airpark Vienna so weit fortgeschritten sein, dass Anfang 2011 zu bauen begonnen werden kann - zumindest mit Bauphase 1. Die Bauzeit wird sechs Monate betragen, die Investitionskosten für beide Bauabschnitte sollen sich auf knapp 60 Millionen Euro belaufen.

Auch die Konkurrenz plant

Nachteil des geplanten Logistikzentrums ist der im internationalen Vergleich relativ hohe Mietpreis von 6 Euro pro Quadratmeter und Monat. "Die mitteleuropäischen Mietpreise an hochfrequentierten und verkehrsgünstigen Standorten liegen bei 5 bis 5,50 Euro", erklärt Alexandra Tornow, Leiterin des Bereichs Industrial Research bei Jones Lang LaSalle in Hamburg. "Vor allem in Ostösterreich muss man den hohen Leerstand von 20 Prozent im benachbarten CEE-Raum und die damit verbundenen niedrigen Mieten in Ungarn und der Slowakei mitberücksichtigen."

Die Konkurrenz schläft nicht. In Himberg, wenige Kilometer von der S1 entfernt, plant ProLogis einen spekulativ errichteten Logistikpark mit ebenfalls 70.000 Quadratmetern Nutzfläche. Der Baubeginn ist für Juli geplant, die Fertigstellung soll bis Ende des Jahres erfolgen. Nach Auskunft von Sascha Petersmann, Market Officer für Österreich, soll die monatliche Miete bei knapp unter 5 Euro pro Quadratmeter liegen. (Wojciech Czaja, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.4./1./2.5.2010)

  • Airpark Vienna von Goldbeck-Rhomberg: Die ersten 35.000 Quadratmeter könnten bereits Anfang nächsten Jahres errichtet werden.
    foto: pixel art lab

    Airpark Vienna von Goldbeck-Rhomberg: Die ersten 35.000 Quadratmeter könnten bereits Anfang nächsten Jahres errichtet werden.

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