Wenn der Frühling kommt, fließt auf dem Mars Wasser

28. April 2010, 14:22

Deutsche Forscher werten Bilder des Mars-Orbiters aus und stellen Verlängerung einer Erosionsrinne fest

Münster - Gegen Ende des Mars-Winters steigen die Temperaturen auf unserem Nachbarplaneten, die im Jahresdurchschnitt bei rund minus 60 Grad Celsius liegen, und können den Gefrierpunkt überschreiten. Dann sind interessante Veränderungen auf der Marsoberfläche zu sehen, wie Forscher vom Institut für Planetologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster um Dennis Reiss nachweisen konnten. Die von ihnen ausgewerteten Bilder der amerikanischen Raumsonde "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO) zeigen unter anderem, wie sich auf der Planetenoberfläche eine knapp zwei Meter breite Erosionsrinne verlängert hat. Im Zeitraum zwischen November 2006 und Mai 2009 hat sie insgesamt rund 170 Meter zugelegt.

"Die Veränderungen der Rinne, vor allem in der Länge, sind das Ergebnis von kleinen Mengen schmelzenden Wasser-Eises im Frühjahr und den dadurch ausgelösten Fließbewegungen eines Gemisches aus Wasser und Sand", so das Fazit der Forscher. Im Frühjahr des ersten beobachteten Marsjahres - ein Marsjahr dauert 687 Tage - hat sich diese Rinne am Dünenhang des Russell-Kraters zunächst um knapp 50 Meter verlängert. Im Frühjahr des darauf folgenden Marsjahres wiederholte sich der Vorgang: Die Erosionsrinne verlängerte sich hangabwärts nochmals um etwa 120 Meter.

Neue große Täler wird es keine mehr geben

Mögliche Erklärungen für das Entstehen solcher Rinnen sind trockene Massenbewegungen sowie Materialtransporte unter Einwirkung von flüssigem Kohlenstoffdioxid oder flüssigem Wasser. "Trockene Massenbewegungen können wir aufgrund der morphologischen Beschaffenheit der Kanäle eindeutig ausschließen", meint Dennis Reiss. Die Rinnen zeigen zudem die Besonderheit, dass sie hangabwärts immer dünner werden. Dies ist ein allgemeiner Hinweis darauf, dass eine Flüssigkeit, die im Boden versickert, für die Entstehung verantwortlich sein dürfte. Auch eine Entstehung durch kurzzeitig flüssiges Kohlenstoffdioxid kommt nach Meinung der Forscher nicht infrage. "Die Auswertung der spektralen Daten zeigt, dass in beiden Jahren sämtliches Kohlendioxid-Eis schon sublimiert (Anmerkung: vom festen direkt in den gasförmigen Zustand übergegangen) war, bevor es zu der Entstehung des Kanals kam", so Doktorand Gino Erkeling.

Der wahrscheinlichste Grund ist nach Auffassung der Forscher daher eine geringe Menge schmelzenden Wasser-Eises, welches von einer überlagernden Schicht Kohlendioxid-Eis vor der Sublimation geschützt wird. Die Berechnungen der münsterschen Wissenschaftler zeigen, dass die Oberflächentemperaturen im Russell-Krater zu Frühjahrsbeginn den Gefrierpunkt von Wasser überschreiten. "Das Kohlendioxid-Eis und nachfolgend das darunter liegende Wasser-Eis beginnen dann zu schmelzen, und flüssiges Wasser wäre für einen kurzen Zeitraum auf der Oberfläche möglich", ist sich Doktorandin Karin Bauch sicher. Wenn das Wasser dann hangabwärts fließt und sich in den Rinnen sammelt, kommt es zur Erosion. Zudem sind die Erosionszeiträume in beiden Jahren nahezu identisch, was darauf schließen lässt, dass saisonale Effekte verantwortlich sind.

"Das heutige Marsklima lässt nur wenig Luftfeuchtigkeit zu, welche sich in Form von Frost auf der Oberfläche absetzen kann. Die Mengen, die schmelzen und zu flüssigem Wasser führen können, sind dementsprechend gering", erklärt Dennis Reiss. "Zu großen Tälern, wie sie sich in der Frühzeit des Mars gebildet haben, reicht es daher nicht." (red)

Roter Baron
00
10.5.2010, 11:29
traum und wirklichkeit

bisher gibts noch keinen beweis von wasser am mars

vielleicht sind das einfach nur ältere bohrlöcher
von transocean und BP....



roter baron

rudolf schladming
 
00
10.5.2010, 13:37

dass gefrorenes wasser am mars existiert ist bewiesen. über die menge kann man streiten, aber dass es grundsätzlich da ist, ist sicher. ist ja auch nichts besonderes, auf ziemlich vielen planeten mit fester oberfläche und monden findet man wasser, teilweise in erheblich grösseren mengen als auf der erde (zb auf den gallileischen monden).

Kniff
00
In Wahrheit ist das die Sehnsucht des Mars nach Venus;-)

Raubkopierer
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sublimiert (Anmerkung: vom festen direkt in den gasförmigen Zustand übergegangen)

man hat aus früheren artikeln gelernt.

Wieviel ist das in Schilling?
01
30.4.2010, 15:28

"Die Auswertung der spektralen Daten zeigt, dass in beiden Jahren sämtliches Kohlendioxid-Eis schon sublimiert (...) war, bevor es zu der Entstehung des Kanals kam"

Der wahrscheinlichste Grund ist nach Auffassung der Forscher daher eine geringe Menge schmelzenden Wasser-Eises, welches von einer überlagernden Schicht Kohlendioxid-Eis vor der Sublimation geschützt wird.


Mal abgesehen von den Bindestrichen, hier stimmt doch was nicht.

ÖVP su:cks
00
29.4.2010, 18:21
kommt frühling auf der erde

fließt das bier in fässern

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