Jeder sechste Lehrling schafft Prüfung nicht

16,6 Prozent der Lehrlinge schaffen die Lehrlingsprüfung beim ersten Antritt nicht - Lehrlingssprecher fordert Qualitätskontrollen der Betriebe

Bei der Lehrlingsprüfung in Wien sind im vergangenen Jahr rund 1600 von 9400 Lehrlingen beim ersten Prüfungsantritt durchgefallen. Der Lehrlingssprecher der Jugendgewerkschaft bestätigte diese Zahlen, die in der Gratiszeitung "Heute" am Dienstag veröffentlicht wurden im Gespräch mit derStandard.at. Die große Anzahl an nicht bestandenen Prüfungen liegt für Christoph Peschek einerseits an der Qualität der Betriebe, andererseits an den mangelnden Deutschkenntnissen der Lehrlinge.

"Wie kann das sein, dass nach drei Jahren Ausbildung so viele durchfallen?", fragt Peschek und fordert eine Qualitätskontrolle der Betriebe, die Lehrlinge ausbilden. Diese würden schließlich auch Förderungen vom Staat kassieren. In manchen Fällen sei es auch der Fall, dass die Jugendlichen die Antwort auf die Fragen wüssten, die Fragen selbst aber aufgrund von mangelnden Deutschkenntnissen nicht verstehen. 

Mangelnden Deutschkenntnisse

Den Grund dafür sieht Preschek ebenfalls bei den Betrieben. Diese würden ihre Lehrlinge nicht am Deutsch-Unterricht teilnehmen lassen, da dieser während der Arbeitszeit absolviert werde. 

FPÖ und Grüne machen sozialdemokratische Bildungspolitik verantwortlich

Anders begründen die Oppositionsparteien FPÖ und Grüne die fehlenden Deutschkenntnisse. Sie machen die Bildungspolitik der SPÖ dafür verantwortlich. Die FPÖ  fordert in einer Aussendung den Ausschluss vom Regelunterricht von jenen Schülern, die schlecht deutsch sprechen. Dies ist für die Grünen "rassistisch und einfallslos", sie halten ein individuelles Lernen und den Kindergarten ab drei Jahren für die bessere Lösung. (red, derStandard.at, 27.4.2010)

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Mangelnde Deutschkenntnisse - warum ZIEHT nichts hin dazu?

Aus meiner Perspektive als Ich-kann-Schule-Lehrer staune ich doch noch immer ein wenig, wie selbstverständlich wir alle über die "Masse Mensch" verfügen wollen, solange sie jünger ist als wir. Wenns uns dann erwischt und man über uns "zu unserem Besten" verfügt, passt uns das nie.
Wir sollten gar nicht so selbstverständlich davon ausgehen, dass fremdsprachige Kinder in der Schule in 9 Jahren Deutsch lernen. Auch die deutschsprachigen lernen es nicht selten nur deshalb, weil sie schon 6 Jahre unbelastet und IM Leben gelernte MUTTERsprache mitbringen.
Mit freundlichen Grüßen
Franz Josef Neffe

Manche erlernen es sehr wohl

in 2 Jahren, auch wenn sie mit 7 nach Ö ohne D-Vorkenntnisse kamen. Danach wurde sogar eine Klasse übersprungen und heute besucht man die AHS.
Chinesen haben eben eine andere Einstellung zur Bildung.

Selbst-beeinflussung

Die Einstellung zur Bildung muss man nicht dem Zufall überlassen. In der Du-musst-Schule schaut man nur darauf, WAS man tut und WIE man es tut. In der neuen Ich-kann-Schule hat man Einfluss, weil man darauf achtet, IN WELCHEM GEISTE man es tut. Dafür muss man nicht Chinese werden.
Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe

Nein, Chinese werden muss man sicher nicht, aber lernen kann man von ihnen.

ihren ersten absatz versteh' ich nicht.

hier geht's nicht um 'fremdsprachige kinder'.

Balance

Mir gehts um die innere und die äußere Entwicklung des Menschen und um die Vernachlässigung der ersteren unter gleichzeitiger Vermehrung der FDleißaufgaben für die andere. Das verspielt nur noch mehr die Balance.
Franz Josef Neffe

Die Geister die ich rief....

Wie es weitergeht weiß ja eh jeder irgendwie passts jetzt immer besser liebe Sozial (Demokraten?)

Bitte um eine österreichische Lösung

diese Mißstandes keine Prüfung jeder kriegt das Diplom welches er gerne hätte, gratis und selbst sogar Parteibuch.

Deutsch zu erlernen

sollte wohl die Aufgabe in den 9 Schuljahren sein. Damit erst in der Lehrlingsausbildung zu beginnen, wird kaum erfolgreich sein.

Deutsch lernen...

...sollte jemand, bevor er nach Österreich einwandert. Wären die Eltern dieser Bringschuld nachgekommen, dann würden ihre Kinder jetzt auch entsprechend gute Deutschkenntnisse haben. Aber weil das ja "unzumutbar" ist, schaut's trist aus...

Preschek,

ich lade sie gerne in meinen betrieb ein (dachdeckerei, spenglerei, zimmerei) - dann sehen sie sich die burschen an, die vorhaben ein handwerk zu erlernen. hauptschule, dritte leistungsstufe in so unwichtigen fächern wie mathematik...VÖLLIG unbrauchbar. deutschkenntnisse - lachhaft! wälzen sie ihre seltsame logik nicht auf ausbildende betriebe ab - die müssen unter anderem geld verdienen. mama, papa und lehrer zugleich, bei 0 (null) schulkenntnissen, ist nicht machbar. das ursächliche problem: alle wollen in die mittelschule - der klägliche rest wird irgendwie durch die hauptschulen geschleust. es hapert am bildungssystem!

es hindert aber niemand die betriebe daran, mittelschüler zu nehmen. aber soviel ich weiss, müsste man denen mehr zahlen...

zu den berufsschulen: senken ihre anforderungen (detto die mittelschulen) um die leute zu abschlüssen zu kriegen. logischer schluss: niveau sinkt; schlecht ausgebildete handwerker sind das resultat.

der österreichische standard im bereich des zimmerer und dachdeckerhandwerkes ist, im vergleich zur schweiz und teilweise deutschland, erbärmlich.

kann ich bestätigen!!!

in jeder BHMS wird jeder schüler der gerade 10 schritte gehen kann ohne umzufallen aufgenommen! wir müssen ja unser in den letzten 15 jahren aufgeblähtes kollegium auslasten und damit niemand aufbegehrt und die wahrheit sagt auch noch mit 10 bis 20 überstunden ruhigstellen!
was dann für den lehrstellen markt übrig bleibt kann sich jeder ausmalen! das niveau in der BHMS ist natürlich bei 2/3 der schüler zum grausen aber alles kein problem, wer sich beschwert wird als ewiger nörgler abgestempelt!

sie waren schneller als ich:)

Die Unternehmen wollen ihre Arbeitszeit für Deutschkurse nicht opfern

die Lehrlinge hingegen wollen ihre Freizeit nicht opfern.

Ich frage mich: In wessen Interesse wären gute Deutschkenntnisse vorrangig?

Ich meine: ja wohl im Interesse der Analphabeten. Aber das ist ihnen ja völlig egal. Die glauben tatsächlich, dass man mit ein paar Sätzen qualifiziert ins Berufsleben entlassen werden kann.

Ich wette: Die kennen jeden neuesten Musikscheiss, jedes neue Handy, alle angesagten Prolodiskos und tragen alle die tollsten Markenklamotten.

Denn das ist wichtig.

Aber immerhin, es sind nur 1.600, ich denke, dass die Anforderungen nicht gerade hoch waren bzw. sind.

Ich als Lehrling kann das voll und ganz unterschreiben, genau so gehts zu.

Kurzsichtig?

Herr Müller ich finde Ihre Ansicht etwas kurzsichtig.
Natürlich nützen die guten Deutschkenntnisse in erster Linie den Jugendliche, ist klar! Aber auf weite Sicht hin nützen diese doch auch unserer Wirtschaft. Denn die Zahl der Jugendlichen welche die Abschlussprüfung nicht schaffen steigt, und irgendwann kann die Wirtschaft mal heimische Fachkräfte suchen. Denn die wachsen net am Baum oder am Marchfeld! Die bekommt man nur durch gute Bildung!

dann sollte der lehrling zuerst deutschkenntnisse erlangen, und sich dann in die wirtschaft begeben. ich nehme aber auch an, dass es unternehmen scheinbar nicht so wichtig ist, dass der betreffende Zögling über ausreichend deutschkenntnisse verfügt. einstellungsgespräche werden ja wohl geführt worden sein. diese lehrlinge werden wohl für niedrige dienste beansprucht, und schaffen dann wegen geringer praxis die prüfung nicht.

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