Wind- und Solarkraftwerke

Neue Stromspeichertechnik mit synthetischem Erdgas

27. April 2010, 12:21
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    foto: apa/zucchi

    Mit der neuen Technik soll Windstrom künftig als Erdgas gespeichert werden.

Wasserstoff-Elektrolyse und Methanisierung als Grundlage - Wirkungsgrad bei Umwandlung bei 60 Prozent

Salzburg/Wien - Eine neue Technologie verspricht eine flexiblere Planbarkeit der Energieproduktion aus Windparks und Solarkraftwerken und eine Entlastung der bestehenden Stromnetze: Bei der neuen Technik kann nun Strom als synthetisches Erdgas praktisch unbegrenzt gespeichert werden. Eine deutsch-österreichische Kooperation ist der Lösung nun einen Schritt näher gekommen: Aus Strom wird mittels eines neuen Verfahrens synthetisches Erdgas hergestellt. Ein Vorteil ist, dass bei der Speicherung auf die bestehende Erdgasinfrastruktur zurückgegriffen werden kann.

Das Verfahren wurde vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES entwickelt. Für die industrielle Umsetzung ist das Salzburger Unternehmen Solar Fuel Technology zuständig. In Stuttgart läuft bereits eine von den Salzburgern aufgestellte Demonstrationsanlage mit einer Leistung von 50 kW, 2012 soll eine deutlich größere Anlage mit etwa 10 MW in Betrieb gehen.

Elektrizitätsunternehmen haben keine Freude mit den schwankenden Mengen an Strom, die aus Wind- und Solaranlagen in die Netze eingespeist werden. Doch noch gibt es keine funktionierenden Speicher für überschüssigen Strom aus solchen Anlagen.

Wasserstoff-Elektrolyse und Methanisierung

Die deutschen Forscher kombinieren für die Herstellung des synthetischen Gases die beiden Technologien Wasserstoff-Elektrolyse und Methanisierung. "Die Stuttgarter Anlage spaltet mit überschüssigem, erneuerbarem Strom Wasser per Elektrolyse. Dabei entsteht Wasserstoff und Sauerstoff. Durch eine chemische Reaktion des Wasserstoffs mit Kohlendioxid wird Methan erzeugt, was nichts anderes als synthetisches Erdgas ist", erklärt Michael Specht vom ZSW. Die Speicherung stelle das kleinste Problem dar, schließlich gebe es die Infrastruktur bereits seit Jahrzehnten.

Die Speicherkapazität des deutschen Erdgasnetzes beträgt laut den Wissenschaftern rund 200 TWh, was etwa dem dreifachen des jährlichen österreichischen Stromverbrauchs entspricht. Im Stromnetz könne man dagegen nur 0,4 TWh vorhalten. "Das heißt, dass im Gasnetz Energie drei Monate gespeichert werden kann, im Stromnetz dagegen nur eine halbe Stunde", so Gregor Waldstein, Geschäftsführer von Solar Fuel Technology.

60 Prozent Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad bei der Umwandlung liege erst bei 60 Prozent, räumen die Forscher ein. "Das ist aber immer noch besser als ein vollständiger Verlust", so Specht. Letztlich müsse auch die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten werden. In den vergangenen Monaten habe das Überangebot an Wind- und Sonnenstrom an den Strombörsen bereits zu negativen Preisen geführt. Dieses Überangebot könnte künftig in Erdgas konvertiert in den Vorrat gehen. Dadurch würde die Stromproduktion von Windparks und Solarkraftwerken besser planbar und die Netze entlastet.

Solar Fuel Technology sieht in einem ersten Schritt Deutschland als interessanten Markt. "In Österreich ist der Leidensdruck nicht so groß", erläutert Waldstein. Das liegt unter anderem auch daran, dass Österreich als Wasserkraftland in den Pumpspeicherkraftwerken große Speicherkapazitäten hat. In Deutschland erwartet sich Waldstein Potenzial darin, dass sich die Technologie im Rahmen des des Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) wiederfindet: "Deutschland ist diesbezüglich weit voran. (red/APA)

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Mahatma Mahatmaned
00

Schauberger hatte behauptet, dass die Elektrolyse ein riesen Schwindel ist, da man einen Katalysator dafür benötigt.

In dem Sinn wie die Elektrolyse funktioniert agiert der Katalysator aber nicht, wie ein Katalysator laut Definition, da immer wieder Substanz hinzugefügt werden muss.

Laut Definition eines Katalysators, bleibt die Substanz, die als Katalysators benutzt wird unverbraucht und muss nicht mehr ständig hinzugegeben werden.

Schauberger meinte auch, dass der gewonnene Wasserstoff aus dem Katalysator stammte und nicht aus dem Wasser.

Ich bin mir nicht 100% sicher, ob ich das jetzt korrekt wieder gegeben habe, aber vielleicht hat ja irgendjemand davon schon gehört und kann seinen Senf dazu geben.

I bis
02
Solange Wasserstoff aus Erdgas gewonnen wird ...

... ist es ziehmlich witzlos, zugleich Methan aus Wasserstoff herzustellen.

Es gibt viele industrielle Prozesse, die Wasserstoff verbrauchen. Die billigste und folglich hauptsächlich genutzte Quelle für Wasserstoff ist Erdgas. Insbesondere für die Herstellung von Stickstoffdünger werden große Mengen an Erdgas in Wasserstoff verwandelt - mit entsprechender CO2-Freisetzung und Umwandlungsverlusten. Diesen Wasserstoff statt aus Erdgas mittels Windstrom herzustellen wäre weit sinnvoller.

Wenn man schon überschüssigen Strom zur Wasserstoffproduktion einsetzt, sollte man den Wasserstoff möglichst direkt verwenden.

Nick Tameer
00

Physikalisch betrachtet ist dies sicherlich eine richtige und vernünftige Überlegung. Aber unter kapitalistischen Bedigungen ist Effizienz keine physikalische Kategorie und es wird dasjenige realisiert, was die größte, in absehbarer Zeit erreichbare Profitabilität verspricht.

Grisu der kleine Drache
00
10.5.2010, 11:29

Verluste und Ineffizienz kosten "unter kapitalistischen Bedingungen" auch Geld. Im gegenständlichen Fall sogar ziehmlich viel Geld. Gefährlich wird es, wenn die Politik beschließt, diese ineffiziente Methanproduktion sei ach so toll und saftige Subventionen rausrückt. Subventionen jeder Art sind ein Hauptfeind von Effizienz und Vernunft.

Cherobin
00
Der Strom in einem Sackerl bleibt zu 100% Wasser!

Das ist eine der höchsten Energiedichterei die es gibt;-)

Paolo64
00
29.4.2010, 08:35
Die Speicherkapazität des deutschen Erdgasnetzes beträgt laut den Wissenschaftern rund 200 TWh, was etwa dem dreifachen des jährlichen österreichiStromverbrauchs entspricht...schen

... aha - und das Verhältnis zum deutschen Stromverbrauch?

yomellamo
00
29.4.2010, 09:16

ich hab fuer D in 2004 rund 500 TWh gefunden.

Der Teufel
00
28.4.2010, 18:54

In China tüfteln sie sicher schon am selbstladenden Feuerzeug.

Harald Schoenknecht
00
28.4.2010, 13:07

Methan eignet sich auch besser fuer Fahrzeuge als Wasserstoff... man darf hoffen...

PeAcE

yomellamo
00
28.4.2010, 09:43
weiss wer woher das CO2 genommen wird

mit dem dann "Durch eine chemische Reaktion des Wasserstoffs mit Kohlendioxid (...) Methan erzeugt" wird?

WBR
00
29.4.2010, 19:05
An CO2 herrscht bekanntlich kein Mangel

Bei einer großen Anlage wäre es wohl am sinnvollsten, die Abgase eines Kraftwerks zu nutzen.
Auf diese Weise würde sogar die CCS-Technologie sinnvoller. Würde die Sache sehr vereinfachen, wenn die "Storage" nur kurzfristig und nicht für Jahrhunderte sein müßte.

yomellamo
01
30.4.2010, 09:11

... der unterschied waere nur: wenn ich CO2 von einer anderen verbrennung von fossilen brennstoffen verwende, "benuetze" ich dasselbe CO2 zwar mehrmals, verbrenne aber immer noch die fossilen brennstoffe.

Wenn ich das CO2 aus der atmosphaere verwende, dann wuerde ich an der gesamtmenge im schnitt nichts veraendern. ... was positiv waere.

WBR
00
30.4.2010, 11:20
Schon klar: Man kann nicht alles haben

Man sollte die Realität im Auge behalten:
Aktuell werden überall neue kalorische Kraftwerke gebaut, in Deutschland viele Kohlekraftwerke. Es ist nicht anzunehmen, dass diese nach dem Bau nicht auch in Betrieb genommen werden. Es wird also auf jeden Fall haufenweise CO2 aus fossilen Brennstoffen freigesetzt. Unabhängig davon, woher diese Methan-Generatoren ihr CO2 beziehen.
Man könnte das CO2 zwar theoretisch aus der Atmosphäre beziehen, das wäre aber eine gewaltige Energievergeudung. Effizienter ist die Sache auf jeden Fall, wenn man direkt an der Quelle abzapft.
Und keine Sorge: Eine Konkurrenz zu Erdgas wird auf diese Weise erzeugtes Methan noch lange nicht sein, es werden keine Kohlekraftwerke gebaut, nur weil man Methan haben will.

yomellamo
01

.. um das klarzustellen: ich bin keineswegs gegen diese technologie, .. sie gefällt mir viel besser als ein haufen anderer vorschläge.

WBR
01
Okay

Hatte ich tatsächlich falsch verstanden. Ärgerte mich in letzter Zeit über so viele Postings in der Art von "Okay, das Sparmobil braucht nur 5 kWh/100 km. Aber es braucht trotzdem immer noch Strom!"
Da war ich wohl schon ein wenig überempfindlich.
Schadet aber nicht, dadurch habe ich mich ein bißchen mehr mit der Thematik beschäftigt. Die Sache gefällt mir auf den zweiten Blick sogar noch besser als auf den ersten. Die Sache ist nicht nur in Hinblick auf CO2-Verringerung interessant, sondern könnte auch in der Zeit wenn das Öl knapper wird von Bedeutung werden. Möglicherweise haben wir in 50 Jahren ein Nebeneinander von Elektro- und Erdgasautos, wobei ein Teil des Methans vielleicht aus überschüssigem Windstrom kommt.

Unmut ist in mir
01
29.4.2010, 16:53
Das gewinnt man aus dem Schwindel mit Emmisionspapieren;-)

GAGA3
00
29.4.2010, 15:58

Das wird durch Verbrennung aus Erdgas gewonnen.

Bambinowitsch
00
29.4.2010, 11:08

Aus der Luft..

Mulla Nasrudin
04
27.4.2010, 23:21

Die ganze Autoindustrie entwickelt dzt. an Elektroautos oder zumindest Plug-In-Hybriden. Gleichzeitig beginnt überall der erste Rollout von Elektroladestationen. Wenn sich das in den nächsten 10-20 Jahren durchsetzen soll, wird Strom in Hülle und Fülle gebraucht. Und was sind denn die ganzen an den Ladestationen hängenden E-Mobile anderes als gigantische dezentrale und relativ zeitunabhängige Stromspeicher (die meiste Zeit stehen die Autos ohnehin am Parkplatz oder in der Garage)?
Über intelligente Ladecontroller und entsprechende Geschäftsmodelle und wird man "überschüssigen" Strom bei Spitzenangebot ganz leicht wieder los, ohne dass dieser "vollständig verloren" geht.

Harald Schoenknecht
01
28.4.2010, 13:09

Naja, ein immer noch vorhandenes Problem sind die Batterien... ich denke das Erdgas-Fahrzeuge (auch wegen der schon erprobten Technologie) durchaus erfolgreich sein koennen...

PeAcE

GevatterTod
00
27.4.2010, 21:15
warum Methan und nicht Methanol?

das kann ich in Kanister fuellen und damit ein Auto betreiben!

Zinnmo
 
02
27.4.2010, 23:26

Das Auto können Sie auch mit Methan betreiben. Gasautos sind ganz normal.

Hugh G. Rection
00
28.4.2010, 12:49
Sie widersprechen

leider einem erhofften Leichtbauprinzip, weil die Tanks für 200 bar Druck ausgelegt werden müssen und damit entsprechend schwer sind

nouriel roubini
05
27.4.2010, 19:41


man will sich mit zentraler energieverteilung die menschheit weiter abhängig halten. dezentralität wird nichtmal angedacht.

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