MacBook Pro: Mehr Power, längerer Atem

2. Mai 2010, 13:53
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Intel Core i5-Chip und Nvidia-Grafik machen das MacBook Pro 15 Zoll zum Leistungspaket mit hohem Preis

Mitte April hat Apple seiner MacBook Pro-Linie ein Update spendiert. Alle drei Geräte - 13, 15 und 17 Zoll - wurden erneuert. Vor allem die Ausstattung der 15- und 17-Zöller wurde einer Generalüberholung unterzogen - mit den neuen Intel-CPUs Core i5 und Core i7 (Arrandale, die mobile Variante des Nehalem-Chips) und zwei Grafikprozessoren, zwischen denen automatisch je nach Anforderung gewechselt wird. Apple verspricht mehr Leistung und längere Akkulaufzeiten. Das MacBook Pro 15 Zoll mit 2,4 GHz Intel Core i5-Prozessor ist das günstigste Notebook der MacBook-Leistungsklasse. Ob es hält, was man in Cupertino vollmundig verspricht, zeigt der WebStandard-Test.

Ausstattungsvarianten

Den Namen MacBook Pro trägt seit geraumer Zeit die gesamte Alu-Unibody-Serie vom 13 Zöller mit Core 2 Duo bis zum 17-Zoll-Modell mit den neuen Arrandale-Prozessoren. Die kleinen Modelle sind aufgrund ihrer schwächeren CPUs und Grafikprozessoren (neu seit April: Nvidia GeForce 320M) für mobiles Arbeiten ohne grafikintensive Anwendungen gedacht. Das 17-Zoll-Modell ist ein klassisches Desktop-Replacement, das in maximaler Konfiguration mit Core i7-Chip mit 2,66 GHz für Grafikprofis geeignet ist. Dazwischen ist das 15-Zoll-Modell angesiedelt, dessen Ausstattung es ebenfalls für den Desktop-Ersatz für grafikintensive Anwendungen prädestiniert. Das etwas kleinere Display macht es im Preisverhältnis attraktiver als den 17-Zöller und natürlich auch mobiler - die Konfigurationsmöglichkeiten sind zudem umfangreicher, sofern kein ExpressCard-Steckplatz benötigt wird, den nur das 17-Zoll-Modell mitbringt.

Solid State gegen Aufpreis

In der Grundkonfiguration bietet das Einsteigermodell der 15-Zoll-Reihe 320 GB Festplattenspeicher (Serial ATA 5400 rpm). Optional kann auf eine 500-GB-Festplatte entweder mit 5400 rpm oder auf das flottere Modell mit 7200 rpm aufgerüstet werden, wofür man 90 bzw. 135 Euro mehr zahlen muss. Auf Wunsch können auch Solid State Disks eingebaut werden. Die günstigste Variante schlägt hier jedoch mit einem Plus von 270 Euro für 128 GB zu Buche. Als Arbeitsspeicher kommen wahlweise vier oder acht GB 1066MHz DDR3 SDRAM zum Einsatz.

Grafik mal zwei      

Beim 15-Zoll-Modell ebenso wie beim 17-Zöller setzt Apple auf den Nvidia GeForce GT 330M Grafikprozessor. Das 15-Zoll-Modell mit 2,4 Ghz verfügt über 256 MB GDDR3-Speicher. Zusätzlich hat Apple einen Intel HD-Grafikprozessor mit 256 MB DDR3 SDRAM - geteilt mit dem Hauptspeicher - integriert. Für einfache Anwendungen wie Textbearbeitungsprogramme reicht die Intel-Grafik aus. Bei sehr grafikintensiven Anwendungen wie Spielen oder Bild- und Videobearbeitungsprogrammen, auch beim Anschluss eines externen Monitors schaltet das Gerät automatisch auf die Nvidia-Lösung um. Konkret erfolgt der Wechsel wenn OpenGL, OpenCL, Quartz Composer, Core Animation oder Core Graphics zum Einsatz kommen. Der User bemerkt davon nichts, kann den automatisch Wechsel jedoch in den Einstellungen abschalten. Apple hat dafür eine eigene Switching-Technologie für Mac OS X entwickelt, die jedoch nicht mit Windows funktioniert.

Nase vorne bei Benchmark-Tests

Mit der neuen Nvidia-Grafik und den Core i5-Chips hat das Einsteigermodell mit 15-Zoll-Display gegenüber Vorgängermodellen ordentlich an Fahrt gewonnen. Photoshop CS5 (Beta) besipielsweise startete im Test schnell und läuft einewandfrei. Selbst bei mehreren geöffneten, großen Bildern schafft das Gerät Funktionen wie Zoomen und umfangreichere Bearbeitungen problemlos. Auch für Spieler wird das MacBook Pro damit interessiert, wenn es auch noch hinter der Performance von Desktops liegt. Zudem verfügen die Arrandale-Prozessoren über einen integrierten Speichercontroller für den direkten Zugriff des Prozessors auf den Arbeitsspeicher. Von Anandtech veröffentlichte Benchmarks zeigen, dass das Gerät bei fast allen Tests im Spitzenfeld liegt.

Akkulaufzeit

Die Batterielaufzeit gibt Apple für das 15-Zoll-Modell mit acht bis neun Stunden an. Im Test konnten bei etwa halber Display-Helligkeit und ressourcenschonenden Aufgaben wie Surfen auf einfachen Websites (Flash-Games sollten es nicht unbedingt sein) immerhin sieben Stunden erreicht werden. Wird das Display allerdings auf eine Helligkeitsstufe gestellt, die dem Auge besser verträglich ist, schmilzt der Statusbalken des Akkus schneller dahin. Bei zwei Drittel der Helligkeit, was bei normalen Lichtverhältnissen ausreichend ist, und Arbeiten in Word schafft das Notebook etwa vier Stunden. Kommen Videos, Spiele oder eine hohe Helligkeitsstufe muss man sich mit zwei bis drei Stunden begnügen. Damit können die angepriesenen Laufzeiten (Apple sichert sich hier ohnehin mit einem abschwächenden "bis zu" ab) zwar nicht erreicht werden, im Vergleich zu Vorgängermodellen ist es jedoch eine ordentliche Verbesserung. 

Warm aber leise

Dass das Gehäuse bei längerer Nutzung sehr heiß wird - wie Engaget bei im Test der Core i7-Modells beobachtet hat - konnte beim Core i5-Gerät teilweise nachvollzogen werden. Nach Messungen des iStat nano Widgets erreichte die CPU bei intensiveren Arbeiten und Spielen über mehrere Stunden zwar eine Temperatur von 70 Grad, der Gehäuseboden blieb jedoch im erträglichen Temperaturbereich. Heiß wurde das Gerät im Rahmenbereich über der Tastatur, wo sich der Netzanschluss befindet. Das warme Gehäuse ist wohl ein Opfer, das man dafür bringen muss, dass die Lüfter des MacBook Pros nahezu geräuschlos laufen.

Display

Am Gehäuse hat Apple nichts geändert. Das Unibody-Design ermöglicht zwar einen Wechsel von Harddisk und Arbeitsspeicher, der Akku ist jedoch fix integriert. Nach Angaben von Apple sollte er 1.000 Ladezyklen mitmachen. Das 15,4 Zoll große Display bietet eine Auflösung von 1440 x 900 Pixeln mit LED-Hintergrundbeleuchtung. Für einen Aufpreis von 90 Euro gibt es ein Hi-res-Display mit 1680 x 1050 Pixeln. Optional kann der glossy Screen auch gegen ein blendfreies Display gewechselt werden. Allerdings muss man dafür 135 Euro dazu zahlen. Die Option besteht wie auch zuvor nur bei 15- und 17-Zoll-Modellen. Die Hochglanzanzeige kann sich bei Lichtquellen im Hintergrund schnell in einen Spiegel verwandeln. Dass man vor allem bei dunklen Display-Inhalten eine andere Position suchen muss, ist ein Minuspunkt.

Anschlüsse

Auf der linken Gehäuseseite befinden sich der MagSafe Netzanschluss, ein Gigabit-Ethernet-Anschluss, eine FireWire 800-Schnittstelle, ein Mini DisplayPort, zwei USB 2.0 Anschlüsse, ein Steckplatz für SD-Karten sowie Audioein- und -ausgang. Auf der rechten Gehäuseseite ist das 8x SuperDrive (DVD±R DL/DVD±RW/CD-RW) und der Anschluss für eine Kensingtin-Diebstahlsicherung. Wie in den Vorgängermodellen auch besitzt das neue MacBook Pro ein Glastrackpad für Multitouch-Eingaben.

Das richtige Notebook?

Die Vorteile des MacBook Pro 15 Zoll sind schnell aufgelistet: gute Performance, lange Akkulaufzeit, ein robustes Gehäuse und eine optimal auf die Hardware abgestimmtes Betriebssystem. Bestens geeignet ist das Gerät für User, die von einem Einsteiger-MacBook (die auch mit ein paar Jahren am Buckel noch gute Wiederverkaufspreise erzielen) in die Profklasse wechseln wollen. Der Preis ist mit 1.749 Euro jedoch bereits für die Grundkonfiguration sehr hoch - Studenten in Österreich erhalten via Apple on Campus übrigens das gesamte Jahr über einen Rabatt von zwölf Prozent auf Macs.

Wer ein Notebook mit ähnlicher Hardware-Ausstattung benötigt, allerdings auf Mac OS X und das Unibody-Design verzichten kann, ist mit einem Laptop mit Windows 7 von Lenovo oder Dell besser beraten. Bei Apple zahlt man nach wie vor einen ordentlichen Batzen Geld für die Marke mit. (Birgit Riegler/derStandard.at, 2. Mai 2010)

  • Mitte April hat Apple seine MacBook Pro-Serie überarbeitet mit neuen Prozessoren und neuen Grafikkarten
    foto: apple

    Mitte April hat Apple seine MacBook Pro-Serie überarbeitet mit neuen Prozessoren und neuen Grafikkarten

  • Anschlüsse des MacBook Pro 15 Zoll
    foto: apple

    Anschlüsse des MacBook Pro 15 Zoll

  • Am Unibody-Gehäuse aus Aluminium hat Apple nichts verändert
    foto: apple

    Am Unibody-Gehäuse aus Aluminium hat Apple nichts verändert

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