Zillertaler kauft insolvente Osttiroler Bergbahn

1. Mai 2010, 16:42
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Schultz will Speicherteich für Beschneiung bauen und 20 Prozent Umsatzsteigerung

Innsbruck - Die mit 6 Mio. Euro insolvente Bergbahn- und Skiliftgesellschaft St. Jakob im Defereggen GmbH in Osttirol hat einen neuen Besitzer. Der Zillertaler Seilbahnunternehmer Heinz Schultz hat nach Medieninformationen die Bergbahnen gekauft. Kolportiert wurde ein Preis von 5 Mio. Euro, hieß es in der "Tiroler Tageszeitung" am Samstag. Im vergangenen Dezember musste die Gesellschaft mit sieben Bahnen Konkurs anmelden.

Schultz wolle eine "mehrstellige Millionensumme" in den Bau eines Speicherteichs für die Beschneiung investieren. Den Umsatz wolle der Unternehmer mittelfristig um 15 bis 20 Prozent steigern. Ein eigenes Incoming-Reisebüro solle Gäste an die Tourismusbetriebe in der Skiregion vermitteln und dadurch auch die Anzahl der Nächtigungen erhöhen. Der Umsatz könne nur in die Höhe gehen, wenn die Zahl der Nächtigungen steige, wurde Schultz in der "TT" zitiert.

Sommerbetrieb für zehn Jahre

Die bis zu 37 betroffenen Mitarbeiter wolle der neue Besitzer je nach Saison übernehmen. Auch der Sommerbetrieb der Bergbahnen solle laut Schultz "für mindestens zehn Jahre" fortgeführt werden.

Neben Schultz hatten sich auch die Firmengruppe Pletzer und die BTV AG (Bank für Tirol und Vorarlberg) mit einer Beteiligungsgesellschaft an den Seilbahnen St. Jakob interessiert. Der Seilbahnunternehmer betreibt zudem auch die Skigebiete Hochzillertal, Mölltaler Gletscher, Großglockner Resort Kals-Matrei und Sillian Hochpustertal.

Im Dezember 2009 war die Insolvenz bekanntgeworden. Von den 6 Mio. Euro an Verbindlichkeiten war der Löwenanteil mit 5,7 Mio. auf Bankverbindlichkeiten gefallen. An der Gesellschaft sind rund 240 Gesellschafter beteiligt, darunter auch die Gemeinde St. Jakob. Die betroffen 65 Gläubiger sollen eine Quote von 40 Prozent erhalten. Rund 9,2 Mio. Euro an Forderungen seien bisher angemeldet.(APA)

 

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