Super Saver siegt in Kentucky

2. Mai 2010, 12:54
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Jockey Calvin Borel gewann auf Super Saver sein drittes Kentucky Derby mit zweieinhalb Längen Vorsprung

Louisville/Wien - Man könnte es ausgleichende Gerechtigkeit nennen. Trainer Todd Pletcher (42) hatte eine Woche vor dem Kentucky Derby den haushohen Favoriten wegen Verletzung aus dem Rennen streichen müssen. Seit zehn Jahren versuchte er, das wichtigste Pferderennen der USA zu gewinnen. Was ihm in allen anderen wichtigen Rennen längst gelungen war, schien hier immer wieder schiefzugehen. Aber so wie die schweren Regenfälle in Louisville genau beim Derby der Sonne Platz machten, ging für Pletcher, der fünf Pferde im Rennen hatte, diesmal alles gut.

Super Saver heißt der dreijährige Hengst, den der Trainer vor 156.000 Zuschauern als Sieger im 136. Kentucky Derby von der Bahn führen durfte. Der Name träfe auch auf den Jockey Calvin Borel zu, der mit seinem Pferd immer an der Innenseite liegend Boden sparte, innen an den Konkurrenten im letzten Bogen vorbeizog und mit zweieinhalb Längen Vorsprung auf Außenseiter Ice Box klar gewann. Sieg-Geld: 1,4 Millionen Dollar. Für Borel (43) war es der dritte Derby-Sieg in vier Jahren. "Er ist auf allen Bahnen ein großartiger Jockey" , erklärte Pletcher schon vor dem Rennen, "aber hier in Louisville ist er noch um fünf (Pferde-)Längen besser." Das schienen auch die Spieler zu wissen, die Super Saver mit 8:1 zum zweiten Favoriten machten. Lookin at Lucky, 6:1 Favorit, war wenig glücklich, geriet gleich nach dem Start zweimal ins Gedränge und verlor damit seine Chancen.

Große Chancen verlor auch einer der wichtigsten Rennstallbesitzer der Welt, Scheich Hamdan al Maktoum. Aus seinem Stall wurde im Oktober des Vorjahres ein junger Hengst um 33.000 Euro verkauft, weil ihn sein Trainer nicht für gut genug hielt. Ein Franzose sah das anders und behielt recht. Nach einem Sieg in einem kleineren Rennen im November gewann Makfi, so heißt das Pferd, heuer ein wichtiges Rennen in Frankreich und zuletzt am Samstag als 33:1-Außenseiter das erste klassische Rennen Englands, die 2000 Guineas in Newmarket. Sieg-Prämie: 255.000 Euro. Schön für Besitzer Matthieu Offenstadt. (Nikolaus Dolenz, DER STANDARD, Montag, 3. Mai 2010)

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    Ein veritabler Saustall auf im ehrwürdigen Churchill Downs

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