Proteinüberschuss führt zur Bildung bösartiger Hirntumore

30. April 2010, 18:13
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    foto: deutsches krebsforschungszentrum, haikun liu

    Glioblastom-ähnliche Gewebeveränderung im Gehirn von Mäusen, die zuviel Tlx produzieren

Möglicher Angriffspunkt gegen das gefährliche Glioblastom entdeckt

Bösartige Hirntumoren entstehen direkt aus Hirn-Stammzellen. Das haben ForscherInnen des Deutschen Krebsforschungszentrums und der Universität Düsseldorf nun zum ersten Mal bei Mäusen nachgewiesen. Das Protein Tlx sorgt im erwachsenen Gehirn dafür, dass aus Gewebe-Stammzellen neue Nervenzellen entstehen. Zuviel Tlx regte bei den Tieren die Bildung bösartiger Hirntumoren aus Hirn-Stammzellen an. Auch beim Glioblastom, dem bösartigsten Hirntumor des Menschen, spielt Tlx eine Rolle. Mit Tlx sei daher erstmalig ein möglicher Angriffspunkt für zielgerichtete Therapien gegen das gefährliche Glioblastom entdeckt worden, heißt es in der im Journal "Genes & Development" veröffentlichten Studie.

Hintergrund

Die "Wiege" neuer Nervenzellen im erwachsenen Gehirn ist gut bekannt: Es ist die so genannte subventrikulare Zone, eine Gewebeschicht entlang der seitlichen Hirnkammern. Hier sind die neuralen oder Hirn-Stammzellen angesiedelt, die im Bedarfsfall für die Bildung neuer Nervenzellen sorgen. Die subventrikulare Zone gilt lange schon als Keimzelle für eine bestimmte Art bösartiger Hirntumoren - die Gliome, deren gefährlichster Vertreter das Glioblastom ist.

Hatten die WissenschaftlerInnen das Protein Tlx, das beim erwachsenen Tier ausschließlich in Hirn-Stammzellen gebildet wird, ausgeschaltet, so ließen sich keine Stammzellen im Gehirn mehr nachweisen und die Neubildung junger Nervenzellen versiegte. Das Funktionieren der Stammzellen ist offenbar von der Anwesenheit dieses Proteins abhängig.

Neue Studie

Die Forschungsgruppe um Günther Schütz, Peter Lichter und Guido Reifenberger machte für die aktuelle Studie die Gegenprobe: Was passiert, wenn die Tlx-Produktion gesteigert wird? Durch einen molekularbiologischen Trick veranlassten die ForscherInnen die Hirn-Stammzellen von Mäusen zur Tlx-Überproduktion. Die Folge war, dass die Zellteilungsaktivität in der subventrikulären Zone anstieg, die Zellen ihre angestammte Umgebung, die so genannte Stammzellnische, verließen und Glioblastom-ähnliche Gewebeveränderungen ausbildeten. Wurde zusätzlich noch das Protein p53 als wichtigste Krebsbremse experimentell ausgeschaltet, so entstanden aus den Krebsvorläufern invasiv wachsende Glioblastome.

Darüber hinaus entdeckte die Gruppe, dass Stammzellen mit gesteigerter Tlx-Produktion die Gefäßneubildung anregen. Dies ermöglicht den Zellen, in weiter entfernte Bereiche des Gehirns einzuwandern und so das typische korallenstockartige Wachstum des Glioblastoms zu erzeugen. "Wir erkennen Hirn-Stammzellen spezifisch an ihrer Tlx-Produktion. Wenn wir diese ankurbeln, verwandelt sich die Gewebe-Stammzelle in eine Krebs-Stammzelle, aus der bösartige Glioblastome entstehen - daher können wir nun erstmals die Hirn-Stammzellen direkt für die Entstehung von Hirntumor-Stammzellen verantwortlich machen", erklärte Günther Schütz.

Folgerungen

Die WissenschaftlerInnen gehen davon aus, dass sie auf der Basis dieser Ergebnisse aus der zellbiologischen Grundlagenforschung neue Therapien gegen das gefährliche Glioblastom entwickeln können. Tlx scheint nicht nur im Mäuse-Gehirn eine verhängnisvolle Rolle zu spielen: Im Tumorgewebe von Glioblastom-Patienten entdeckten Lichter und Reifenberger, dass das Tlx-Gen häufig vervielfältigt ist und daher mehr Tlx-Protein gebildet wird. "Offenbar sind auch beim Menschen die Hirntumor-Stammzellen auf Tlx angewiesen. Daher können wir nun versuchen, Therapien zu entwickeln, die sich ganz spezifisch gegen Tlx-produzierende Zellen richten", beschrieb Schütz die nächsten Schritte. (red)

Cherobin
00
Meinen die damit die CERN-Zustände?

Black Burner
01
Titel?

Immer diese irreführenden Schlagzeilen! Klingt so als gäbe es einen Zusammenhang zwischen übertriebenem Genuß von großen Steaks und Hirntumoren.

another_stranger_me
01
30.4.2010, 20:52

als eine neue behandlungsmethode von tumoren wird mit der bestrahlung durch antiprotonen experimentiert

dabei wird das gewebe mit antiprotonen bestrahlt, die mit den protonen der atomkerne zerstrahlen und dabei alles in der näheren umgebung zerstören

der clou dabei ist, dass zwischen proton und anitproton ein bestimmtes energieverhältnis bestehen muss, damit diese reaktion stattfindet - durch inelastische stöße der antiprotonen mit dem gewebe kann man nun die sache so einstellen, dass die teilchen erst im tumor reagieren -> keinerlei strahlenbelastung hinter dem tumor und sehr geringe davor

das erste labor dafür wird übrigens in ö. errichtet, die technick dafür stammt vom cern - ist ein nebenprodukt der antiwasserstoffexperimente

mcmise
00

Ist das ein Fake? Gibts einen Link dazu?

another_stranger_me
00

nein, kein fake

das labor wird meines wissens in wien umgebung gebaut

die infos hab ich vom leiter einer arbeitsgruppe am cern, die antiwasserstoff herstellen wollen, um die gravitative wechselwirkung zwischen materie und antimaterie genauer zu untersuchen - mitte februar war ich im zuge einer uni-exkursion dort

birka
00

Inwiefern kann man das Energieverhältnis Proton-Antiproton so einstellen dass die Zerstrahlung v.a. im Tumor geschieht? Aus Protonenenergie-Sicht wird sich der Tumor vom umliegenden doch nicht so sehr unterscheiden?

another_stranger_me
02


die antiprotonen werden mit zu hoher energie losgeschickt und können daher mit den protonen nur über stöße wechselwirken

diese stöße sind aber nicht absolut elastisch, so dass die antiprotonen bei jedem stoß etwas energie verliehren

über die mittlere freie weglänge etc. kann man nun berechnen, wie hoch die anfangsenergie der antiprotonen sein muss, damit sie nach - sagen wir 5cm - genau jenes energieverhältnis haben, damit sie mit den kernprotonen zerstrahlen können

eine weitere coole sache ist, dass man die zerfallsprodukte dieser reaktion leicht detektieren kann und so genau weiß, wo der strahl trifft - man kann den strahl daher noch kleiner fokussieren, den tumor "abwandern" und quasi "live" sicherstellen, dass alles erwischt wird

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