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Wie Affen Trauer tragen

26. April 2010 18:29

Beobachtungen von Forschern: Auch Schimpansen zeigen ein hohes Bewusstsein für den Tod

New York - Menschen haben in den vergangenen Jahren bei Schimpansen so gut wie alle Eigenschaften entdeckt, die früher als exklusiv menschlich galten: Unsere nächsten lebenden Verwandten verwenden Werkzeuge, verfügen über Selbstwahrnehmung, kommunizieren und können auch einfache Rechenaufgaben lösen.

Wie aber ist das mit einem anderen psychologischen Phänomen, das als typisch menschliche Regung gilt - der Trauer für Verstorbene? Gleich zwei neue Studien in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts "Current Biology" geben raren Einblick, wie Schimpansen mit dem Tod umgehen.

Einmal beobachteten Forscher, wie eine Schimpansengruppe das Sterben eines alten Weibchens in einem britischen Safaripark "begleitete". Ein anderes Team von Primatologen verfolgte in Guinea, wie Menschenaffen mit dem Tod zweier Jungtiere umgingen, die an einer Art Grippe starben.

Vor allem die zweite Untersuchung, die Forscher rund um Dora Biro von der Uni Oxford anstellten, ist wahrlich herzzerreißend: Die Mütter schleppten ihre toten Babys monatelang herum, bis sie mumifizierten. Die ganze Zeit über erhielten die leblosen Körper jene Zuwendung, die Affen auch ihrem lebenden Nachwuchs angedeihen lassen: Sie pflegten ihr Fell, nahmen sie mit in ihr Nest. Erst nach und nach lockerte sich das Band zwischen den Müttern und den toten Kleinen, die auch anderen Schimpansen "überlassen" wurden.

Im Fall des alten Weibchens zeigten die anderen Schimpansen vor dem Sterben noch einmal besondere Zuneigung. Als die Tiere den Tod festgestellt hatten, blieben sie leise und verließen sie den Leichnam - bis auf die älteste Töchter, die während der folgenden Nacht bei ihrer verstorbenen Mutter blieb.

Das Resümee der Primatologen: Auch beim Trauern sind uns die Schimpansen näher als gedacht. (Klaus Taschwer/DER STANDARD, Printausgabe, 27. 4. 2010)

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Posting 1 bis 25 von 62
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Gluck
27.04.2010 21:27

Ich wart schon auf die Meldung "Affen glauben an Gott".

molekühl
27.04.2010 21:02

Stellen wir uns zwei Menschenweibchen vor, die mit dem Tod ihres Säuglings konfrontiert sind.
Weibchen A trägt den Leichnam noch monatelang mit sich herum, putzt ihn, redet mit ihm und versucht ihn zu füttern.
Weibchen B registriert den Tod, betrauert und begräbt das Kind.
Welches von beiden würden sie als intelligenter und gefühlvoller bezeichnen?
Aber den größten Blödsinn liest man eh immer auf den "Wissenschaftsseiten".

Mynnia
 
30.04.2010 12:43

Es gibt auch solche Trauerrituale bei Menschen...Ich sag nur Totenspeisung, Bau von Jenseitsheimen inklusive Hauseinrichtung (Pyramiden!!)

Das ist gar ned weit weg.

G. Lavant
27.04.2010 21:26
Kennen sie es noch?

Oh Dad, Poor Dad, Mama's Hung You in the Closet and I'm Feeling So Sad

A mother drops her son and husband off at a tropical vacation spot for a little rest and relaxation. The only problem is that the husband has been dead for quite some time, and his wife had him stuffed and carries him around with her. Complications ensue.

gays-come-first
27.04.2010 13:56

man hat auch schon ein sehr sensibles verhalten von elefanten beim tod eines herdenmitgliedes festgestellt - und die kindererziehung mit all den "tanten" ist ja weitläufig bekannt.
trotzdem schön mal solche artikel zu lesen und nicht nur katastrophenberichterstattung.

Angelika70
27.04.2010 13:12

Geh bitte. Sogar bei meiner Katze erlebte ich schwere Trauer, als ihr Kumpel - mit dem sie 17 Jahre zusammenlebte - gestorben ist.

Lautes Weinen, nervöses Auf- und Abgehen, Ablehnung von Streicheleinheiten und Futter. Was anderes soll das sein als Trauer?

molekühl
27.04.2010 21:10

Die Katze wird halt keinen Unterschied kennen zwischen "weggegangen" und "tot". Der Mensch schon, beim Schimpansen lässt es sich streiten.

füllhornkäfer
28.04.2010 14:15
doch!

Die Katze einer Bekannten von mir hatte 5 Junge, eines herziger wie das andere. Dann wurde eines von ihnen von einem Auto überfahren. Es war herzzerreißend, wie die Katze ihr Junges daraufhin überall suchte...
Die anderen Kätzchen bekamen kurz danach neue Besitzer. Sicher nicht zur Freude des Muttertiers, aber sie reagierte darauf tatsächlich weit gelassener als auf den Tod des ersten - als ob sie es gewusst hätte.

rough_rider
28.04.2010 14:51

nochmal: die katzenmutter hat ihr junges GESUCHT. sie hat aber (sehr wahrscheinlich) nicht überrissen, dass das junge TOT ist.

füllhornkäfer
03.05.2010 12:30

Sie hat auf den Verlust des ersten anders reagiert als auf den der anderen, die zu neuen Besitzern kamen - wie man es auch nennen mag.

rough_rider
03.05.2010 12:32

aha ok, DAS ist dann wirklich außergewöhnlich, habe ich noch nicht gehört!

Dagmar Rehak
 
27.04.2010 13:38

Das ist ja nicht "Geh bitte", sondern durchaus im Sinne des Artikels. Nur geht es hier um Schimpansen. Über Katzen kannst du ja selbst deine Beobachtungen niederschreiben und veröffentlichen.

Darius
27.04.2010 21:14
Ich denke was der Vorposter damit sagen will, dass hier über Sachen berichtet wird, die wir ohnehin schon wissen.

Ich erinnere mich an einen Hund, den wir in der Familie hatten, der ausgesprochen fixiert auf meinen Vater war, der ihn abgerichtet hat.
Der Hund hat vollkommen das Fressen eingestellt, als mein Vater 14 Tage nicht zu Hause war.
Das ist entweder "Hungerstreik" oder Trauer des Hundes. Erst als er zurück war, hat sich der Hund wieder normal verhalten.

Auch Tiere haben Gefühle, das ist ja wohl klar heute.

Pro Freistaat Kärnten!
 
27.04.2010 11:52
....die an einer Art Grippe starben...

Die Affengrippe, der nächste Hype ist absehbar....

rundblicker
27.04.2010 11:23
Ich behaupt zumindest höherentwickelte Säugetiere haben Gefühle:

Die Menschheit als Gesamtes ist einfach nur überheblich genug, um es nicht wahrhaben zu wollen, weil es für das Gewissen einfacher ist. Als Gegenargument wird meist die Nichtintelligenz der Tiere angeführt. Wie man aber vom Menschen weiß, hat Intelligenz nichts mit den Gefühlen zu tun.

Lukas Chen
27.04.2010 16:31
Affen haben auch Gefuehle

Das zeigte schon in der alten chinesischen Literatur. Wenn ein Jaeger kleine Affenkinder fangen wollen, brauchte er einfach die Affenmutter zu toeten, dann kamen die Affenkinder weinend vom Baum herunter, und wurden vom Jaeger ohne Muehe samt der Affenmutter gefangen.

Gruppenbild mit Dame
27.04.2010 10:46
GAGA3
27.04.2010 00:13

Wahrscheinlich sind Schimpansen einfach zu dumm um zu kapieren, dass die jetzt tot sind.

Captain Smoker
27.04.2010 20:54

Eher genau umgekehrt würde ich sagen.

rough_rider
28.04.2010 14:54

aha. na welchen sinn machts ein totes schimpanserl monatelang mit sich rumzuschleppen?

"nug nugg" ("dein kind schaut schon ziemlich blass aus")
"uuh uhh ngaaa" ("du bist ja nur neidisch, weil dir der alpha kein kind machen will")

wels11
27.04.2010 14:26
GAGA3

Dein Name sagt eigentlich schon alles !!

gays-come-first
27.04.2010 13:57

wert dieser aussage?? tierfeind oder genereller lebensfrust.

LostinSpacetime
27.04.2010 10:15
An Ihrer Stelle würde ich das Word "dumm" nicht allzu oft in den Mund nehmen.

Jonathan Möwe
27.04.2010 10:09

Hey, sie gäben einen guten Psychologen ab!

vikto1313
26.04.2010 23:53
Geschichte aus einem Proseminar!

In meiner Studienzeit nahm ich an einem PS mit christl. Hintergrund teil. Teilnehmer waren Teologie- und Philosophiestudenten. Der Vortragende war ein Abt, ich weiß leider seinen Namen nicht mehr.
Er hat allen ernstes behauptet, dass Tiere nur Instinkte aber keine Gefühle haben. Tiere fühlen keinen Schmerz, Angst, Trauer oder Freude. Diese Handlungen sind nur Instinkthandlungen. Auch nach mehrmaligem Nachfragen und intensiver Debatte blieb er bei seiner Meinung. Jesus hat nur uns Menschen Gefühle gegeben.
Nach diesem Seminar wusste ich, warum die Kirche so hinterwälderische Ansichten vertritt.

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