"Neues Instrument für Revolutionäre in Schlacht der Ideologien"
Venezuelas Staatschef Hugo Chávez ist
begeistert von seinem neuen Twitter-Auftritt. Seine Nachrichten
hätten eine "Explosion" von Rückantworten in dem
Kurznachrichtendienst ausgelöst, schrieb er. "Auf jede Nachricht, die
ich geschickt habe, bekomme ich mehr als 100.000 Antworten. 99
Prozent sind Botschaften mit Grüßen, Reflexionen, mit viel Humor -
Beschimpfungen inklusive", sagte er zudem bei einem Venezuela-Besuch
von Boliviens Staatschef Evo Morales.
"Venceremos!"
Auch auf Twitter selbst, wo Chávez bisher nur zwei Nachrichten
einstellte, zeigte er sich zufrieden: "Es ist eine unerwartete
Explosion geworden. Gracias. Thanks. Gerade in Barinas mit Evo.
Venceremos! (Wir werden siegen)" Chávez hatte in dieser Woche unter
dem Namen chavezcandanga ein Twitter-Konto eröffnet. "Candanga" hat
mehrere Bedeutungen und wird in einigen lateinamerikanischen Ländern
als Synonym für Teufel oder Plage benutzt, aber auch für ungezähmte,
kampfeslustige Draufgänger.
"Akke Revolutionäere sollen twittern"
Chávez betonte, er habe Botschaften aus Russland, Europa, den USA,
Argentinien, Brasilien vor allem aber aus Venezuela erhalten. Am
Freitag belief sich die Zahl der "Followers" auf mehr als 120.500.
"Follower" sind Internet-Nutzer, die die Kurznachrichten eines
Twitterers über eine Art Abonnement verfolgen. Nach Schätzungen der
Regierung könnten es bis zu einer Million werden. Nach Angaben der spanischen Zeitung "El Pais" rief Chávez "alle
Revolutionäre" auf, Twitter in "Schlacht der Ideologien" zu nutzen. Laut Reuters habe er den bolivianischen Präsidenten Evo Morales und Fidel Castro eingeladen, sich ihm auf Twitter anzuschließen.
Mit dem neuen Instrument will sich der venezolanische Präsident nun
auch gegen seine Kritiker wehren, die ihre Meinung über ihn im
Internet verbreiten. (red/APA)