EU-Parlament

Ausweitung der Arbeitszeit für Lkw-Lenker abgelehnt

28. April 2010, 16:08

Grüne: Sicherheit auf Straßen Europas wurden "über reines Gewinninteresse" gestellt

Brüssel  - Mit überraschend klarer Mehrheit von 30 gegen 19 Stimmen wurde im Beschäftigungsausschuss des EU-Parlaments am Mittwoch eine Ausweitung der Arbeitszeit für Lkw-Lenker abgelehnt. Die SPÖ-Europaabgeordnete Evelyn Regner zeigte sich erfreut, dass damit auch den "untergriffigen Taktiken" durch Scheinbeschäftigung von Lkw-Lenkern ein Riegel vorgeschoben wurde. In Österreich habe ja bereits die Wirtschaftskammer erkannt, dass derartige Praktiken mittelfristig das Geschäft der eigenen Klientel "zusammenhaut".

Dies habe sich bereits früher schon im Baugewerbe gezeigt. "Da waren Bauunternehmer, die sich an die Regeln gehalten haben und sich gegen eine Baumafia zur Wehr setzen mussten". Jedenfalls müsse sich die EU-Kommission, die selbstständige Lkw-Fahrer aus der Arbeitszeitrichtlinie ausnehmen wollte, nun etwas überlegen, so Regner. Bereits in der Richtlinie von 2002 sei ja die Gleichbehandlung von selbstständigen und unselbstständigen Lkw-Fahrern enthalten. Diese Richtlinie sollte endlich angewendet werden, hier seien einige Staaten noch säumig. Und dann solle die Kommission eine Evaluierung der sozialen Auswirkungen vornehmen. Erfreut zeigte sich Regner auch darüber, dass offenbar ein "Sinneswandel" in der Europäischen Volkspartei stattgefunden habe. Das Engagement der Gewerkschaft habe Früchte getragen.

Die Grüne EU-Abgeordnete Eva Lichtenberger sprach wiederum von einem Erfolg bei den Arbeitszeiten im Straßentransport. Damit könne nun ein Chaos für Fernfahrer aufgrund übermäßiger Arbeitszeit abgewendet werden. Der Ausschuss habe sich heute erneut dafür ausgesprochen, die Sicherheit auf den Straßen Europas "über reines Gewinninteresse" zu stellen. Im viel durchfahrenen Österreich wäre Sozialdumping auf den Straßen ein hohes Risiko.

Der sozialpolitische Sprecher der CDU/CSU-Gruppe im EU-Parlament, Thomas Mann, die Ablehnung des Kommissionsvorschlags, Selbstständige aus der Richtlinie auszunehmen. Dies sei das falsche Signal. "Selbstständige Kraftfahrer haben in der Arbeitszeitrichtlinie nichts zu suchen. Es könnten rasch weitere Gruppen folgen. Ich rate, weg von diesem Präzedenzfall."(APA)

 

 

 

Martha B.
00
10.5.2010, 11:43
Hat in der Praxis auch Tücken,

und zwar vor allem im Nahverkehr: Wenn ein Lenker seine maximale Fahrzeit erreicht hat, aber nur noch z.B. 5 km vor seiner Firma ist, muss er trotzdem stehenbleiben und z.B. 50 Minuten Pause machen, obwohl er in 10 Minuten zu Hause wäre und dann Feierabend machen könnte. zuwiderhandlungen werden bestraft. Sehr sinnvoll!

139389
00
17.5.2010, 15:57

Ich bin mir sicher es gibt Toleranzen (wie überall). Nur sind halt die LKW-Fahrer zu 99% zu dämlich dies auch irgendwie zu managen.

Übrigens:

WEG mit den LKW von der Strasse!!!!!!!!!!

theBORG
00
13.5.2010, 09:58

Und was würden sie dagegen machen? Ausnahmeregelungen? Toll, dann werden diese wieder ausgenutzt.

Denken, dann schreiben.

1116er
00
vermutlich kam der vorschlag

von geisteskranken lobbyisten (ob abgeordnete, regierungsmitglieder oder 'normale' lobbyisten ist eh egal), bezahlt von gierigen, ihre mitarbeiter ausbeutenden, die öffentliche sicherheit gefährdenden frachtunternehmern.

Chrifa
01
... Ablehnung des Kommissionsvorschlages...

Bitte, welcher Geisteskranke hat so etwas überhaupt vorgeschlagen? - abgesehen davon, dass die Einhaltung der Lenk - und Arbeitszeiten in Straßengüterbeförderungsgewerbe ohnehin kaum kontrolliert wird.

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