Gleichheit

Hetero-Pärchen will Homo-Ehe eingehen

30. April 2010 13:18
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    Foto: apa/pleul

    Modell der Homo-Ehe anstatt herkömmlicher standesamtlicher Heirat. Ein Hetero-Paar will gleiche Rechte für alle.

Linzer wollen neues Modell für sich in Anspruch nehmen und wegen Gleichheitsgrundsatz klagen - Notfalls Gang bis zum Verfassungsgerichtshof

Linz - Ein Linzer Hetero-Pärchen, das seit 27 Jahren zusammen, aber nicht verheiratet ist, will die Homo-Ehe für sich. Notfalls würden die beiden bis zum Verfassungsgerichtshof gehen, berichten die "Oberösterreichischen Nachrichten" in ihrer Freitag-Ausgabe.

Das Modell der Ehe hat den beiden nie zugesagt. Das sei überaltertes Recht, sagt der Mann in dem Zeitungsbericht. "Für uns ist das Vertrauen das Wichtigste, nicht die eheliche Treue." Genau das gefällt dem Paar, das gemeinsam eine 25-jährige Tochter hat, so gut am Modell der Homo-Ehe: "Da ist von 'umfassendem Vertrauen' die Rede und nicht von 'ehelicher Treue'. Das passt viel besser zu uns", ist der Linzer überzeugt.

"Zwei Modelle sollen allen offen stehen"

Aber den beiden geht es auch um das Grundsätzliche: "Wenn der Gesetzgeber schon zwei verschiedene Modelle schafft, dann sollen sie auch allen offen stehen", erklärt der Mann. Seine Partnerin beruft sich zudem auf den Gleichheitsgrundsatz, laut dem niemand wegen seines Geschlechtes diskriminiert werden dürfe. "Also auch wir Heterosexuellen nicht."

Daher haben die Linzer beim Magistrat den Antrag auf die Eingetragene Partnerschaft gestellt, der aufgrund der gesetzlichen Lage abgelehnt wurde. Sie beriefen, nun liegt der Akt bei der Oberösterreichischen Landesregierung. Wenn er, wie zu erwarten, auch dort abgelehnt wird, will sich das Paar an den Verwaltungs- und Verfassungsgerichtshof wenden.

Land muss bis September entscheiden

Wie dort das Verfahren ausgeht, ist für den Rechtsanwalt des Paares, Helmut Graupner, nicht abzuschätzen. Das sei absolutes Neuland: "Aber ich sehe keinen Grund, warum sich die Eingetragene Partnerschaft nur auf Homosexuelle beziehen soll. Der Staat muss den Gleichheitsgrundsatz anwenden und die Leute entscheiden lassen, was sie anwenden wollen." Das Land hat für Entscheidung bis Ende September Zeit, für den Verfassungsgerichtshof gibt es keinen Mindestzeitraum. (APA)

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Senator Alvin M. Greene
25.06.2010 11:27

Da könnt ja jeder kommen. Mir kommt langsam vor die Menschen in diesem Lande wollen nur ihren Spaß haben.

Glaubt ihr, dass der Heiland einen Spaß hatte als er für euch ans Kreuz genagelt wurde?

Es sollen alle leben wie sie wollen, solange das ernsthaft geschiet. Wir alle haben unser Kreuz zu tragen.

Was kommt als nächstes? Soll der Verfassungsgerichtshof alle Regeln aufheben die nur durch die abendländische Moralvorstellungen begründet sind?

So nach dem Motto: Wenn es niemandem schadet ist es erlaubt.

Wo kommen wir denn da hin. Die Leut kommen einem jetzt schon quitsch vergnügt auf der Straße entgegen und lachen einen an.

Nein, nein, nein. Das Leben ist nicht zum vergnügen da.

x x3
26.07.2010 08:19
Um genau das geht's.

Um's Kreuz, oder?

Und wenn einer kein Kreuz zu tragen hat, dann werden wir schon ein's finden, das wir im aufbürden können.

Sag, bist du nun missionierender Masochist oder kommst du aus der Sadisten-Ecke.

junjunjun
06.07.2010 14:53
wozu denn bitte sonst?

wohl bitte nicht um es schwer zu haben. wer ein vergnügtes, glückliches leben hat, ist beneidenswert. natürlich ist das leben oft kein zuckerschlecken. aber lieber das beste daraus machen, als leidvoll ertragend dahinzuvegetieren.

diese leute mit ihrem fingerzeig auf die sogenannte "spaßgesellschaft" tun mir leid. das kommt doch alles nur aus frust und unglück oder der unfähigkeit, freude und spaß zu haben.

Der_Klingone
24.06.2010 14:55
Langsam wird's echt lähmend!

Jeder Teschek von nebenan möchte nun seine personalisierte, anerkannte, Partnerschaft. Immerhin ist er ja etwas ganz besonderes! Ehe für manche, Partnerschaften für besondere, Sonderpartnerschaften für exzentrische, Ehe-Light für bindungsunfähige sowie Transzendental-Ehe für esoterische.

Am besten einfach alle Arten von Partnerschaften abschaffen und den Rest seines Lebens als Super-Individualist verbringen, welcher in späten Jahren seinem Single-Frust dadurch Ausdruck verleiht, indem er ein Buch á la "Wieso XY die besseren Menschen sind" schreibt.

:-))

x x3
26.07.2010 08:24
Und wer hat damit angefangen ...

Wer hat mit diesen verschiedenen Arten von Partnerschaften angefangen?

Von wem kommen denn diese tollen, unterschiedlichen Regeln?
(Am genialsten find ich ja, dass heterosexuelle einen Bindestrich im Doppelnamen führen müssen, homosexuelle ein Leerzeichen; welches kranke Bürokratenhirn läßt sich solche Details einfallen.)

Spartaner13
24.06.2010 11:12
Frage an die Runde

Mit diesem Thema hab ich mich bis jetzt noch nicht beschäftigt. Worin liegt der Unterschied zwischen einer "normalen" Ehe und dieser Neuen?

Welchen Vorteil hätte dieses besagte Paar dadurch?

Quatremère
24.06.2010 17:40
wurde ja eh schon im artikel erwähnt:

die eingetragene partnerschaft basiert auf der gemeinsamen vertrauensbasis, die normale ehe auf der treue zueinander. heißt: fremdgehen kann nicht per se ein scheidungsgrund sein. eingetragene partner können eine abmachung treffen, dass sex mit dritten personen erlaubt ist. in einer ehe ist das rechtlich grundsätzlich nicht möglich.

Walter Kaiser
31.12.2010 18:26
Nicht nur.

Eingetragene Partner sind rechtlich den Ehepartnern ziemlich gleichgestellt.

Wenn man also die rechtliche Situation der Ehe will, aber nicht heiraten will, dann wär die eingetragene Partnerschaft genau richtig.

Heavenly
07.07.2010 23:49
Ach, reine Wortklauberei.

Auch in der Ehe ist Untreue kein absoluter Scheidungsgrund mehr. Wenn beide im besten beiderseitigen Einvernehmen jeweils fremdgehen - kein Problem.

Johnny Brainstorm
 
24.06.2010 14:15

Ich denke, es geht um ein Statement für die Gleichheit von heterosexuellen und homosexuellen Paaren vor dem Gesetz... aber ich bin da auch nicht ausreichend informiert...

Spartaner13
24.06.2010 14:46

dh es geht quasi nur ums Prinzip?

Johnny Brainstorm
 
24.06.2010 15:22

Ich hätte es eher als demonstrative Solidarität mit Homosexuellen gesehen, kann mich aber natürlich auch irren =)

kidjo
06.05.2010 07:35

Und wenn den Beiden dann das Recht eingeräumt wird sich zu verpartnern, dann bin ich neugierig ob man ihnen auch die "Familie" abspenstig macht. Wird dann nur den Homo-Verpartnerten oder auch den Hetero-Verpartnerten der Familienname entzogen und durch den Nachnamen ersetzt? Von all den anderen Diskriminierungen noch ganz zu schweigen.

Das wird noch recht interessant werden mit dieser Zweiklassenverpartnerung - aber die ÖVP wird sicher eine Lösung finden und eine 3. Klasse einführen. Hauptsache es ist allen klar, dass Homosexuelle diskriminiert werden müssen um das Seelenheil der ÖVPler zu sichern.

Kara Mustafa
04.05.2010 19:36
Ich frage mich das seitdem ich

zum ersten Mal von dieser zweite-Klasse-Ehe hörte: warum sol das eigentlich nur für Homosexuelle sein?

Bin gespannt, wie das ausgeht mit den beiden.

Lectrice
04.05.2010 17:31

War ja zu erwarten und ist auch sehr gut so.

In Frankreich wurde ein "Solidaritätspakt" eingeführt, der für gleichgeschlechtliche Beziehungen gedacht war. Diese moderne Form der Ehe hat aber auch bei den heterosexuellen Paaren grossen Erfolg.

Wird eh Zeit, dass man nicht mehr (unzeitgemäss auf "DIE Familie-Art") heiraten muss, aber trotzdem auch rechtliche Sicherheit für diverse Angelegenheit in Bezug auf den Partner hat.

Austrianer was sonst.....
04.05.2010 13:50
Und überhaupt! Heiraten ist altmodisch, außer es geht um Vermögen!

Dann heirate sogar ich!

Kahless
04.05.2010 08:29
...

Eine interessante Idee - und nachvollziehbar ! Bin mal gespannt, was da rauskommt ! Sich auf den Gleichheitsgrundsatz zu beziehen/berufen ist schon rafiniert !

*QED*
08.05.2010 09:04
Raffinese?

Das ist nicht "rafiniert", sondern absurd!

masterjo
03.05.2010 18:54

ich will das auch. +1

turbotiga
03.05.2010 22:50
me too

+2

schneebrunzer
 
03.05.2010 15:37
BRAVO!!!

Zala Manda
03.05.2010 13:33
GENIAL!

so wird das herumgeeiere der regierung (und insbesondere des schwarzen koalitionspartners) im hinblick auf die volle gleichberechtigung von menschen ungeachtet ihrer sexuellen veranlagungen und -präferenzen von unerwarteter seite blossgestellt; hoffentlich kommt das hier genannte paar damit durch;

Sepp79
03.05.2010 08:34

Man braucht doch nur alle steuerrechtlichen und sozialversicherungsrechtlichen Vorteile der "Ehe" abschaffen und schon braucht sich kein Linker / Homo / Hetro / anderer ... mehr beschweren...
Dann sind alle endlich gleich...

Lectrice
04.05.2010 17:33

Ach hören's doch auf. Das Eherecht ist so etwas von unzeitgemäss und nicht mehr auf die modernen Bedürfnisse der Gesellschaft zugeschnitten.

Und es ist völlig wurscht wer wen anziehend und begehrenswert findet und wer mit wem zusammenleben will. Wer bestimmt das?

Ich bin der Meinung...
03.05.2010 07:34
Das Eherecht gehört gewaltig reformiert

Die uralten religiösen Ansätze von vor 2000 Jahren sind ebenso überholt wie die darin enthaltenen gesellschaftlichen Ansätze des 19. Jahrhunderts.

Lediglich eine gewissen Sicherheit ("Witwenrente") sowie Auskunfts- und Erbschaftsregelungen sind natürlich in einer Ehe anders zu bewerten wie in "wilder Ehe" (was formaljuristisch ja keine Partnerschaft ist)

80% aller Ehevertraglichen Änderungen könnte der Staat jedoch durch Sozialversicherung- und Steuergesetzgebung durchführen. Etwa Familienbesteuerung und Familien-Sozialversicherung.
(also ein halbes Beitragsmonat getrennt für Mann und Frau bei einem Alleinverdiener)


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