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Bei der Lehrlingsprüfung in Wien sind im vergangenen Jahr rund 1600 von 9400 Lehrlingen beim ersten Prüfungsantritt durchgefallen. Der Lehrlingssprecher der Jugendgewerkschaft bestätigte diese Zahlen, die in der Gratiszeitung "Heute" am Dienstag veröffentlicht wurden im Gespräch mit derStandard.at. Die große Anzahl an nicht bestandenen Prüfungen liegt für Christoph Peschek einerseits an der Qualität der Betriebe, andererseits an den mangelnden Deutschkenntnissen der Lehrlinge.
"Wie kann das sein, dass nach drei Jahren Ausbildung so viele durchfallen?", fragt Peschek und fordert eine Qualitätskontrolle der Betriebe, die Lehrlinge ausbilden. Diese würden schließlich auch Förderungen vom Staat kassieren. In manchen Fällen sei es auch der Fall, dass die Jugendlichen die Antwort auf die Fragen wüssten, die Fragen selbst aber aufgrund von mangelnden Deutschkenntnissen nicht verstehen.
Mangelnden Deutschkenntnisse
Den Grund dafür sieht Preschek ebenfalls bei den Betrieben. Diese würden ihre Lehrlinge nicht am Deutsch-Unterricht teilnehmen lassen, da dieser während der Arbeitszeit absolviert werde.
FPÖ und Grüne machen sozialdemokratische Bildungspolitik verantwortlich
Anders begründen die Oppositionsparteien FPÖ und Grüne die fehlenden Deutschkenntnisse. Sie machen die Bildungspolitik der SPÖ dafür verantwortlich. Die FPÖ fordert in einer Aussendung den Ausschluss vom Regelunterricht von jenen Schülern, die schlecht deutsch sprechen. Dies ist für die Grünen "rassistisch und einfallslos", sie halten ein individuelles Lernen und den Kindergarten ab drei Jahren für die bessere Lösung. (red, derStandard.at, 27.4.2010)
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Aus meiner Perspektive als Ich-kann-Schule-Lehrer staune ich doch noch immer ein wenig, wie selbstverständlich wir alle über die "Masse Mensch" verfügen wollen, solange sie jünger ist als wir. Wenns uns dann erwischt und man über uns "zu unserem Besten" verfügt, passt uns das nie.
Wir sollten gar nicht so selbstverständlich davon ausgehen, dass fremdsprachige Kinder in der Schule in 9 Jahren Deutsch lernen. Auch die deutschsprachigen lernen es nicht selten nur deshalb, weil sie schon 6 Jahre unbelastet und IM Leben gelernte MUTTERsprache mitbringen.
Mit freundlichen Grüßen
Franz Josef Neffe
Die Einstellung zur Bildung muss man nicht dem Zufall überlassen. In der Du-musst-Schule schaut man nur darauf, WAS man tut und WIE man es tut. In der neuen Ich-kann-Schule hat man Einfluss, weil man darauf achtet, IN WELCHEM GEISTE man es tut. Dafür muss man nicht Chinese werden.
Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe
...sollte jemand, bevor er nach Österreich einwandert. Wären die Eltern dieser Bringschuld nachgekommen, dann würden ihre Kinder jetzt auch entsprechend gute Deutschkenntnisse haben. Aber weil das ja "unzumutbar" ist, schaut's trist aus...
Preschek,
ich lade sie gerne in meinen betrieb ein (dachdeckerei, spenglerei, zimmerei) - dann sehen sie sich die burschen an, die vorhaben ein handwerk zu erlernen. hauptschule, dritte leistungsstufe in so unwichtigen fächern wie mathematik...VÖLLIG unbrauchbar. deutschkenntnisse - lachhaft! wälzen sie ihre seltsame logik nicht auf ausbildende betriebe ab - die müssen unter anderem geld verdienen. mama, papa und lehrer zugleich, bei 0 (null) schulkenntnissen, ist nicht machbar. das ursächliche problem: alle wollen in die mittelschule - der klägliche rest wird irgendwie durch die hauptschulen geschleust. es hapert am bildungssystem!
zu den berufsschulen: senken ihre anforderungen (detto die mittelschulen) um die leute zu abschlüssen zu kriegen. logischer schluss: niveau sinkt; schlecht ausgebildete handwerker sind das resultat.
der österreichische standard im bereich des zimmerer und dachdeckerhandwerkes ist, im vergleich zur schweiz und teilweise deutschland, erbärmlich.
in jeder BHMS wird jeder schüler der gerade 10 schritte gehen kann ohne umzufallen aufgenommen! wir müssen ja unser in den letzten 15 jahren aufgeblähtes kollegium auslasten und damit niemand aufbegehrt und die wahrheit sagt auch noch mit 10 bis 20 überstunden ruhigstellen!
was dann für den lehrstellen markt übrig bleibt kann sich jeder ausmalen! das niveau in der BHMS ist natürlich bei 2/3 der schüler zum grausen aber alles kein problem, wer sich beschwert wird als ewiger nörgler abgestempelt!
die Lehrlinge hingegen wollen ihre Freizeit nicht opfern.
Ich frage mich: In wessen Interesse wären gute Deutschkenntnisse vorrangig?
Ich meine: ja wohl im Interesse der Analphabeten. Aber das ist ihnen ja völlig egal. Die glauben tatsächlich, dass man mit ein paar Sätzen qualifiziert ins Berufsleben entlassen werden kann.
Ich wette: Die kennen jeden neuesten Musikscheiss, jedes neue Handy, alle angesagten Prolodiskos und tragen alle die tollsten Markenklamotten.
Denn das ist wichtig.
Aber immerhin, es sind nur 1.600, ich denke, dass die Anforderungen nicht gerade hoch waren bzw. sind.
Herr Müller ich finde Ihre Ansicht etwas kurzsichtig.
Natürlich nützen die guten Deutschkenntnisse in erster Linie den Jugendliche, ist klar! Aber auf weite Sicht hin nützen diese doch auch unserer Wirtschaft. Denn die Zahl der Jugendlichen welche die Abschlussprüfung nicht schaffen steigt, und irgendwann kann die Wirtschaft mal heimische Fachkräfte suchen. Denn die wachsen net am Baum oder am Marchfeld! Die bekommt man nur durch gute Bildung!
dann sollte der lehrling zuerst deutschkenntnisse erlangen, und sich dann in die wirtschaft begeben. ich nehme aber auch an, dass es unternehmen scheinbar nicht so wichtig ist, dass der betreffende Zögling über ausreichend deutschkenntnisse verfügt. einstellungsgespräche werden ja wohl geführt worden sein. diese lehrlinge werden wohl für niedrige dienste beansprucht, und schaffen dann wegen geringer praxis die prüfung nicht.
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