Zweiwöchige Rund-um-die-Uhr-Überwachung abgeschlossen - Prahlad Jani bleibt vorerst ein Rätsel
Ahmedabad - Der extrem asketisch lebende Sadhu mit Namen Prahlad Jani, der nach eigenen Angaben seit mehr als 70
Jahren weder Nahrung noch Wasser zu sich genommen hat, gibt Ärzten weiterhin Rätsel auf. In einer Klinik in Ahmedabad im westindischen Bundesstaat Gujarat hatten
sich in den vergangenen zwei Wochen rund 30 Ärzte um den 83-jährigen Hindu
gekümmert - und ihn zugleich rund um die Uhr überwacht.
Während des Krankenhausaufenthalts, der am Donnerstag zu Ende ging, hat
Jani den ärztlichen Angaben zufolge wiederum nichts gegessen und getrunken. Mit
Flüssigkeit sei er nur beim Gurgeln und Baden in Berührung gekommen,
teilte der Leiter des staatlichen Verteidigungsinstituts (DIPAS), G.
Ilavazahagan, mit. Außerdem habe Jani weder Kot noch Urin ausgeschieden.
Hintergrund
Das Institut hatte die Untersuchung deshalb veranlasst, weil man sich Erkenntnisse
für das Überleben im Katastrophenfall beziehungsweise unter extremen
Stressbedingungen erhoffte. Verwertbares ist bislang allerdings noch nicht herausgekommen: "Wir wissen immer noch nicht, wie er überlebt", bekannte der Neurologe
Sudhir Shah nach dem Ende der zweiwöchigen Rund-um-die-Uhr-Überwachung Janis. "Es bleibt ein Rätsel, was für ein Phänomen er ist."
Der dem sogenannten "Lichtfasten" verschriebene Sadhu selbst, der inzwischen wieder in sein Heimatdorf in Gujarat zurückgekehrt ist, hat angegeben, aus Meditation Kraft zu schöpfen. Zudem habe ihn eine
Gottheit gesegnet, als er acht Jahre alt gewesen sei - seitdem brauche
er nichts mehr zu essen.
Ausgetrickst?
2003 war Prahlad Jani bereits einmal untersucht worden. Im Verlauf von zehn Tagen habe er weder Nahrung noch
Wasser zu sich genommen und auch weder Kot noch Urin ausgeschieden, wie
die ihn überwachenden Ärzte damals erklärten. Allerdings wurde in den zehn Tagen auch
ein leichter Gewichtsverlust festgestellt, was verständliche Zweifel an
Janis selbsterklärtem "Lichtfasten" weckte.
Und ob Trick oder erstaunliche Fähigkeit: Wie auch immer der Sadhu die damalige Untersuchung überstand - es hat auch jetzt wieder fuktioniert. Und das, obwohl die heurigen Tests nicht nur länger, sondern auch umfangreicher waren. Körper- und Gehirnfunktionen wurden gemessen, eine DNA-Analyse sowie Hormon- und Enzymtests durchgeführt. Letzter Hoffnungsschimmer für die rätselnden Ärzte: Einige Ergebnisse werden erst in einigen Wochen vorliegen. (APA/red)