Komitee soll als ersten Schritt Monitoring-Strategie entwickeln - Zivilschutzchef drängt auf europäisches Schutznetz
Rom - Italiens
Zivilschutzchef Guido Bertolaso hat angekündigt, die italienischen Vulkane genauer unter
die Lupe nehmen zu wollen. Anfangen will er mit einer Gruppe von Vulkanen unter dem
Meeresspiegel, über deren Eruptionspotenzial die Wissenschafter nur wenig
wissen. "Eine Gruppe dieser Vulkane befindet sich im Thyrrenischen Meer vor Neapel,
eine andere im Kanal von Sizilien. Es sind insgesamt 13 Vulkane, die wir jetzt
im Rahmen eines mit dem nationalen Forschungszentrum CNR entwickelten Projekts
mit Sonaranlagen genau lokalisieren und überprüfen werden. Wir wollen
feststellen, ob eine Tsunami-Möglichkeit besteht. Wir beginnen mit der Bildung
eines internationalen Komitees, an dem sich die namhaftesten Experten für
Meeresvulkane beteiligen. Sie werden eine Strategie für das Monitoring der
Meeresvulkane entwickeln", erklärte Bertolaso.
Die Lage am Ätna wird genau kontrolliert. "Wir verfügen über die
fortgeschrittensten Messsysteme der Welt. Auch die Asche, die der Vulkan
ausspeit, wird ständig geprüft. Der Ätna hat in der Vergangenheit auf Sizilien
für Probleme im Luftverkehr gesorgt. Wegen eines zweiwöchigen Ascheregens musste
der Flugraum über Sizilien und Malta im Jahr 2002 geschlossen werden", so
Bertolaso.
Vesuv
Als gefährlichster Vulkan Italiens gilt der Vesuv, der seit 1944 still liegt,
laut Statistiken jedoch bald wieder explodieren könnte. Die letzte explosive
Eruption im Jahr 1631 hatte den Tod von 4.000 Menschen zur Folge. "Der Vesuv
stellt eine beträchtliche Gefahr für die circa 650.000 Menschen dar, die in
seiner unmittelbaren Nähe leben. 2,5 Millionen Personen leben im Großraum rund
um den Vulkan. Es gibt
keine Prognosen mit wissenschaftlich absoluter Sicherheit was die Eruption eines
Vulkans betrifft. Daher arbeitet der Zivilschutz an einem Evakuierungsplan für
die Bevölkerung im Fall eines Vesuvausbruchs", erklärte der
Zivilschutzchef.
Bertolaso drängt auf die Gründung eines europäischen Netzes zum Schutz der
Bürger. "Ihr Leben hängt mehr denn je von einem soliden Netz von
grenzüberschreitenden Sicherheitssystemen ab. Gemeinsame Prozeduren sind notwendig, um Leben zu
retten und Schäden einzudämmen", so
der Zivilschutzchef. (APA)