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Noch wird in der "Pilothalle Aggregate" geübt – damit dann, bei Serienanlauf, jeder Handgriff sitzt.

Dazudenken muss man sich eine schicke Verkleidung. Im Keller sind sogar schon ein paar dieser Blockheizkraftwerke in Betrieb.

Auch dieses legendäre Meisterstück kommt aus dem VW-Motoren- und Komponentenwerk in Salzgitter: Bugatti-16-Zylinder mit 1001 PS.
Doc Brown wirft Bananenschalen, gemähten Rasen und anderen Biomüll in den Miniatur-Bio-Reaktor, um im Fusionskraftwerk an Bord des De Lorean die nötige Energie von 1,21 Gigawatt bereitstellen zu können. Ohne die funktioniert der Fluxkompensator nicht, die Zeitreise zurück in die Zukunft mit Marty McFly wäre blockiert, die Welt würde nicht gerettet werden.
Zurück in die Gegenwart. Da probt VW gerade den Einstieg in die Energieversorgung der Zukunft – aber nicht so fern wie die Sache mit dem Fluxkompensator, und es geht auch nicht gleich um 1,21 Gigawatt. Sondern um 20 Kilowatt. Das dafür aber gleich zehn- bis hunderttausendfach. Und es geht natürlich auch um die Rettung der Welt, irgendwie. Vor dem drohenden Klima-Kollaps.
Die Idee ist so clever, dass man bedauern muss, dass sie zunächst (ab Sommer) nur in Deutschland, Hamburg, bald dann auch Berlin, realisiert wird. VW baut im Motorenwerk Salzgitter rund 1,2 Millionen Aggregate jährlich. Darunter einen 2,0-Liter-Erdgasmotor – und der ist die Basis für etwa mannshohe Blockheizkraftwerke (BHKW) "Ecoblue" mit je 20 kW elektrischer Leistung, Wirkungsgrad 94 Prozent (u.a., weil auch die entstehende Wärme gespeichert wird in Form von Warmwasser), Gewicht: 680 kg. Derzeit übt man in Salzgitter noch die letzten Handgriffe, dann wird die Produktion sukzessive hochgefahren, richtig großserienfähig wäre man Ende November, Jahreskapazität 15.000 Ecoblues, bei Kunden installiert werden 2010 aber erst mal nur 300, trotz riesengroßer Nachfrage. Aufgebaut ist das BHKW modular, es passt also in jeden Keller und lässt sich ruckzuck montieren. Erdgas ist Brennstoff heute, irgendwann dann Biogas.
Abnehmer, weltweit exklusiv, ist der junge Hamburger Energieversorger Lichtblick. Vermarktet würden die Einheiten als "Zuhausekraftwerke", erläutert Sprecher Ralph Kampwirth: an Kommunen, Wohnbaugesellschaften, Kirchen etc. – Einfamilienhäusler kämen als Kunden nicht in Frage.
Lichtblick übernimmt die Demontage der alten Heizung und den Einbau, Kostenpunkt: 5000 € – das BHKW bleibt allerdings im Besitz der Firma. So, und jetzt kommt's. Sind 100.000 Stück installiert, stehen 2000 MW zur Verfügung, was etwa der Kapazität zweier Atomkraftwerke entspräche. Das wäre auch Deutschlands größtes Gaskraftwerk, in Summe.
Man sieht sich damit als Baustein für die Stromversorgung der Zukunft, denn bei Bedarf wirft die Zentrale so viele Zuhausekraftwerke an, wie gerade gebraucht werden und speist den Strom ins Netz, intelligent gesteuert per Mobilfunk oder DSL – viel rascher, als man klassische Großkraftwerke je anwerfen oder abschalten könnte.
Flugs kompensiert man so also Schwankungen bei der Stromeinspeisung, auch ein griffiger Terminus dafür wurde schon gefunden: Schwarmstrom. Kampwirth: "Viele kleine Einheiten bilden eine große, leistungsfähige Gemeinschaft." Alle Windräder stehen still? Schwarmstrom wehrt der Netzflaute. Auf in die Energiezukunft also. Mit VW statt De Lorean. Hoffentlich bald auch bei uns. (Andreas Stockinger/DER STANDARD/Automobil/30.4.2010)
Ist im Prinzip wie der alte VR6 mit dem planen Zylinderkopf über dem sgn "V"
Hat einen sehr unglücklichen Zündwinkel und ist von der Massenbalace auch nicht das Gelbe vom Ei.
Aber gut, wenn man 8 mal pro Umdrehung einen Arbeitstakt hat, ist der Ungleichförmikeitsgrad eh schon wurscht.
Und was ist da jetzt so toll daran, aus Erdgas elektrische und thermische Energie zu gewinnen?
- Halte es durchaus für sinnvoll einen Teil der Energie"erzeugung" dezentral umzusetzen, da die Erzeugung flexibler an den Verbrauch angepasst werden kann (auch, wenn ein Wirkungsgrad eines großen, modernen Kraftwerks höher ist, als der eines Mini-KWs)
- Ich finde es aber nicht sehr revolutionär Erdgas zu verbrennen um Strom zu erzeugen. Sicher, es entstehen weniger Schadstoffe, als wenn ich Braunkohle verfeuere - aber auch Erdgas ist einfach ein fossiler Brennstoff.
Bei der Stromproduktion fällt Wärme ab ---> Heizung, Warmwasser --> Hoher Wirkungsgrad.
Strom wird lokal produziert ---> Leitungsverluste, typisch ca 50%, werden vermieden.
Der Wirkungsgrad im Sommer fällt allerdings, wohin mit der Wärme? Soviel Heißwasser verbraucht man kaum.
Die Übertragungsverluste in Dreiphasensystemen betragen in Mitteleuropa etwa 6 % der Netzleistung.
Ich weiß nicht, warum so viele Menschen an so hohe Übertragungsverluste glauben.
Von allen Argumenten für eine dezentrale Stromversorgung ist der Übertragungsverlust das schwächste.
Den Sommerbetrieb sehe ich allerdings nicht als Problem. Es ist kein Problem, die tägliche Betriebsdauer an den Wärmebedarf anzupassen. Läuft das Ding in den heißen Sommermonaten halt nur zu Spitzenlastzeiten.
680 kg = 20kW = 27,2 PS
Mein Golf hat 90 PS und ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dass der Motor mehr als 200kg hat.
Wenn man Generator und Wassertank mitrechnet, dann könnten die 680kg schon Sinn machen.
Aber nur 20kW? Das erscheint mir jetzt sehr wenig.
>Vermarktet würden die Einheiten als "Zuhausekraftwerke", erläutert Sprecher Ralph Kampwirth: an Kommunen, Wohnbaugesellschaften, Kirchen etc. – Einfamilienhäusler kämen als Kunden nicht in Frage.<
Wann braucht eine Familie schon eine elektrische Leistung von 20 kW? Das wäre durch Netzeinspeisung zwar kein Problem, aber auch die Heizleistung wäre überdimensioniert.
Das Gewicht ist nicht so wichtig, stimmt. Vor allem, wenn es sich vor Ort zusammenbauen lässt.
KWK rechnet sich nur dann, wenn sie vom Heizbedarf geführt wird. Solche KWs von einer Leitstelle fern zusteuern erlaubt keinen guten Wirkungsgrad. Außerdem muss eine Kühlmöglichkeit eingebaut werden - wahrscheinlich Frischwasser erhitzen und in den Kanal leiten - auch nicht sehr toll.
Da Wärme in einem isolierten Behälter über viele Stunden gespeichert werden kann ist es für den Wärmeverbraucher unwesentlich, zu welcher Tageszeit das Gerät läuft (wie auch bei einem Nachtstrom-Boiler). Tageszeitliche Schwankungen im Strombedarf/-angebot können damit also ohne weiteres ausgeglichen werden.
Es muss lediglich die Summe der Tageseinsätze zum Heizbedarf passen. Und das lässt sich ziemlich einfach aneinander anpassen.
Im Winter werden die Geräte vermutlich großzügiger laufen, vielleicht beim gesamten Tagstrom mithelfen. Im Sommer vermutlich nur kurz zu Mittag, um Spitzenlast abzudecken und etwas Warmwasser zu produzieren.
Wie immer die Planung im Detail aussieht: Eine Fließwasserkühlung ist garantiert nicht vorgesehen.
Nämlich mittelgroße Kohle-, Öl- und GasKW quasi auf im Dauerleerlauf zu halten, und dann bei Bedarf mehr oder weniger aufzudrehen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die KleinKW wesentlich näher am Verbraucher sind, als es GroßKW je sein könnten; das spart einiges an Verlustleistung durch Übertragung & Wandlung. Außerdem bieten GroßKW ein besonderers leckeres Ziel für Terroristen, Hacker & sonstige Spaßvögel, mit einer dezentralen Versorgung bietet man somit weniger Angriffsfläche.
Die Technik mag gewiss nicht perfekt sein, aber sie geht eindeutig in die richtige Richtung. Was die Kühlung betrifft: Man braucht auch im Sommer Heißwasser, und bei 20kW bietet sich zusätzlich auch ein Kühlkreislauf per Wärmepumpe an...
Ich frag mich auch wohin im Sommer mit der Abwärme. An den Wärmebedarf für Warmwasser im Sommer kommt der fürs Heizen im Winter wohl nicht heran - andrerseits ist ja auch der Stromverbrtauch im Sommer wesentlich geringer als im Winter. Es bleibt eigentlich nur eine Kühlung des Wassers wie beim Auto - zumindest bei einer gewissen Anzahl von Standorten. In Summe wird aber wohl der Gesamtwirkungsgrad wesentlich steigen - vermute ich mal. Wie die zentrale Regelung dann funktioniert ist ja auch ein eigenes Thema.
Nicht nur, dass im Sommer weniger Strom verbraucht wird, im Sommer wird durch Wasserkraft auch wesentlich mehr produziert als im Winter. In einem Land wie Österreich mit hohem Wasserkraft-Anteil macht das einiges aus.
Der Sommer ist also hierzulande sowieso tendenziell eher eine Zeit des Stromüberschusses, die BHKWs kann man da getrost abgeschaltet oder auf Sparflamme lassen. Vielleicht zu Mittag mal eine Stunde, um bei der Spitzenlast mitzuhelfen. Das würde dann auch für das benötigte Warmwasser genügen.
Natürlich haben Sie recht - für Österreich. Aber andere Länder hagben nicht solche Vorteile in der Stromerzeugung. Da soll es zB auch Ersatz für die alten Atomkraftwerke geben. Und in Europa kommt ja überall der Strom aus der selben Steckdose ;-)
http://www.lichtblick.de/h/Zuhause... rk_285.php
Es wird hier gleich zu Beginn von einer HEIZUNG gesprochen, die Stromproduktion ist der Nebennutzen.
Natürlich KÖNNTE das System auch zum Decken von Grundlast und damit als AKW-Ersatz verwendet werden. Das wäre allerdings höchst unökonomisch, weil man damit den großen Vorteil des blitzschnellen Hoch- und Runterfahrens verschenken würde.
Das wäre, als würde man einen Tesla Roadster als Möbel-Ferntransporter verwenden. Zwar möglich, aber unsinnig.
Das war in der Vergangenheit nicht wirtschaftlich. Sind die Standzeiten der Gas-Motoren nun signifikant höher geworden? Oder haben die Techniker die Hoffnung auf Stirling und Brennstoffzelle aufgegeben?
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