Obamas öliges Desaster

2. Mai 2010, 18:27
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Was für George W. Bush der Hurricane "Katrina" war, könnte für Barack Obama die Ölpest im Golf von Mexiko sein

Die Hiobsbotschaften rund um die explodierte und gesunkene Offshore-Bohrplattform des Ölkonzerns BP nehmen kein Ende. Und man muss kein Parteigänger der Republikaner sein, um zu sehen: Was für George W. Bush der Hurricane "Katrina" war, könnte für Barack Obama die Ölpest im Golf von Mexiko sein.

Ein komplexes ökologisches System ist massiv bedroht. Dazu immer drängendere Fragen rund um BP: Unwidersprochen schrieb das Wall Street Journal, die "Deepwater Horizon" sei nicht auf dem neuesten technischen Stand gewesen. Währenddessen hat die US-Regierung den Konzern tagelang aufgefordert, die Verantwortung zu übernehmen, ohne selbst einen Finger zu rühren. Dass BP mit seinen Versuchen, die sprudelnden Öllecks zu stopfen, bisher gescheitert ist, fällt nun dem US-Präsidenten auf den Kopf.

Noch mehr Plattformen

Noch ist nur den Küstenbewohnern klar, was eine Katastrophe dieses Ausmaßes bedeutet. Noch prügeln sich Anhänger von Demokraten und Republikanern im Cyberspace zur Frage, ob Obama künftig keine Ölförderung im Meer will oder doch nur einen vorübergehenden Stopp. Fakt ist, dass im Golf von Mexiko 800 bemannte und tausende unbemannte Bohrinseln stehen - und dass Obama kürzlich Probebohrungen für noch mehr Plattformen genehmigt hat.

Keine Rede von einer "green administration" , wie sie Obama versprochen hatte. Alles beim Alten in der US-Energiepolitik: Das ist das wahre Desaster im Golf von Mexiko. (Petra Stuiber, DER STANDARD Printausgabe, 3.5.2010)

 

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