Bisheriges Spitzenlokal "El Bulli" von "Noma" in Kopenhagen abgelöst
Das Restaurant El Bulli des katalanischen Starkochs Ferran Adriá ist nur noch das zweitbeste der Welt - zumindest, wenn man der Montagnacht in London präsentierten Liste der World's 50 best Restaurants glauben mag, die von der Fachzeitschrift Restaurant Magazine erstellt wird.
Der Mann, der Adriá entthront hat, heißt René Redzepi und kommt aus Kopenhagen. Sein Restaurant Noma hat sich einer radikal regionalen, saisonalen Küche verschrieben, in der ausschließlich skandinavische Produkte eingesetzt werden - neben Meeresfrüchten, Wild und Milchprodukten eine Vielzahl wildwachsender Kräuter, Moose und Knospen, die Redzepi zu oft bescheiden wirkenden, aber stets verblüffenden Geschmackskompositionen zusammenfügt. Olivenöl, Tomaten, Knoblauch und andere, im Norden nicht heimische Produkte kommen hingegen nicht vor.
"Ich hoffe, dass dieses Ergebnis auch ein Ansporn für Kollegen anderswo ist, sich intensiver mit den lokalen Gegebenheiten auseinanderzusetzen" , sagte Redzepi dem Standard in einer ersten Reaktion. "Wenn wir im kalten Norden mit unseren Produkten so ein Ergebnis erreichen können, dann sollte diese Art regionspezifischer Küche überall möglich sein."
Das beste französische Restaurant, das Pariser Bistro Le Chateaubriand des Basken Inaki Aizpitarte, rangiert erst auf Platz elf. Für Österreich hingegen brachte der Abend ein erfreuliches Ergebnis: Heinz Reitbauer (Steirereck) schaffte es auf Platz 21, um neun Plätze besser als im Vorjahr. Damit lässt er alle deutsche Dreisternerestaurants hinter sich. (Severin Corti aus London, DER STANDARD, Printausgabe, 28.04.2010)