Verbrennungsmotor intim

27. April 2010, 16:29
  • Artikelbild
    foto: werke

Die zunehmende Verbreitung des Hybridantriebs und die Diskussion um das Elektroauto bringen nicht nur technologisch bedeutende Änderungen

Die zunehmende Verbreitung des Hybridantriebs und die auf hohem Niveau schwelende Diskussion um das Elektroauto bringen nicht nur technologisch bedeutende Änderungen. Die ganze Gesellschaft ist gerade dabei, sich zu wandeln, ihr Verhältnis zum Automobil zu korrigieren.

Wir sehen es daran: Je höher entwickelt eine Konsumgesellschaft ist, umso weniger spielt das Auto als Statussymbol eine Rolle. Aber auch technisch läuft eine gewaltige Umwälzung ab: Früher waren Maschinenbau und Elektrotechnik zwei grundverschiedene Disziplinen mit mehr Berührungsängsten als Gemeinsamkeiten. Das Auto war fast ein Jahrhundert lang ein Kind der Maschinenbauer. Der elektrische Schaltplan eines VW Käfer war für einen Elektrotechniker reinste Lächerlichkeit.

Doch dann kam der Computer und revolutionierte die Konstruktion, und immer mehr Leute, die sich mit Strom besser auskannten als mit Eisen, sickerten in die Automobilbranche ein. Mittlerweile ergibt die Liste der automobiltechnischen Kongresse ein gewandeltes Bild. Die klügsten Köpfe der Welt treffen einander immer öfter zu Themen, die mit Maschinenbau immer weniger zu tun haben: Elektro-, Hybridantrieb, Speichertechnologie etc.

Allerdings steht kommenden Donnerstag und Freitag beim Wiener Motorensymposium zum 31. Mal der Verbrennungsmotor im Vordergrund. Und das ist nach wie vor wichtig, weil die meisten der schlauen Konzepte weiterhin einen Verbrennungsmotor als Grundlage haben werden, und der muss so sauber und sparsam sein wie nie zuvor. So schnell wie es manchmal aussieht, wird die Elektrifizierung des Automobils auch nicht voranschreiten. Das Elektroauto ist sehr häufig nämlich nicht die beste Lösung. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/23.4.2010)

  • Gefährliche Elektroautos [136]

    Elektrische Spannungen und Ströme, aber auch die Elektromotoren selber bergen hohe Risiken

  • Konflikt Fahrrad versus Auto [268]

    Die Trennung von Rad- und Autoverkehr funktioniert nicht wirklich. Radwege mögen das richtige Symbol sein, aber nicht immer die richtige Lösung

  • Vom autonomen Autofahren [42]

    Autofahren ist vor allem in Ballungsräumen nicht mehr lustig und um das erste verdiente Geld auszugeben gibt es genügend Alternativen zum Auto

  • Start-Stopp: Es gibt längst Besseres [86]

    Die Zukunft gehört Systemen mit Starter-Generator, der unauffällig zwischen Stillstand, Elektro- und Verbrennungsmotorbetrieb wechselt

  • Verkehr in Megacitys [3]

    Die Autoindustrie liefert Konzepte für den Autoverkehr in künftigen Megacitys und denkt über besonders kleine und smarte Fahrzeuge nach

  • Zugfahren als Schnäppchenjagd [185]

    Die Bahn hält Neukunden konsequent fern. Alternativen sind die neue Westbahn - oder der private PKW

  • Radfahren: Fit, aber tot? [256]

    Je mehr Radfahrer sich auf den Straßen tummeln, umso mehr Unfälle gibt es auch

  • Autosalon als Spiegelbild [3]

    Die heurige Automobilausstellung in Frankfurt kehrt auf den ersten Blick wieder ziemlich auf den Boden der Tatsachen zurück

  • Das Auto braucht Straßen [86]

    Das Auto braucht eine Infrastruktur, nämlich Straßen, und die schenken uns die Autohersteller nicht dazu

  • Autofahren mit Biogas [39]

    Biogas wird im Wesentlichen aus landwirtschaftlichen "Abfällen" hergestellt, tritt also nicht in unmittelbare Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion

  • Pendlerpauschale ade? [379]

    Eine hohe Mobilität von Arbeitskräften ist eine Grundlage unseres Wirtschaftslebens. Die CO2-Diskussion betrifft vor allem auch die Pendler

  • Mit den Waffen der Gegner [99]

    Gijs Mom macht sich schon lange Gedanken, warum der Elektromotor vor 100 Jahren den Wettlauf mit dem Verbrennungsmotor verlor

  • Abgas-Erregungsakrobatik [19]

    Bis heute spielen die kompromisslosen Autoverteidiger eine lautstark polternde, aber ziemlich nutzlose Rolle

  • Feinstaubalarm beim Ottomotor [81]

    Die Regelung Euro 5 sieht eine Begrenzung der Partikelmasse vor. Aber nur mit der Partikelmenge lässt sich der Feinstaubanteil erfassen

  • Feindbild Automobil (III) [20]

    Die Existenz zu vieler Autos wird zwar beklagt, als Jobmoter sind Autofabriken aber nach wie vor gerne gesehen

  • Feindbild Automobil (II) [103]

    Fahrrad- und Automobilfahrer waren einst Freunde. Die Freundschaft hatte ein Ende, als das Auto dem Rad davonfuhr

  • Feindbild Automobil (I) [71]

    Das Auto hatte es Anfangs ganz und gar nicht leicht, sich durchzusetzen

  • Porsche-Preis fürs Lichtsparen [21]

    Der Prof.-Ferdinand-Porsche-Preis der TU Wien geht dieses Jahr an Wolfgang Huhn (Audi) und Kamislav Fadel (Automotive Lightning)

  • Gasgeben wörtlich genommen [12]

    Mit steigenden Kraftstoffpreisen werden Alternativen zu Benzin und Diesel zusehends interessanter, insbesondere Erdgas

  • Gummi braucht Straße

    Die Hoffnung der Autobranche lautet, in den derzeit noch weniger entwickelten Ländern im Laufe der Zeit auf über 500 wie bei uns aufschließen wird

  • Elektromotor rettet Verbrennungsmotor [41]

    Das diesjährige Wiener Motorensymposium prophezeite revolutionäre Zeiten im Automobilbau

  • Flexibler Motorenpapst [43]

    Es werden nur jene technischen Lösungen kommen, für deren Erforschung und Umsetzung in die Praxis sehr viel Geld ausgegeben wird

  • Auf ins Energiesparadies [8]

    Wahrscheinlich befinden wir uns jetzt im letzten Drittel des Erdölzeitalters - und auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger

  • Mit dem Rotstift durch die Verbrauchstabelle [60]

    Mercedes senkt mit Akribie den CO2-Ausstoß seiner E-Klasse, jedenfalls auf dem Papier

  • Automatik ohne Mehrverbrauch [197]

    Mit manuellem Schaltgetriebe, automatischem Doppelkupplungsgetriebe und Wandlerautomatik werden heute in etwa die gleichen Verbrauchswerte erzielt

Kommentar posten
20 Postings
Elessar
03
28.4.2010, 07:45

solange die speicherung beim e-auto nicht vernünftig klappt wird es keines geben. jetzt werden mal plug-in systeme kommen.

so nebenbei. das e-auto ist bei berücksichtigung des co2 wertes bei der energiegewinnung klar hinter einem modernen vkm, das beweisen sogar studien von grünen politikern (die sind ja meistens keine vkm freunde).

Gobi Todic
00
28.4.2010, 11:49
deshalb

wären maschennetze (ähnlich wie beim autodrom) über autobahnen erstrebenswert. ob es geht weiß ich nicht ;)

MrGreen
00
28.4.2010, 12:17

ich nehme die Antwort vorweg. es geht nicht.

Gobi Todic
00
28.4.2010, 12:43
alles klar

na dann ... abgehakt.

Elessar
00
28.4.2010, 12:16

gehts nicht noch umständlicher?

Gobi Todic
01
28.4.2010, 12:44
bitte sagen sie mir nicht was umständlich ist

bitte sagen sie mir was geht. (bin elektrotechnik-laie) danke.

zarathustra358
00
28.4.2010, 19:57
*gg*

Der war net schlecht.
Ich find ja das dauernde "des geht ja net" is das eigentlich leidige an der ganzen debatte. De facto geht einiges, wenn nur der Spritpreis hoch genug steigt, was bei einer Verdoppelung der KFZ auf der Welt bis 2030 (lt. EU-Kommission) auch sehr wahrscheinlich ist.
Dass die Kinderschuhe der Elektromobilität bereits fast Konkurrenzfähig zum seit 100 Jahren perfektionierten VKM sind find ich jetzt einfach einmal als Beweis der Machbarkeit - der Kostendruck wirds richten.

meint
Zarathustra

Gobi Todic
00
28.4.2010, 20:26
kenn die floskel

aus div. besprechungen und hab immer eine dementsprechende antwortpalette parat ';)

denk ich auch. und wenn auch die ölmultis die batteriepatente zamkaufen... irgendwann wirds schon passieren, auch wenns anfangs mit oberleitung ist ;)

Parkschwein
01
29.4.2010, 17:23

welche batteriepatente wurden denn genau von wem zusammengekauft? kleiner tipp: patente verschwinden nicht in geheimen schubladen, sondern sind öffentlich einsehbar.

MrGreen
03
27.4.2010, 22:28
"Je höher entwickelt eine Konsumgesellschaft ist, umso weniger spielt das Auto als Statussymbol eine Rolle. "

.. wie man deutlich an den Verkaufszahlen diverser Porsche SUVs erkennen kann. lol

tramezzino
00
28.4.2010, 15:27

nämlich in russland und ähnlichen ländern.

buff flyer
00
28.4.2010, 13:33
in den 60er jahren

hat ein dummer opel caravan sicher mehr renommee gehabt als die ganzen suv heute zusammen.

MiSin
01
28.4.2010, 13:26
SUV =

Super Useless Vehicle

sperrt alle diese nicht Geländetauglichen KFZs aus den Städten aus

t 3
 
00
27.4.2010, 22:42
die beeindrucken doch eh

niemanden mehr...

al vvi
10
27.4.2010, 18:49

Das Elektroauto wird es nie geben. E Mobilitaet ist das Lieblingskind der Atomindustrie.

Parkschwein
00
28.4.2010, 09:21

die atomindustrie? stellen die atome her?

Hefeweizerlbier
00
27.4.2010, 23:14
Das Elektroauto wird es geben,

wenn der Sprit das Mehrfache wie heute kostet.

777anton
00
28.4.2010, 05:56
dann kostet auch der Strom das Mehrfache

Energie wird teuerer, nicht nur Erdöl!

Hefeweizerlbier
01
28.4.2010, 14:14
Das schon,

aber in Relation wird das Fahren mit Strom billiger.
Nehmen wir Hausnummer an, pro km koste das Fahren mit Strom 1/4 vom Benzinfahren.
Bei Treibstoffpreisen von 1 EUR tut sich niemand ein Elektroauto an, man würde sich nur 75ct ersparen. Bei einem Treibstoffpreis von 4 EUR würde man sich aber 3 EUR ersparen, dann wird es langsam interessant.

axelander
00
27.4.2010, 22:25
Kommen Sie auch...

zum Wiener Motorensymposium?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.