Burnout soll anerkannte Berufskrankheit werden

40 Prozent der Wiener Lehrer sprechen von eingeschränkter Gesundheit - Bei der zweiten "Road to Health" werden Pädagogen in Gesundheitsfragen beraten

Wien - Obwohl Stress, Lärmbelastung und Burnout bei Lehrern seit langem zum täglichen Vokabular gehören, gebe es noch immer keinen Katalog mit anerkannten Berufskrankheiten für Pädagogen, kritisierten Personalvertreter am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Die Folge: Lehrer, die wegen "Dezibelwerten wie auf einem Flugfeld" oder Überlastung durch berufsbedingten Stress an Burnout leiden, können nicht in Vorruhestand gehen, so Andreas Postmann vom Zentralausschuss der Wiener Landeslehrer.

"Aber was mache ich mit einem Lehrer mit Burnout? Das sind ja keine Schulflüchter. Sie wollen unterrichten, aber können nicht mehr", betonte Postmann (Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen, FSG) anlässlich der zweiten "Road to Health", bei der Wiener Pflichtschullehrer am Mittwoch und Donnerstag in Gesundheitsfragen beraten werden.

"Selbstzerstörerische" Pflichterfüllung der Lehrer

Lehrer würden zu wenig auf ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden achten, so Postmann. Viele gingen etwa aus "fast selbstzerstörerischer" Pflichterfüllung krank in die Schule. Laut Untersuchungen sprechen 40 Prozent der Wiener Lehrer davon, dass ihre subjektive Gesundheit eingeschränkt sei, sagte Thomas Bulant, Vorsitzender der FSG-Pflichtschullehrer. Dafür macht er nicht nur das individuelle Gesundheits- und Risikoverhalten verantwortlich, sondern vor allem die Rahmenbedingungen der Schule in Ballungsräumen: Die Arbeit der Lehrer werde gering geschätzt, die Schularchitektur entspreche nicht den pädagogischen Ansprüchen und es fehle an Supervision.

Lehrer seien "keineswegs beneidenswerte Halbtagsjobber", hob auch Andreas Fischer hervor, der zwischen 2000 und 2006 die Potsdamer Studie mitverfasst hat. Dabei wurde die Arbeitssituation von 16.000 deutschen Lehrern und 1.500 Lehrern aus anderen Ländern untersucht. In der Folge wurde ein Instrument erarbeitet, mit dem die Arbeitsverhältnisse an Schulen (pädagogische Arbeit, sachliche und organisatorische Voraussetzungen, soziale Beziehungen) analysiert werden können. Auf Basis der Ergebnisse können, so Fischer, die Schulleiter gesundheitsfördernde Maßnahmen anbieten. Das Problem dabei: "Diejenigen, die die Maßnahmen am meisten bräuchten, nutzen sie am wenigsten, weil sie aus verschiedenen Gründen dazu nicht in der Lage sind." Schulen müssten daher von vorneherein eine Arbeitssituation schaffen, die die Belastungen der Lehrer verringert und "stimulierende und motivierende Voraussetzungen schaffen".

Buch über beschwerlichen Berufsalltag

Mit der "Road to Health" wollen FSG und die Österreichische Beamtenversicherung (ÖBV) Lehrern Beratung in Gesundheitsfragen bieten, ihnen im Rahmen einer "Gesundenuntersuchung light" einen Risiko-Check ermöglichen, aber auch die Gesellschaft auf die berufsbedingten Gesundheitsprobleme von Pädagogen aufmerksam machen. Die ÖBV will Lehrern außerdem bei einem weiteren Projekt "eine Stimme geben", so der ÖBV-Vorstandsvorsitzende Josef Trawöger: Lehrer können bei einem Bewerb Erlebnisse aus ihrem Berufsalltag schildern, die besten Geschichten werden in einem Buch mit dem Titel "Lehrer/-innen erzählen..." veröffentlicht.(APA)

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Burnout ist die Modekrankheit, um sich eine wohl dotierte Frühpension zu verschaffen. Besonders beliebt bei den verhätschelten und wehleidigen Beamten. Eine weitere positive Eigenschaft der Modekrankheit Burnout: Beschäftigung von sonst arbeitslosen Psychologen, die der Hälfte der Beamtenschaft Burnout diagnositizieren. Unmenschlicher Sozialabbau auf Kosten der öffentlich Bedientsteten. Menschen ! Unmenschlich auch, dass frühpensionierte Beamte mit 4.500 Euro ihr karges Auskommen fristen müssen. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel. Menschen !

So als Management Quatscher

kennen Sie sicher den als Leistungsträger allseits bekannten Hr. Pinkl von der Hypo Alpe Adria. Gegen dessen Abfertigung ist jeder frühpensionierte Beamte ein sog. Lercherl ...

P.S. Gäbe noch einige weitere "Leistungsträger" zu nennen.

kann man das auch anders sehen?

wie würden sie sich fühlen, wenn sie so etwas lesen, und selbst an dieser erkrankung leiden? glauben sie wirklich, das bringt das schulsystem weiter, in dem sie in allem nur faulenzer, systemausnutzer und tachnierer vermuten. versuchen sie einmal folgendes: subsummieren sie von ihren aussagen unhaltbare vorurteile, unmenschliche arroganz und besonders ihren neid - ich würd mich dann sehr für ihre übrig gebliebene meinung interessieren.

Z & M

Zynisch und Menschenverachtend.

Und mit der Groß- und Kleinschreibung auf Kriegsfuß.

Modekrankeit .. haha
als wenn die anforderungen und der stress in den letzten jahren abgenommen hätten ... ts

Zeigen (nennen) Sie mir bitte so einen

frühpensionierten Beamten mit € 4500.- Monatseinkommen?

Na, ein frühpensionierter Sektionschef wird schon auf soviel

kommen.

Die lassen sich allerdings normalerweise nicht frühpensionieren.

Aber sonst stimmt alles -- genauso wenig. Vor allem die bockbeinige Weigerung, Burnout als Krankheitsbild anzuerkennen, ist bezeichnend.

wieso vorruhestand? - es gibt auch jobwechsel?

wie schaffen das die leute in der privatwirtschaft nur? die bekommen auch nur ne krankenstandsphase die den sommerferien der lehrer entspricht? dann muessen sie auch wieder arbeiten gehen? und die leherer wollen gleich in fruehpension?

Dass es einen Vorruhestand aus gesundheitlichen Gründen gibt,

kommt mir ohnehin fragwürdig vor. Ich vermute, dass hier in der Redaktion etwas durcheinandergekommen ist.

Frühpensionierung aufgrund von Berufskrankheiten gibt es allerdings für Lehrer wie für andere Berufsgruppen.

Hier wird lediglich kritisiert, dass dies nur aufgrund organischer Erkrankungen möglich ist (Hörsturz, unheilbare Stimmbanderkrankungen, Gehirnrheuma etc.).

gehirnrheuma ist süß. hoffentlich kränken sie niemand damit tragen damit zu ihrem/seinem burnout bei.

ok, es war nicht fair. sorry. der lehrerberuf ist kein leichter, und kränkung kann eine bedeutende ursache für krankheit und burnout sein.
aber es ist halt so, jeder beruf hat seine spezifischen belastungen, die das zeug dazu haben, jemanden in ein burnout zu treiben, wenn die umstände zu belastend werden und die eigenen ressourcen, damit umzugehen, zu gering sind. wenn vergleichsweise viele lehrer energie- und ressourcenmäßig ausbrennen, dann sollte die lösung nicht in der zuerkennung einer berufskrankheitsdiagnose gesucht werden, sondern in verbesserungen des arbeitsfeldes und des persönlichen umganges mit den belastungen. dass das leicht gesagt und schwer getan ist, weiß ich, aber das gilt eben für allen anderen berufe auch.

Den roten Strich haben Sie nicht von mir,

da ich solchen Schwachsinn normalerweise nicht kommentiere. Da ich selbst den Fall einer Lehrerin kenne, die nach Jahren des Leidens in den freiwilligen Vorruhestand ging (mit hohen Abschlägen), weil sie den Kampf um die Frühpensionierung aus Gesundheitsgründen nicht mehr führen konnte (während Leute mit ein bisserl Rückenweh bei vollen Bezügen in den Lebensabend einstiegen), weiß ich, dass nicht nur Außenstehende, sondern auch die zuständige Schulbehörde im Ernstfall lieber unmenschlich handeln.

Was das Kankheitsbild betrifft, darf ich Sie auf die jedermann zugänglichen Internetquellen verweisen: http://www.ueberlebensblock.de/hildeguns... ifung.stm.

vor allem bei feuerwehrleuten

...Halbtagsjob und BurnOut..

,,muß ja sein! Wer keinen Stress kennt ist ihm auch nicht gewachsen...

sie haben ja voll den durchblick offenbar..
also, dass das vorbereiten und korrigieren die gute fee macht, is ja eh klar.
UND : jeder job, der mit menschen zu tun schlaucht.
vorallem mit kindern und pubertierenden.
da is nix mit gemütlich hinterm schreibtisch sitzen, radio hören und cafe trinken.

da ist man voll gefordert.

schaffen sie stundenlange permanente aufmerksamkeit?
wären sie dem stimmlich gewachsen oder fangens an zu stottern, wenns mal a bissi lauter reden müssen vor 3 leuten?

apropos, ich komm auch erst aus der schule ( di.sogar mein kürzester tag ..)
noch nichts vorbereitet und korrigiert.. aber das macht ja die gute fee .....
das essen und den haushalt sowieso ...

Abgesehen vom Inhalt:

3 Fehler in knapp 2 Zeilen lassen auf einen wachen Geist schließen.

das ist doch nicht auf Lehrer beschränkt

sondern auf alle Angestellten und Arbeitnehmer...

ich arbeite als Entwickler und habs erstens selber schon gehabt und zweitens hab ich etliche Kollegen die es auch haben/gehabt haben...

man kann es verhindern in dem man bewußt arbeitet... immer dran denken, daß man selber das wichtigste ist - im zweifelsfall mal früher gehen und auf die Arbeit pfeifen.

Sich selber was gönnen - eine Massage, einen schönen Ausflug - möglichst naturverbundene Geschenke - nur nix zu technisiertes - das hat bei mir nix gebracht...

Leider funktionieren Ihre Tipps (welche absolut richtig sind) bei der Lehrerei nicht immer.

"Herr Lehrer,der Kurti würgt schon wieder den Karli!"
"Passt schon, sag dem Karli er soll durchhalten, ich kümmere mich morgen darum!"

"Herr Kollege, könnten Sie morgen die 4a (schwer verhaltenskreativer Haufen) supplieren?"

"Der SSR braucht bis Ende der Woche den Bildungsstand der Großeltern Ihrer SchülerInnen mit blonden Haaren mit Angabe der Schuhgröße des Großvaters"

"Bitte kümmern Sie sich darum, dass die Buben im 3. Stock beim Klogehen auch in die Muschel treffen, der Schulwart ist nahe dem Nervenzusammenbruch!"

uVm.

Mit dieser Argumentation kann man jede Maßahme

einfach und sicher abstellen.

Es ist absolut legitim, wenn sich Arbeitnehmervertreter/innen (auch wenn es sich um eine Minderheitsfraktion handelt) um ein Problem ihrer Berufsgruppe annehmen.

Die "Jeder-ist-für-sich-selbst-verantwortlich"-Masche nützt ja doch nur denen, die auf Kosten der Arbeitskraft anderer bequem gute Geschäfte machen.

Was das "bewusste" Arbeiten betrifft: Mir ist nicht klar, was damit gemeint sein könnte. Unbewusst habe ich selbst noch nie gearbeitet.

bewußtes Arbeiten heißt

daß man sich beispielsweise nicht mehr aufhalst als gut für einen ist...

Mehrleistung die 100% der eigenen Kapazität übersteigt nicht langfristig erbringen sondern auch delegieren...

ich meinte auch nicht, daß jeder selber verantwortlich ist, sondern nur, daß jeder selber viel machen kann. Der Arbeitgeber muß das entsprechende Umfeld anbieten...

Da die Arbeit einer Lehrkraft vor allem fremdbestimmt ist,

wird das ziemlich schwierig sein.

Tatsächlich halsen sich auch sehr engagierte Lehrer/innen weniger auf, als sie einfach umgehängt bekommen. Die schöne Praxis, aus jedem gesellschaftlichen Problem ein Unterrichtsprinzip zu machen, führt zu einer systematischen Überforderung.

Außerdem haben wir eine Kultur des Haftbarmachens entwickelt, in der ehrliche Erziehungsarbeit massiv erschwert wird.

Im Übrigen scheinen Sie die Bedeutung der Studienverfasser zu überschätzen: Hier hat eine kleinere Gewerkschaftsfraktion vor, eine schriftliche Handreichung für betroffene Lehrer/innen zu erarbeiten. Dienstrechtlich wird das kaum Folgen haben.

Es geht wohl eher um Beratung.

Ist es auf Ihrem Arbeitsplatz auch laut?


Stinkt es und starrt es vor Schmutz? Reparieren sie Einrichtung, Arbeitsgeräte, Computer selbst?

In dieser Beziehung sind z.B Wiener Schulen oft mieser als die in manchen Entwicklungsländern.

ja es ist manchmal laut

eigentlich sogar oft - und wenn man sich konzentrieren muß um Kreative SW-Lösungen zu finden ist das extrem kontraproduktiv... selbst ruhige Sprecher neben mir stören dann ungemein und ich muß öfter vom Platz gehen um wieder aufzutanken...

ich behaupte sogar, daß Lärm bei mir wesentlich mehr eine Rolle spielt, als es für Lehrer der Fall ist, da ich nicht rezitieren sondern etwas völlig neues produzieren muß...

Reparaturen an Dingen mache ich nur privat - Arbeitsmaterial ist definitiv Aufgabe des Arbeitgebers... das wäre ein Misstand, der behoben werden muß - man kann improvisieren, aber das muß die Ausnahme und nicht die Regel sein...

Danke für den Begriff "rezitieren".

Es überrascht immer wieder, was für ein verzerrtes Bild von der Unterrichtsarbeit sich Leute so machen.

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