Abhisit: Keine Ausrufung des Kriegsrechts

2. Mai 2010, 13:31
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Rothemden bekommen Verstärkung - Oppositionelle aus dem ganzen Land auf dem Weg in die Hauptstadt

Bangkok - Die thailändische Regierung plant nach den Worten von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva trotz der schweren Krise im Land nicht, das Kriegsrecht auszurufen. Laut Berichten der Zeitungen "Bangkok Post" und "The Nation" sagte Abhisit im Fernsehen, bei einer Dringlichkeitssitzung der Regierung am Sonntag auf einer Militärbasis würden Richtlinien für das weitere Vorgehen der Sicherheitskräfte erörtert. Er habe bereits einen Plan, um die Krise zu überwinden, versicherte der Regierungschef.

Er habe bereits entschieden, welche Schritte unternommen werden müssten. Es müsse aber sichergestellt sein, dass diese erfolgreich sein würden und möglichst geringe negative Auswirkungen hätten, erklärte Abhisit. Es gehe um eine nachhaltige Lösung. Dies benötige Zeit, es würden aber effektive Maßnahmen gesetzt werden. Nachdem all dies erledigt sei, "werde ich verkünden, was ich bezüglich den Forderungen nach einer Parlamentsauflösung entschieden habe", sagte der Premier.

Unterstützung aus dem ganzen Land

Sieben Wochen nach Beginn der massiven Oppositionsproteste in Thailand zeichnet sich noch immer kein Ende des Konflikts ab. Sogenannte Rothemden aus dem ganzen Land seien auf dem Weg nach Bangkok, um das Lager der Demonstranten zu verstärken, erklärte einer ihrer Anführer am Samstag. Sie bereiteten sich darauf vor, lange Zeit zu bleiben, sagte Weng Tojirakarn weiter.

Die Demonstranten halten seit Wochen Teile der thailändischen Hauptstadt besetzt. Dabei kam es wiederholt zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften, die mindestens 27 Menschen das Leben kosteten. Fast 1.000 Menschen wurden verletzt. Die Demonstranten vor allem aus den ländlichen Regionen Thailands fordern den Rücktritt von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva und eine Neuwahl des Parlaments.

Die unabhängige Konfliktforschungsorganisation International Crisis Group (ICG) setzte sich für eine ausländische Vermittlung in der Krise ein, möglicherweise unter Führung des Präsidenten von Osttimor, José Ramos Horta. Die Regierung hat ausländische Vermittler bisher abgelehnt. (APA)

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    Barrikaden versperren den Weg ins besetzte Viertel.

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