Ostjerusalem

Jerusalems Bürgermeister pocht auf Siedlungsbau

28. April 2010, 08:59

Barkat weist bei US-Besuch Forderungen nach Baustopp zurück - Kritik an den USA

Washington - Der Bürgermeister von Jerusalem, Nir Barkat, hat bei einem US-Besuch auf die Fortsetzung des israelischen Siedlungsbaus in Ostjerusalem gepocht. Auf die Frage, ob Israel gemäß der Aufforderung von US-Präsident Barack Obama einen Siedlungsstopp in Ostjerusalem zumindest bis zur Aufnahme neuer Friedensverhandlungen mit den Palästinensern beschließen werde, sagte Barkat am Dienstag (Ortszeit) vor Journalisten in Washington: "Die Antwort ist nein, ein klares Nein."

"Man kann nicht eine dynamische, lebhafte Stadt, besonders nicht Jerusalem, aufhalten", fügte der Bürgermeister hinzu. Eine Einstellung des jüdischen Siedlungsbaus würde nur dazu führen, dass Juden die Stadt verließen und dann Araber illegal Häuser errichten würden.

In Jerusalem müsse sowohl für Juden als auch für die arabischstämmige Bevölkerung gebaut werden, sagte Barkat. Wenn Israel den Palästinensern aber die Kontrolle in Ostjerusalem überlasse, würden diese ein "trojanisches Pferd" gegen die Juden in die Stadt bringen. Barkats Ziel ist es nach eigenen Angaben, dass sich Jerusalems Bevölkerung weiterhin aus 65 Prozent Juden und 35 Prozent Palästinensern zusammensetzt.

Kritik an US-Regierung

An der US-Regierung übte Barkat deutliche Kritik. Die offenen Vorwürfe des Verbündeten nach der israelischen Ankündigung, weitere 1.600 Wohnungen in Ostjerusalem zu bauen, seien wie "zwei Schläge ins Gesicht" gewesen. "Es dauert eine Weile, sich von so einem Angriff eines guten Freundes wie der US-Regierung zu erholen", sagte Barkat. Mittlerweile hätten sich die Wogen jedoch geglättet. Washington hatte es als Affront empfunden, dass Israel ausgerechnet während eines Besuchs von US-Vizepräsident Joe Biden Anfang März den Bau der neuen Wohnungen in Ostjerusalem angekündigt hatte.

Barkat wollte am Mittwoch mit Vertretern des US-Außenministeriums zusammentreffen. Zeitgleich hielt sich der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak zu einem Besuch in den USA auf. (APA)

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14 Postings
Sisu75
62
28.4.2010, 16:35
Bevölkerung 1876 Jerusalem:

1876
12000 Juden
7560 Muslime
5470 Christen
26030

René Herndl
06
1947 waren laut UNO die Bevölkerungszahlen ...

...in Jerusalem wie folgt: auf den 176 Quadratkilometern der internationalisierten Zone Jersalem lebten 105540 Araber und 99960 Juden, der Bodenbesitz lag 1944/45 noch zu 84 Prozent in arabischen Händen. Dies sind offizielle Zahlen. Die Bevölkerungsverhälltnisse in den lt. Un.Resol. 181 vorgesehenen Gebieten lebten 1947 : Arabischer Teil: 749010 Araber, 9520 Juden, jüdischer Teil: 499020 Juden, 509780 Araber, der private jüdische Bodenbesitz lag 1945 laut britischer Mandatsverwaltung (ganz Palästina) bei genau 5,67 %!

troob
30
Von welcher internationalisierten Zone schreiben sie?

@Herndl

Und woher nehmen sie denn diese Phantasiezahlen?

Sie posten ja ganz regelmäßig völligen Unsinn, aber da haben sie sich selbst übertroffen.

René Herndl
04
Die Zahlen stammen aus ...

U.N. Official Records of General Assembly 1947 1. Band sowie Statistical Abstract of Palestine 1944/45 / palestine Government (British), sind also mit höchster Wahrscheinlichkeit korrekt.
Als internationake Zone meine ich jene, die im Teilungsplan der Resolution 181 als soche vorgesehen war, als Jerusalem und Umgebung.

gladio
04
29.4.2010, 11:36

Bevölkerung Jerusalem 1553

1634 Juden
11750 Moslems

Reddogg
 
04
28.4.2010, 18:37

1. Was sind die anderen 1.000 Bürger gewesen (überraschend dass es gerade genau 1.000 sind).
2. Heutzutage gelten als Palästinenser alle früher lebenden Menschen der versch. Minderheiten und großen Religion an, Christen, Moslems, Drusen etc. Warum wird das bei Ihnen aufgedröselt? Ahh kanns mir schon denken, ist ne schöne Statistik.
3. Die damals dort lebenden Juden galten zu Ihrer Info ebenfalls als Palästinenser, da sie in dem Gebiet "Palästina" lebten, nur wurden sie irgendwann dieser Bezeichnung überdrösig und nannten sich ab dann Israelis, zumindest zum großen Teil denn auch heute noch leben Juden innerhalb der pal. Gesellschaft wie Christen, Drusen etc. nur sehr gering...

Sisu75
10
29.4.2010, 12:46
Das sind Zahlen des Jahres 1876. Damals bezeichneten sich alle als Palästinenser. Gibt einfach ein Faktum der Bevölkerungsverteilung wieder...was heisst in diesem fall Zahlen aufgedröselt? Die Bezeichnung Palästiner im heutigen Sinn hat des damals...

...ueberhaupt nicht gegeben.

Reddogg
 
00

Ok, wie wärs denn dann mit der Quelle dieser Zahlen, eventuell kann man dann über Umwege mal herausfinden was mit den 1.000 anderen Personen geschehen ist bzw. welcher Religion oder eben keiner Religion diese angehören.
Zum Thema Bezeichnung der Personen des ehemaligen Gebietes (nicht Land) "Palästina", sollten sie sich ein klein wenig informieren, wie wärs mit Chronisten oder Leuten die Tagebücher schrieben über diese Reisen im "Orient" ich denke da werden Sie einiges finden zu diesem Thema...

Sisu75
30
28.4.2010, 16:34
Fuer interessierte: Vor 1865 lebte die gesamte jüdische Bevölkerung Jerusalems hinter den Mauern der Altstadt

Vor 1865 lebte die gesamte jüdische Bevölkerung Jerusalems hinter den Mauern der Altstadt
Zur Zeit der Teilung gab es im Ostteil Jerusalems, zu dem auch das Jüdische Viertel der Altstadt gehörte, eine blühende jüdische Gemeinde. Darüber hinaus befinden sich hier viele wichtige Stätten des Judentums, darunter die Davidsstadt, der Tempelberg und die Westmauer. Auf dem Skopusberg - ebenfalls in Ostjerusalem - liegen zudem zahlreiche bedeutende jüdische Einrichtungen wie die Hebräische Universität und das alte Hadassah Hospital.
Lediglich in der Zeit zwischen 1949 und 1967 war der Ostteil Jerusalem ausschließlich von Arabern bewohnt, weil Jordanien ihn besetzt und die jüdischen Einwohner gewaltsam vertrieben hatte.

Makronaut
50
28.4.2010, 11:39

...also wird offiziell gebaut, inoffiziell aber nicht.

mal sehen, ob die pal frieden wollen, oder nicht.

Tomás Borge
07
28.4.2010, 17:05
...vor allem sollten die Isarelis damit aufhören

Araber aus Ihren Häusern, die sie rechtmässig in Jerusalem besitzen, zu vertreiben. Mit Hilfe der Polizei sitzen dann rechtsradikale Siedler in diesen Häusern.

Rechtsmittel die dann eingelegt werden, landen beim Salzamt.

Ausserdem finde ich Ihre Abkürzung "Pal" ziemlich rassistisch.

Makronaut
11
29.4.2010, 14:12

"pal" und "isr" sind dem foromaten geschuldet. sonst keine probleme? gut.

illegal errichtete häuser werden überall in der westlichen welt abgerissen. nur in jeruslame ist das irgendwie ungesetzlich - schon klar.

Tower Hill
00
29.4.2010, 06:46
"Vertreibungen" finden auf Grund

von Gerichtsurteilen statt, die Palästinenser haben das Recht, dagegen zu berufen und bis zum Obersten Gericht zu gehen. Und gar nicht mal so selten urteilt dieses zu Gunsten der Kläger.

Das Problem ist, daß die Eigentumsverhältnisse so verworren sind. Z. B. Besitznachweise von verschiedensten Behörden und aus verschiedenen Zeiten, noch aus dem osmanischen Reich, dann wieder von der PA, vom Israel Land Authority, usw.

troob
10
In lieber alter Gewohnheit haben viele Araber ihre Häuser der Einfachheit halber ganz einfach so errichtet...

Das war unter der jordanischen Besatzung (die tatsächlich völkerrechtswidrig war, btw:!), durchaus gängige und wohlgeübte Praxis.

Die Behördenvertreter hatten ihren Vorteil von den freundlichen Gastgeschenken, und um Kanalisation, Wasseranschluß, Feuerwehrzufahrt, Stromversorgung und dergleichen mehr kümmerte sich sowieso niemand.

Kommunalabgaben wurden kaum eingetrieben, und die Straßenreinigung vor dem Haus, welche auch laut jordanischer Stadtverwaltung (analog zu der Wiener Regelung) vom Hausbesitzer zu gewährleisten ist, wurde kaum durchgeführt.

Im Vergleich dazu mußte von den Bewohnern selbst die eher saloppe israelische Stadtverwaltung als Muster an preußischer Betriebsamkeit wahrgenommen werden...

Es ist dem Wiener Teddy Kollek zu verdanken, daß er für geregelte moderne sanitäre Verhältnisse sorgte - zeitweise durchaus im Konsens mit den arabischen Jerusalemern, manchmal auch in heftigem Zwist sowohl mit arabischen als auch christlichen bzw. jüdischen Einwohnern.

Tatsache ist, daß viele Gebäude errichtet und benutzt wurden und werden, die sowohl jordanischen als auch israelischen Bauvorschriften widersprechen.

Insbesonders fehlende statische Gutachten sowie viel zu enge Zufahrten machen es nur zu einer Zeitfrage, daß irgendwann einmal ein größeres Unglück geschieht - es wird wieder nur Israel daran schuld sein...

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