Unterwasservulkane im Forschungsvisier

2. Mai 2010, 18:24
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Komitee soll als ersten Schritt Monitoring-Strategie entwickeln - Zivilschutzchef drängt auf europäisches Schutznetz

Rom - Italiens Zivilschutzchef Guido Bertolaso hat angekündigt, die italienischen Vulkane genauer unter die Lupe nehmen zu wollen. Anfangen will er mit einer Gruppe von Vulkanen unter dem Meeresspiegel, über deren Eruptionspotenzial die Wissenschafter nur wenig wissen. "Eine Gruppe dieser Vulkane befindet sich im Thyrrenischen Meer vor Neapel, eine andere im Kanal von Sizilien. Es sind insgesamt 13 Vulkane, die wir jetzt im Rahmen eines mit dem nationalen Forschungszentrum CNR entwickelten Projekts mit Sonaranlagen genau lokalisieren und überprüfen werden. Wir wollen feststellen, ob eine Tsunami-Möglichkeit besteht. Wir beginnen mit der Bildung eines internationalen Komitees, an dem sich die namhaftesten Experten für Meeresvulkane beteiligen. Sie werden eine Strategie für das Monitoring der Meeresvulkane entwickeln", erklärte Bertolaso.

Die Lage am Ätna wird genau kontrolliert. "Wir verfügen über die fortgeschrittensten Messsysteme der Welt. Auch die Asche, die der Vulkan ausspeit, wird ständig geprüft. Der Ätna hat in der Vergangenheit auf Sizilien für Probleme im Luftverkehr gesorgt. Wegen eines zweiwöchigen Ascheregens musste der Flugraum über Sizilien und Malta im Jahr 2002 geschlossen werden", so Bertolaso.

Vesuv

Als gefährlichster Vulkan Italiens gilt der Vesuv, der seit 1944 still liegt, laut Statistiken jedoch bald wieder explodieren könnte. Die letzte explosive Eruption im Jahr 1631 hatte den Tod von 4.000 Menschen zur Folge. "Der Vesuv stellt eine beträchtliche Gefahr für die circa 650.000 Menschen dar, die in seiner unmittelbaren Nähe leben. 2,5 Millionen Personen leben im Großraum rund um den Vulkan. Es gibt keine Prognosen mit wissenschaftlich absoluter Sicherheit was die Eruption eines Vulkans betrifft. Daher arbeitet der Zivilschutz an einem Evakuierungsplan für die Bevölkerung im Fall eines Vesuvausbruchs", erklärte der Zivilschutzchef.

Bertolaso drängt auf die Gründung eines europäischen Netzes zum Schutz der Bürger. "Ihr Leben hängt mehr denn je von einem soliden Netz von grenzüberschreitenden Sicherheitssystemen ab. Gemeinsame Prozeduren sind notwendig, um Leben zu retten und Schäden einzudämmen", so der Zivilschutzchef. (APA)

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    Nicht immer bleibt die Aktivität von Unterwasservulkanen (hier im Bild der Kavachi im Gebiet der Salomonen) unter der nassen Decke des Meeres - gefährlicher als etwaige Eruptionswolken könnte in solchen Fällen aber die Entstehung eines Tsunamis sein.

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    Der Ätna im Jänner ... dieser Vulkan steht bereits unter ständiger Beobachtung.

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