Gillian Duffy tut der Premier leid

2. Mai 2010, 14:07
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Langjährige Labour-Wählerin geht diesmal nicht zur Wahl: "Nicht wütend, sondern traurig"

London - Eine ältere Dame, über die sich der britische Premierminister Gordon Brown vor laufenden Mikrofonen abfällig geäußert hatte, hat ihr Mitleid mit dem Labour-Politiker geäußert. Wie die Zeitung "Mail on Sunday" am Samstag berichtete, sagte die Witwe Gillian Duffy in einem Gespräch mit Brown, dass ihr "wirklich leid" tue, was passiert sei, weil Brown "mehr zu verlieren" habe als sie. Sie sei "nicht wütend, sondern traurig".

Wie die Zeitung weiter berichtete, will die Pensionistin, die ihr Leben lang die Labour-Partei Browns unterstützt habe, bei der bevorstehenden Parlamentswahl nicht wählen gehen.

Brown hatte sich am Mittwoch einen schweren Patzer im Wahlkampf geleistet. Nach der Begegnung mit der Witwe im nordwestenglischen Rochdale nannte er deren Äußerungen "eine Katastrophe". "Man hätte niemals ein Treffen mit dieser Frau organisieren dürfen", schimpfte Brown und nannte die Frau "verbohrt". Dabei vergaß der Premier, dass das Mikrofon des Kamerateams noch an seinem Anzug steckte. Die Äußerungen wurden anschließend landesweit gesendet. Brown zeigte sich nach dem Vorfall reuig.

Die Parlamentswahlen in Großbritannien finden am 6.Mai statt. Brown lag in Umfragen zuletzt hinter David Cameron von den konservativen Tories und dem Spitzenkandidaten der Liberaldemokraten, Nick Clegg. (APA/AFP)

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    Brown mit Gillian Duffy.

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