Netanyahu verhindert Rechtsruck innerhalb seiner Likud-Partei

30. April 2010, 08:18

Mit Satzungsänderung Votum über Schlüsselposten verschoben

Jerusalem - Der israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu hat einen Rechtsruck seiner konservativen Likud-Partei verhindert. Bei der Abstimmung der 2525 Mitglieder des Zentralkomitees seiner Partei über eine Satzungsänderung votierten am Donnerstag mehr als 70 Prozent für eine Verschiebung der eigentlich im Mai anstehenden Parteiwahlen. Sie sollen nun erst Ende kommenden Jahres stattfinden.

"Dies ist ein wichtiger Erfolg, der beweist, dass der Likud eine seriöse Partei ist", sagte Netanyahu. Er hatte sich für die Verschiebung der Parteiwahlen stark gemacht, um die Bemühungen um eine Wiederaufnahme des Nahost-Friedensprozesses nicht zu gefährden.

Der Regierungschef befürchtete bei einer Abstimmung über die Führungsposten im Likud eine Stärkung der ultra-nationalistischen Kräfte etwa um den Abgeordneten Moshe Feiglin, die in der Frage des umstrittenen Siedlungsbaus zu keinen Zugeständnissen bereit sind. Einer der wichtigsten Streitpunkte zwischen Israel und den Palästinensern ist der Bau neuer jüdischer Wohnungen im arabischen Ostteil Jerusalems.

Likud 1977 erstmals in der Regierung

Der Likud-Block entstand 1973 durch den Zusammenschluss mehrerer rechtsgerichteter Parteien und übernahm nach dem Sieg bei den Parlamentswahlen 1977 erstmals die Regierung. Eigentlicher Kern war die Herut-Partei von Menachem Begin. Der frühere Regierungschef Ariel Sharon spaltete den Likud durch Gründung der Kadima-Partei, die jetzt in der Opposition ist.

In Israel wird bereits für Anfang Mai mit der Aufnahme indirekter Friedensgespräche mit den Palästinensern gerechnet. Wie Netanyahu erklärte, soll der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas Bereitschaft gezeigt haben, den Dialog wieder aufzunehmen. Dem israelischen Fernsehsender Channel 2 hatte Abbas am Montagabend gesagt, er werde am Samstag die neuen Vorschläge der US-Regierung der Arabischen Liga präsentieren, "wir hoffen, dass die Antwort positiv sein wird". Die israelischen Medien hatten übereinstimmend berichtet, dass die Regierung Bauvorhaben für die Dauer von vier Monaten de facto einfrieren, dies aber nicht öffentlich zugeben werde. Offiziell lehnt die israelische Regierung einen Baustopp ab. Abbas hatte auf dem letzten Gipfel der Arabischen Liga in Libyen auch indirekte Gespräche mit Israel unter US-Vermittlung ausgeschlossen, solange die israelischen Siedlungsaktivitäten in den besetzten Gebieten weitergingen. (APA/dpa)

AntiFa201
23
oh, super! dafür hat der faschist den nobelpreis verdient...

Ava Tar
45
Rechtsruck, wie witzig

die Mitte des Likud heißt seit 2005 Kadima, links war nie was - also wie soll der Rest denn bitte nach rechts rucken ? Dort sind die doch seit ewig. Likud entstand durch einen Zusammenschluß rechter Parteien!

venere nera
11

echt erstaunlich! nach rechts scheint es keine grenzen zu gebe! wenn die so weitermachen, kommen sie irgendwann ganz links wieder raus. so geht es manchen linken ja, die haben es geschafft, mit neonazis und ähnlichem gesindel auf den gleichen demos zu sein ;-)

eiskalter Eiszapfen
33
30.4.2010, 23:56
So ein Guter! Ich bin gerührt!

Wo ist der nächste Lobesartikel über diese großartigen Friedensfreunde. Ich kann gar nicht genug davon verschlingen.

eiskalter Eiszapfen
11
Aha, nach 24 Stunden liest keiner mehr die alten Artikel

Wieder was gelernt. Dann dürfen sarkastische Artikel über den Judenstaat freigeschaltet werden. Interessante Zensurpolitik.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.