Palästinenser boykottieren Waren aus israelischen Siedlungen

26. April 2010 20:17

Vertrieb gesetzlich unter Strafe gestellt

Ramallah - Die palästinensische Führung macht Front gegen die israelischen Siedlungen im Westjordanland. Präsident Mahmoud Abbas unterzeichnete am Montag in Ramallah ein Gesetz, das den Vertrieb von Waren, die in den Siedlungen hergestellt worden sind, unter Strafe stellt. Verstöße können mit bis zu fünf Jahren Haft und Geldstrafen bis umgerechnet 10.500 Euro geahndet werden, wie Präsidentenberater Hassan al-Khoury sagte. Die Palästinenser haben indirekte Gespräche mit Israel unter US-Vermittlung abgelehnt, solange die israelischen Siedlungsaktivitäten im Westjordanland und Ostjerusalem nicht eingestellt werden.

Nach Schätzungen palästinensischer Behörden werden pro Jahr Waren aus den Siedlungen im Wert von 200 bis 500 Millionen US-Dollar an palästinensische Geschäftsleute verkauft. Die palästinensischen Sicherheitskräfte haben in jüngster Zeit damit begonnen, Produkte aus den Siedlungen zu konfiszieren. Viele palästinensische Arbeitsplätze hängen von den Siedlungen ab.

Ministerpräsident Salam Fayyad hatte sich für "friedlichen Widerstand" gegen die israelische Okkupation des Westjordanlandes ausgesprochen. Produkte aus den israelischen Siedlungen seien zu boykottieren und müssten von palästinensischen Märkten verschwinden, hatte Fayyad erklärt. Der 60 Prozent der Fläche des Westjordanlandes umfassende sogenannte "Sektor C" steht vollständig unter israelischer Militärkontrolle. Fayyad hatte kürzlich gemeint, auch ohne Friedensvertrag mit Israel könnte im Sommer 2011 ein palästinensischer Staat in den Grenzen von 1967 (vor dem Sechs-Tage-Krieg) ausgerufen werden.

Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman hatte daraufhin die Palästinenser gewarnt, dass ein solcher Schritt Israel dazu veranlassen könnte, Teile des Westjordanlands zu annektieren und bestehende Friedensverträge zu "annullieren". Abbas hat eine Staatsgründung innerhalb von zunächst provisorischen Grenzen abgelehnt. Israel hat laut verschiedenen Berichten seinen bereits 2007 unterbreiteten Vorschlag, einen palästinensischen Staat innerhalb von "vorläufigen" Grenzen zu errichten und erst später über deren endgültigen Verlauf zu verhandeln, aktualisiert. Ein palästinensischer Gewährsmann erklärte am Samstag, Israel habe Abbas einen solchen Staat auf mehr als 50 Prozent des Westjordanlandes angeboten. (APA/apn/AFP)

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22 Postings
wieso auch nicht
27.04.2010 19:37
Hebron: Eine "Siedlung"

- durchgehende jüdische Besiedelung bis 1929
- August 1929: Jüdische Bevölkerung wird ermordet und vertrieben
- Ab 1967 kehren Juden zurück in die Stadt aus der sie gewaltsam vertrieben wurden (bis heute etwa 200)

Heute gilt Hebron den einen als "illegale Siedlung".

Reddogg
 
28.04.2010 06:52

Und zwar zu Recht, da diese Siedlung nämlich nicht unter der pal. Hoheit/"Souveranität" steht sondern unter isr.. Das ist der Hauptgrund für die Ablehnung dieser Siedler.
Aber für Sie ist das ja anscheinend kein Unterschied oder, wenn ich mir noch die anderen Aussagen von ihnen anschaue...

Tower Hill
28.04.2010 06:44
4. Genfer Konvention, gültig seit 1949:

Art. 49: Die Besetzungsmacht darf nicht Teile ihrer eigenen Zivilbevölkerung in das von ihr
besetzte Gebiet deportieren oder umsiedeln.

Was Sie noch vergessen haben zu erwähnen in der Geschichte von Hebron: 1994, Goldstein.

whoreswhisperer
28.04.2010 18:50
ah

und die araber durften sich nach der vertreibung der juden 29 dort ansiedelen, oder was? kriegt man von solchen double-standards nicht kopfschmerzen?

Tower Hill
29.04.2010 06:06
Double standards?

Völkerrecht! 1949 in Kraft getreten, auf Grund der Erfahrungen von 2 Weltkriegen.

wieso auch nicht
27.04.2010 19:31

Das wird die Siedlungen aber schmerzlich treffen haha.

Andreas Globus
27.04.2010 11:11
Abbas ist noch weniger Friedenswillig, als es Arafat war.

Angst vor der eigenen Zivilcourage?

(Versuch Nr. 2 ... was ist an diesem Posting schreckliches, dass die Zensur-Redaktion vor diesem Angst hat? )

Mostbluzza
27.04.2010 11:18
stimmt nicht

Abbas hat dieser tage zugestimmt. die arab. liga ist dagegen. Erst aber als Israel zustimmte, ganz inoffiziell, für 4 wochen siedlungsbau zu stoppen.

haaretz:
The dominant view in the PA was that the Palestinians would agree to resume talks within two weeks so that they will avoid being seen as not wishing to pursue peace, but a final decision could be swayed by the Arab League vote

Mostbluzza
27.04.2010 11:08
zionistische berichterstattung und was wirklich passierte

lesen wir auf einer jüdischen seite natürlich, alles andere wäre vorsätzlich antisemitisch.
....
Während die palästinensische Regierung einen Boykott der Produkte aus den „illegalen“ israelischen Siedlungen beschlossen hat, protestieren die palästinensischen Gewerkschaften gegen die Wegnahme von Arbeitsgenehmigungen für palästinensische Arbeiter in den Siedlungen ... ursache/wirkung !?!

abartige auswüchse, von schmuggel bis fälschung, die die situation der ausgebeuteten dort ad absurdum führen:

Gemäß einem Bericht von Maan sind Palästinenser bereit, über 200,- Euro für einen gefälschten Ausweis zu zahlen, nur um in den Siedlungen bei höherem israelischen Lohn arbeiten zu können.

http://www.hagalil.com/archiv/20... enboykott/

la ardilla diablo
27.04.2010 02:34

jedes mal wenn ich was über diesen Konflikt lese, schicke ich sogar als Atheist ein Stoßgebet an ihre Götter damit sie ihren Gläubigen mal ein wenig Verstand ein- und Lagerdenken rausprügeln.

DieBo
27.04.2010 09:18
Das Wort "Einsicht" würde mir besser gefallen. Prügelnde Götter taugen nix.

mistvieh666
26.04.2010 22:38

das ist wie wenn cuba einen handelsboykott gegen die usa beschliesst.
palaestinenserfuehrer sind verbrecher, die ihr volk arm machen wollen um es besser beherrschen und ausbeuten zu koennen. der zynismus, mit dem man die eigenen leute sterben oder verarmen lasst ist einmalig in der welt, so passiert das nicht mal in nordkorea.

Der elegante Herr von nebenan
 
27.04.2010 09:30

Da haben Sie zwar Recht, aber trotzdem müssen die Siedler abziehen. Die Siedler sind das einzige was ich Israel im Großen und Ganzen vorwerfe

Andreas Globus
27.04.2010 13:03
Die Siedler müssen - sollen abziehen ...

so nach dem Motto ... Palästina soll Judenfrei sein, aber viele werden schreiben und schreien "Israel und Apartheid"

... doch sie sollen abziehen, wenn alles geregelt ist.

Die derzeitige palästinensische agiert nach der Methode "um Dich zu bestrafen schneide ich mir die Hand ab"

James131
27.04.2010 08:32

Genau und die Israelischen Samariter bauen dort ganz uneigennuetzig eine Infrastuktur auf, die die voellig ausser Kontrolle geratene demokratisch gewahelte Regierung der Palistinenser dauernd mit den Spitzhacken zerstoert. Das muss sofort unterbunden werden. Am einfachsten durch die Annektion durch Israel und der Einmasch aliierter Soldaten, die die dort lebende Bevoelkerung auf ein ertraegliches Minimum reduziert damit die Siedler endlich ihre Ruhe haben ........
Wer Zynismus endeckt darf den behalten

miriam7
27.04.2010 10:03
Wer Zynismus endeckt darf den behalten

Ich hab ihn entdeckt, will ihn aber auch nicht.

Sie dürften im obigen Artikel einen kurzen, aber nicht unwesentlichen Satz übersehen haben:
"Viele palästinensische Arbeitsplätze hängen von den Siedlungen ab."
Und da denke ich mir, ist die Frage, wem hier eigentlich geschadet wird, durchaus legitim.

Fox_Aut
27.04.2010 09:19

wasser...strom....kläranlagen..... infrastruktur müssen die schon selber errichten können wen man mal daran denkt das die ein eigener staat sein wollen!

James131
27.04.2010 17:57

Gibts das auf fuer ganz blonde?
Die Infrastruktur ist eines der Hauptziele israelischer Angriffe. Dazu gibt es ausreichend Belege, ob das UN oder EU ist mehrfach dokumentiert........
Also erst denken, dann schreiben :-D

Mostbluzza
27.04.2010 11:31
die palästinenser könnten ihre infrastruktur

gesponsert von arab. ländern, der eu usw auch bombensicher bauen - also selber schuld wenn die idf nur drüberfliegen muss - oder von uno truppen bewach... ne das hilft nicht.

da haben sie schon recht.

aber sehen wir es positiv, wenn man flughäfen und kläranlagen usw dreimal baut, dann gibts sicher keine baumängel.

Fox_Aut
27.04.2010 16:47

nunja im wjl muss man die strassen nicht zwangsläufig bombensicher bauen. das von ihnen angesprochene geld aus eu arabischer raum scheint leider derzeit noch viel zu stark in "weiß auch nicht was " zu versickern.
das netanjahu ein guter wirtschafter ist bestätigt sich nur an der stabilen lage israels. hoffen wir das er dem wjl damit auch helfen kann mal ein wenig fuß richtung eigener staat zu fassen. man müsste vill mal die sichtweise drehen und nicht ständig über die siedlungen reden. bei einer stabileren situation sind sicher beide seiten bereit eingeständnisse zu machen und vertrauen zu schöpfen.

Tower Hill
27.04.2010 11:03
Naja, beim Wasser hätte Israel wohl einige Probleme,

wenn ein palästinensischer Staat sein Wasserproblem löst.

James131
27.04.2010 18:01

Stimmt .... die israeilis muessten dazu nur das geltende Recht gegen sich selber gelten lassen ..... warum auch nicht. Denn dann gaebe es erheblich geringere Wasserprobleme auf dem Gebiet eines moeglichen Palistina. Genau. Ach ja ... selbstverststaendlich die besetzten Suesswasserzugaenge raeumen. Das Problem ist dann nur, dass dann ein grossteil der israelischen Landwirtschaft und der Tourismusindustrie ein Problem bekommt ...... aber .... macht nix ... wo keine Kanaele, keine Brunnen, keine Wasserleitungen, da auch kein Wasserverbrauch ;-)

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