Deutlicher Temperaturanstieg in den Kalkalpen

2. Mai 2010, 12:08
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Messwerte um zwei bis vier Grad höher als früher - Verschiebung der Waldgrenze um 200 bis 250 Meter erwartet

Linz - Untersuchungen im oberösterreichischen Nationalpark Kalkalpen haben deutliche Veränderungen im regionalen Klima nachgewiesen. Die Studie habe ergeben, dass die Durchschnittstemperatur an den meisten Messpunkten um 2,1 Grad gestiegen sei, an einzelnen Standorten - etwa Südhängen oder besonders sonnenexponierten Stellen - sogar um vier Grad, erklärte Nationalpark-Direktor Erich Mayrhofer. Es werde damit gerechnet, dass die Waldgrenze um 200 bis 250 Meter nach oben rutschen wird.

Auch intensiver werdende Niederschläge, "Jahrhundert-Lawinen" und "500-jährliche Hochwässer" habe man beobachtet, so der Nationalpark-Direktor. Aus der daraus resultierenden Zerstörung entstand im Nationalpark aber auch eine positive Dynamik: Große Mengen an Totholz bieten gute Lebensbedingungen für die Neubesiedlung durch Pionierarten. Generell bemüht man sich im Nationalpark Kalkalpen, den natürlichen Prozessen freien Lauf zu lassen, auf 75 Prozent der Fläche wird nicht eingegriffen. Lediglich, wenn angrenzende Wirtschaftswälder bedroht seien, müsse man handeln, so Mayrhofer.

Im 209 Quadratkilometer großen Nationalpark leben beispielsweise 17 von 24 in Österreich vorkommenden Fledermäusen und über 1.500 verschiedene Schmetterlinge, berichtete Mayrhofer. Mit sechs Spechtarten weisen die Wälder das Artenspektrum eines Urwaldes auf. Aber auch mit der Zahl der Besucher ist man zufrieden: Sie sei im Vorjahr um elf Prozent auf 285.000 gestiegen.  (APA/red)

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