Oh Eun-sun über alle Berge

28. April 2010, 18:17
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    foto: apa/epa

    18.15 Uhr in Südkorea, 11.15 Uhr in Mittel-europa:Oh Eun-sun jubelt im TV und auf der Annapurna (15 Uhr).

Die 44-jährige Koreanerin erreichte den Gipfel der Annapurna und hat damit als erste Frau alle 14 Achttausender bestiegen

Kathmandu/Wien - Nachdem sie die Tae Geuk Ki, die südkoreanische Flagge, in den Gipfelschnee der 8091 Meter hohen Annapurna gerammt und "Sieg" , "Hurra" und "Danke, danke" gekeucht hatte, galten die ersten zusammenhängenden Worte von Oh Eun-sun den Lieben daheim: "Mama und Papa, ich vermisse euch. Nun komme ich nach Hause" , versprach die 44-jährige Extrembergsteigerin und rührte eine Nation zu Tränen.

Die war am Dienstag beim Abschluss von "Projekt 14" live dabei. 13 Stunden benötigte Oh in Begleitung dreier Träger und eines Kameramannes für ihre letzten Schritte in die Geschichtsbücher, die sie nun als erste Frau ausweisen werden, die alle 14 Achttausender unter den Bergen dieser Erde bestiegen hat. Quasi als weibliches Pendant zum Südtiroler Reinhold Messner, dem dieses Kunststück zwischen 1970 und 1986 gelungen war.

"Moped statt Rennrad"

Oh hat es innert 13 Jahren, aber unter völlig anderen Umständen geschafft - mit aufwändigen Expeditionen und vor allem mit künstlichem Sauerstoff. Besonders dies kritisierte am Dienstag Messners oftmaliger Partner Hans Kammerlander (53), der selbst auf 13 Achttausendern stand: "Ihre Unternehmung hat überhaupt nichts Sportliches an sich. Auf einen Achttausender mithilfe von Sauerstoffflaschen zu steigen ist in etwa so, wie den Giro d'Italia mit einem Moped statt einem Rennrad in Angriff zu nehmen."

Nicht anders wäre es Oh wohl möglich gewesen, seit 2008 acht Gipfel zu erreichen. Im Vorjahr waren es vier, wobei die Besteigung des Kangchendzönga umstritten ist. Vom "Kantsch" existiert nur ein Gipfelbild, auf dem Oh nicht kenntlich ist. Gleichwohl jubelte Südkoreas Präsident Lee Myung-bak über einen "Sieg des Menschen" , der zeige, "was eine Herausforderung ist" .

Das Quartett an Erfolgen 2009 hatte Oh in die Favoritenrolle jenes Wettrennens gebracht, welches die Konkurrenz mehr oder weniger heftig abgeleugnet hat. Vor allem die Oberösterreicherin Gerlinde Kaltenbrunner, die im Vorjahr ihren zwölften Achttausender, den Lhotse, bestiegen hatte, am 13., dem K2, aber gescheitert war, wies diesbezüglichen Ehrgeiz stets von sich. "Das Höhenbergsteigen ist viel zu gefährlich, um darin einen Wettstreit sehen zu wollen" , sagt die 39-Jährige, die sich derzeit um den Mount Everest bemüht.

Ohs Erfolge hat Kaltenbrunner, die nur geringen Aufwand treibt und künstlichen Sauerstoff völlig ablehnt, kritisiert. "Mit selbstverantwortlichem Bergsteigen hat das nichts zu tun." Kammerlander: "Mit tut es wirklich leid um Alpinistinnen wie Kaltenbrunner, denn sie wollte dieses Ziel mit fairen Mitteln erreichen." (APA, lü - DER STANDARD PRINTAUSGABE 28.4. 2010)

Kommentar posten
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Rainer Gschaftler
 
00
30.4.2010, 10:40

wenn das höhenbergsteigen einen gesellschaftlichen nutzen hat, dann den durch herausragende sportliche und/oder menschliche leistungen uns normalos zu inspirieren.
aus diesem gesichtspunt sind kaltenbrunner und auch meroi für mich klar die siegerinnen, haben sich von diesem chauvinistischen affenzirkus nicht anstecken lassen und beweisen immer wieder, dass es die ungleich größere leistung ist wegen schlechter bedingungen oder teammitgliedern umzudrehen und eigene ziele zurückzustecken als einem idiotischen rekord nachzujagen.

werwolfi
01
30.4.2010, 03:33

verschwörungstheorie:

wahrscheinlich war auf jedem der 14 gipfel eine frische koreanerin oben, weil wir westler (für die das ganze ja inszeniert wurde) asiaten ja eh nicht auseinanderhalten können...

;oP
*duck and run*

SCNR

werwolfi
00
30.4.2010, 03:29
es ist ganz einfach: so zählt das nicht ;oP

beos
10
29.4.2010, 20:08

in your Face! Miss Kaltenbrunner

annna nyme
02
29.4.2010, 18:48
warum die ganze Aufregung

Oh Eun-sun und Kaltenbrunner treten offensichtlich in unterschiedlichen Kategorien (bei nicht offiziell ausgeschriebenen Wettbewerben) an.
Beide Frauen sind bewundernswerte Ausdauersportlerinnen, Kaltenbrunner wohl die Stärkere!
Mögen sie noch viel schaffen und immer heil zurück kommen!

Andi van west
20
29.4.2010, 18:23
jo hoffentlich

diese Kaltenbrunner nervt eh nur mit der behämmerten Orange Werbung - pfui deibel!

madeingermany
00
29.4.2010, 15:17
Vergessen

Wenn sie die Marx-Engels-Werkausgabe immer im Gepäck gehabt hätte, zollte ich Respekt. Aber so ist die Leistung reinster Kommerz.

El Gaucho
00
29.4.2010, 14:35
horrible descent

Der Abstieg dürfte nicht mehr so lustig gewesen sein:

http://www.explorersweb.com/everest_k... p?id=19304

MarcoMadre
00
30.4.2010, 10:32
zur gleichen Zeit ist ein Spanier beim Abstieg ums Leben gekommen,

einer seiner Kollegen meinte, man hätte den Sherpas von Oh je 6.000 Euro für Hilfeleistung angeboten. Die Rekordfanatiker sind jedoch weiter gewandert...

El Gaucho
00
30.4.2010, 13:41

naja, da gibts auch andere Berichte. Bitte die ganzen updates auf explorersweb lesen. Prinzipiell dürfte jeder einzelne um sein Leben gerauft haben.

Ava Tar
03
29.4.2010, 12:18
nicht weinen

die unsrige kann ja dann mit 90 eine Weltumseglung machen

Oder irgendwas wirklich sinnvolles ;o)

qwertzu
00
29.4.2010, 10:59

Jetzt geht es nur noch darum wer die erste weiße Frau ist...
Da könnte man ja auch ein Medienspektakel daraus machen, oder?

Captain Smoker
00
29.4.2010, 12:28

Ne, Mann und Frau gibt es schon, jetzt zählt nur mehr der erste Zwi...

der müde Joe...
01
29.4.2010, 06:03
Da gibts jetzt nur eins:

Messner muss sich geschlechtumwandeln und ihr den Titel rückwirkend wieder abluchsen :p

kaiza1
01
29.4.2010, 13:24

der reini hat sich 1986 auf das basislager des lhotse auch mit dem heli fliegen lassen, damit er noch vor wintereinbruch und somit als erster auf allen 14 steht. nur der fairnesshalber sei das gesagt.

ingrid ingrid
00
29.4.2010, 13:09
Lool.. genial!!!

ezeitungsleser
 
20
28.4.2010, 16:54
Leistungszwang

Eigentlich krank- ich kann dem wenig abgewinnen- da is ma da Messner und die Kalti lieber

triage
01
29.4.2010, 11:05

Messner war der erste, der überhaupt angefangen hat, den von ihm angestachelten Konkurrenzkampf medien- und somit kommerziell wirksam auszutragen. Ein Narziß und Egomane ohnegleichen. Es gibt bereits genug veröffentlichte Meinungen seiner früheren Gefährten über ihn. Er tut dies allerdings immer pauschal als Neid ab.

Kaltenegger - soweit bis jetzt in Interviews gesehen - find ich sympathisch und hat eine g´sündere Einstellung zur Thematik.

sociovation
54
28.4.2010, 15:46
Nachdem es sich bei der Dame um keine Österreicherin handelt,

kann ihre Leistung nicht gering genug geschätzt werden...

michael klauser
 
05
28.4.2010, 16:02

Das hat damit überhaupt nichts zu tun. Ich persönlich hätte es Frau Kaltenbrunner ebenso vergönnt wie Frau Pasaban aus Spanien.
Oh Eun Sun flog mit dem Hubschrauber ins Basislager, schleppte nichts selbst, ließ Spuren und Fixseile anbringen. Und wenn´s heikel wurde, dann verwendete sie auch noch Sauerstoff. Das - und das meine ich wirklich so - schaffe ich mit 60 auch noch, sollte es mich nicht vorher erwischen.
Die anderen verzichteten auf diese künstlichen Hilfen und wollten die Berge ehrlich, aus eigener Kraft ersteigen.
Die Leistung von Oh Eun Sun kann man gar nicht gering genug schätzen, weil das ein jeder halbwegs schwindelfreie Hobbybergsteiger schaffen würde.
Oh Eun Sun ist für alles nur keine Extrembergsteigerin.

El Gaucho
50
28.4.2010, 16:17

Pasaban ist auch mit dem Hubschrauber von Annapurna zum Sisha Pangma geflogen, Kaltenbrunner jedoch mit dem Schlauchboot vom Rhein-Main-Donau Kanal via Indischem Ozean und Bramaputra. True style!

Mensch100
011
28.4.2010, 15:46
typisch...

koreanisch. glauben sie sind die weltmeister in allem,
betrügen und werden nicht einmal rot dabei. gibts vielleicht auch ein bild vom hubschrauber der sie raufgeflogen hat? ich leb hier in korea und muss mir ständig neue heldentaten anhören. wie schade dass keiner der koreanischen propagandakanäle in österreich empfangen werden kann. man glaubt hier übrigens österreich sei ein armes land. korea number 1!!

yong yong
00
28.4.2010, 23:46
was für ein Blödsinn...

ein durchschnittlich gebildeter Koreaner glaubt kaum, dass Österreich ein armes Land sei. Im Gegenteil schätzen die meisten Koreaner Österreich als wohlhabendes, sozial ausgegliechenes Land.
mag sein, dass Koreaner manchmal übertreiben, aber sagen wir einmal so, dass sie a bissl mehr patriotischer sind.
außerdem wird Oh in Korea nicht überall hoch gejubelt, sondern wegen ihrer Art auch hart kritisiert.

beowulf2
 
01
29.4.2010, 13:49

Ach geben sie es doch einfach zu, dass Koreaner durchgeknallte Nationalisten und schlechte Gewinner sind. Während Österreicher - wie man hier deutlich im Forum sehen kann - faire Verlierer sind und erkannt haben, dass der Nationalstaatsgedanke ein veraltetes Konzept ist und aufgeklärt nur mehr in Individueen unterteilen. ;-)

sociovation
00
28.4.2010, 15:44
Verwirrung der Geschlechter

Im Standard-TV "der" Annapurna, im Artikel hier "die" Annapurna - der selige Dr. Freud hätt sei Freud...

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