Erstmals Arbeitsklima-Index in den Salzburger Kulturbetrieben
Salzburg - Die Salzburger Arbeiterkammer wagt sich auf bisher weitgehend unbekanntes Terrain: Erstmals in Österreich will sie den Arbeitsklima-Index in den Salzburger Kulturbetrieben erheben. Mittels Arbeitsklima-Index werden in Salzburg seit Jahren die Stimmung, die Zufriedenheit mit Lohn und Job sowie die Erwartungen an Karriere- und Bildungsmöglichkeiten aller unselbstständig Beschäftigten im Land Salzburg insgesamt, aber auch branchenspezifisch, erhoben.
Etwa 2000 Beschäftigte werden in Salzburg dem Kulturbereich zugeordnet - österreichweit dürften es an die 30.000 sein. Im Rahmen der Erhebung, deren Ergebnisse im Herbst vorgelegt werden sollen, werden Beschäftigte der Salzburger Festspiele, des Musikschulwerkes Musikum oder des Landestheaters ebenso befragt wie jene der im Dachverband Salzburger Kulturstätten organisierten Einrichtungen der freien Kulturszene. Nicht im Sample enthalten sind kommerzielle Veranstalter.
Technik und Reinigung
Im Mittelpunkt stehen weniger die Künstler - die meisten von ihnen arbeiten gegen Honorar und sind nicht angestellt. Die Untersuchung der Arbeitsbedingungen in dem gerade für die Kulturstadt Salzburg zentralen Wirtschaftszweig widmet sich jenen, die hinter den Kulissen den Kulturbetrieb am Laufen halten, also den Technikern, dem Reinigungspersonal oder den Verwaltungskräften. Damit rücken beispielsweise auch Fragen nach den Arbeitsbedingungen in den Bühnenwerkstätten ins Blickfeld. Völlig ausgeklammert bleiben hingegen die im Kulturbereich vielen atypischen Beschäftigungsverhältnisse.
Die AK erwartet sich primär Aufschlüsse für die Arbeit der Interessenvertretung. Die Kulturvereine hingegen wollen ihre Rolle als Arbeitgeber definieren: "Sind Kulturvereine demokratischer, wie sieht es mit Selbstausbeutung und Altersvorsorge aus?", so Dachverbandsgeschäftsführer Thomas Randisek. (neu, DER STANDARD, Printausgabe, 28.4.2010)