Gemeinsam in Richtung Idealfigur

29. April 2010, 16:56
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    foto: rudolf skarics www.laggers.at

    Leichtbau, Sicherheit, Kombination mit anderen Werkstoffen, neue Antriebskonzepte: Die Herausforderungen an Stahl werden immer vielfältiger. Also wird im VOEST-Gebäude eifrig geforscht, zur Zukunftssicherung.

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    Längsträger, von der Voestalpine in einem Spezialverfahren hergestellt.

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    Wie immer ein Bauteil durch Gewalteinwirkung verformt wird, Nieten oder Schweißnähte dürfen nie reißen.

Im Projekt "Future Steel Vehicle" entwirft die Voestalpine mit anderen großen Stahlherstellern eine neue Karosserie-Architektur für künftige Antriebskonstellationen

Als Audi 1994 den A8 in Vollaluminium-Bauweise präsentierte, wurden die Stahlhersteller nervös. Einige von ihnen taten sich also zusammen und gründeten ein Konsortium zur Erforschung der idealen Stahlkarosserie. Das Projekt hieß ULSAB und führte zu enormen Qualitätsfortschritten, beispielsweise 25 Prozent weniger Gewicht bei deutlich größerer Festigkeit und Steifigkeit. Heute könnte ohne entsprechend unterschiedliche Stahlqualitäten an der jeweils richtigen Stelle niemand mehr einen Crashtest bestehen.

Jetzt ist die Stahlindustrie wieder gefordert: Einerseits verlangt die Gewichtsoptimierung nach immer neuen Verbindungstechniken für unterschiedlichste Materialien, gleichzeitig ist mitunter überhaupt eine neue Architektur des Fahrzeugaufbaus gefragt, Stichwort Elektroauto. So gibt es mittlerweile wieder eine weltumspannende Forschungskooperation, an der neben der Voestalpine ein überwiegender Teil der Stahlhersteller teilnimmt. Diesmal heißt das Projekt "Future Steel Vehicle", und es beschäftigt sich damit, wie das Auto der Zukunft unter stark veränderten Rahmenbedingungen beschaffen sein muss.
Das Gewicht der nackten Stahlstruktur will man noch einmal um 35 Prozent verringern. Als Verbesserungspotenzial beim Fahrzeug-Gesamtgewicht erwartet man rund 25 Prozent. Die Fäden von Future Steel Vehicle laufen beim global agierenden Engineering-Dienstleister EDAG zusammen, mit Sitz in Fulda, Deutschland. War bei bisherigen Projekten die Ausgangsbasis relativ einfach, nämlich der Verbrennungsmotor als Antriebsquelle, ist die Herausforderung diesmal schon vielfältiger, denn die unterschiedlichsten Antriebskonzepte wollen berücksichtigt sein. Der Verbrennungsmotor wird wohl auch 2020 noch eine wichtige Rolle spielen. Dazu kommen immer mehr Hybridautos. Aber auch Elektroautos mit Batterien, mit oder ohne Range Extender, werden sich vermehren, und schließlich soll auch die Brennstoffzelle nicht außer Acht gelassen werden.

Zwei Mustertypen
Deshalb hat man sich entschlossen, zwei Karosseriemuster zu entwickeln: einen kurzen fünftürigen Kompaktwagen und eine klassische Limousine der Mittelklasse. Die Fortschritte beim Gewicht dürfen natürlich auch künftig nicht mit Nachteilen bei der Sicherheit erkauft werden. Ganz im Gegenteil: Neue Antriebstechnologien erfordern auch im Karosseriebau völlig neue Ansätze.

Für das ehrgeizige Vorhaben steht eine ganze Reihe mittlerweile hoch entwickelter Technologien in der Stahlverarbeitung zur Verfügung, Stichworte: Presshärtende Stähle, Taylored Blanks, Rollprofilieren. Jetzt geht es darum, die hochmodernen Fertigungstechniken auch am ganzen Fahrzeug optimal einzusetzen. Im Vordergrund steht natürlich, die Vorzüge von Stahl im Karosseriebau zu betonen, Tatsache ist aber auch, dass die Autoindustrie schon ziemlich raffiniert ist in der Kombination von Werkstoffen.

Ein Premium-Stahlhersteller wie die Voestalpine darf sich auch nicht davor fürchten, mit anderen Metallen oder Verbundwerkstoffen in Berührung zu kommen. So ist es gelungen, sogar Stahl und Aluminium miteinander zu verschweißen. Das hat unter anderem den Vorteil, dass eine B-Säule aus extrem hochfestem Stahl direkt mit einem Dach-Querträger aus Aluminium verbunden werden kann, was sonst große Schwierigkeiten bereiten würde. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/30.4.2010)

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Rob Anybody
03
30.4.2010, 15:38
Hanf

ist die Lösung.

Extrem fester Faserwerkstoff!

Und wenn die Karosserie einem nicht mehr gefällt, kann man sie immer noch rauchen.

DieWahrheitistdenMenschenzumutbar
03
29.4.2010, 21:51
leider keine Lösung SUTs zu optimieren

Auch wenn das komisch klingt SUTs um 100kg leichter zu machen, bringt in Summe gar nichts. Solange die Längsträger jedes andre Fahrzeug aufspiessen muss dort übermäßig in Eigenschutz und damit Masse investiert werden. Besser wäre ein Zwang SUVs und die noch gefährlicheren SUTs mit Energie-verzehrenden Strukturen auszurüsten- also quasi weicher zu machen- auch wenn diese dadurch schwerer würden. Dadurch dass die Menschen dann wieder mehr Vertrauen zu kleineren Fahrzeugen bekommen könnte man in Summe viel mehr Sprit bzw. CO2 sparen. Und irgendwann werden die SUX und Panzerlimousinen hoffentlich aus unseren Städten ganz verschwunden sein.

nouriel roubini
01
29.4.2010, 19:06


spannend ... und wie kommt man von den 2t bei suv's runter?

salaam aleikum
01
29.4.2010, 17:24
KRAWUTZIKAPUTZI

....Tailored Blanks, TEchnik der 90er, gefunden vom Standard 2010 - Gratulation.

Die Stahlindustrie hat es dringend nötig, solche Kompetenzcentren und Vorzeigeprojekte zu betreiben, damit Ihr nicht die Felle wegschwimmen.

Das Hauptproblem aller Fahrzeuge ist nämlich in erster Linie deren Gewicht, und das geht immer noch nach oben.

Es wird aber ein Umdenken geben müssen, wenn sich hier etwas ändern soll. Die Größe eines Lieferwagens oder eines 7-Sitzers kann ich nämlich nur sehr beschränkt verringern bzw ändern.

Verbundwerkstoffe würden sich anbieten, oder eben eine verstärkte konstruktive Entwicklung schon vorhandener Techniken - deren Lebensdauer aber wohl enden wollend erscheint.

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