Autos unter die Erde

Wiener ÖVP will Prater Hauptallee untertunneln

26. April 2010, 14:54

1,4 Millionen Euro teures Projekt bei Kreuzung mit Meiereistraße gefordert - Für SPÖ "so nicht realisierbar"

Wien - Autofahrer unter die Erde: Die Wiener ÖVP will die Prater Hauptallee untertunneln - zumindest einen kleinen Teil davon. Konkret sollen die Pkw dort, wo die vielbefahrene Meiereistraße die 4,4 Kilometer lange Verbindung zwischen Praterstern und Lusthaus quert, durch den Untergrund geschleust werden. Das 500 Meter lange Vorhaben würde mit bis zu 1,4 Mio. Euro plus Planungskosten zu Buche schlagen, so Landesgeschäftsführer Norbert Walter am Montag. Ziel sei mehr Sicherheit für Fußgänger und Freizeitsportler.

Derzeit ist die Kreuzung durch Verkehrsinseln und Zebrastreifen gesichert. Die ÖVP-Variante sieht vor, Fußgängern, Joggern, Radfahrern, Inlineskatern oder Fiakern hier die gesamte Oberfläche zu überlassen, um ungefährdetes Sporteln zu ermöglichen. Immerhin sei das betroffene Areal eine der gefährlichsten Kreuzungen der Leopoldstadt. Die Mehrheit der Bezirksbewohner begrüße jedenfalls den Plan. "Wir haben das abtesten lassen", versicherte Walter in einer Pressekonferenz an Ort und Stelle.

VP-Verkehrssprecher Wolfgang Gerstl argumentierte, dass kurze Untertunnelungen auch für mehr Fließverkehr sorgten. Deshalb wünscht er sich ähnliche Untergrundprojekte auch für weitere Bereiche wie bei der Nußdorferstraße/Gürtel oder beim Hauptbahnhof. An die fünf Realisierungen kurzer Untertunnelungen wären zumindest ein Schritt in die richtige Richtung, so Gerstl zur APA.

Was die Umsetzung des Hauptallee-Vorschlags betrifft, zeigte sich der Landesgeschäftsführer optimistisch. "Der erste Reflex ist in der Regel 'Nein', dann wird nachgedacht und schließlich werden unsere Ideen meist eh umgesetzt", wagte Walter die Reaktion von SP-Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker zu prophezeien. Letzterer glaube, Probleme dadurch lösen zu können, indem er sie nicht anspreche, lud Gerstl den Ressortchef heute dazu ein, "mit uns zu diskutieren".

Laut Harald Skribany, ÖVP-Klubobmann in der Leopoldstadt, soll die derzeitige Wochenendsperre für Kraftfahrzeuge aufrechterhalten bleiben. Der Forderung der Bezirksgrünen nach einer permanenten Sperre der Meiereistraße für den motorisierten Individualverkehr durch den Prater erteilen die Stadtkonservativen hingegen eine Absage. Es gehe nicht darum, eine Verkehrsgruppe zu bevorzugen, sondern alle nebeneinander leben zu lassen, hieß es.

SPÖ: "So nicht realisierbar"

Die Wiener SPÖ hält den Vorschlag der Volkspartei für "so nicht realisierbar". "So ein Bauwerk muss sehr tief in die Erde hineingesetzt werden. Das heißt, man wäre relativ bald beim Grundwasser angekommen. So ein Bau lässt sich für (den von der VP bezifferten Betrag von, Anm.) 1,4 Mio. Euro nicht bewerkstelligen", warf der Leopoldstädter Bezirksvorsteher Gerhard Kubik (SPÖ) den Stadtkonservativen "beliebige Forderungen" statt "ernsthafter Planung" vor.

Außerdem müssten noch andere Details wie Zufahrten für Einsatzfahrzeuge berücksichtigt werden, so der Bezirkschef in einer Aussendung am Montag. Zudem sei ein Tunnelprojekt ein schwerer Eingriff in das Landschaftsschutzgebiet Prater, da Autofahrer dann stärker auf's Gas steigen und somit mehr Lärm verursachen würden. Die Leopoldstadt arbeite bereits mit Experten an einer Lösung, welche die Sicherheit für Fußgänger erhöhen soll, hieß es.

Grüne: "Schnapsidee"

Als "Schnapsidee" wiederum bezeichneten die Grünen Leopoldstadt den schwarzen Vorstoß. "Ein Tunnel macht diesen Schleichweg für den motorisierten Individualverkehr durch den Grünen Prater noch attraktiver und würde damit noch viel mehr Autos anziehen", zeigte sich der grüne Bezirksverkehrssprecher Wolfgang Kamptner überzeugt. Die "einfachste, billigste, umweltfreundlichste und schnellste Lösung" sei eine Totalsperre der Meiereistraße, betonte die Oppositionspartei heute einmal mehr. (APA)

 

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Posting 1 bis 25 von 57
1 2
torch
 
00
3.12.2010, 09:41
"... zeigte sich der grüne Bezirksverkehrssprecher Wolfgang Kamptner überzeugt. Die "einfachste, billigste, umweltfreundlichste und schnellste Lösung" sei eine Totalsperre der Meiereistraße, betonte die Oppositionspartei heute einmal mehr."

(Zitat)

Die Grünen Oppositionspartei ???

maxauthority
00
3.12.2010, 12:17

Der Artikel ist von April...

Eigentlich schad, denn die idee klingt ja nicht so schlecht.

Claidheamh Mòr
00
27.11.2010, 09:20
die VP will Tunnels ...

... als Schutzraeume fuer ihre Klientel beim kommenden (und SEHR wahrscheinlichen) Sozial-Aufstand ?

Mathias
 
01
28.9.2010, 11:45
Die Wiener ÖVP will die Prater Hauptallee untertunneln - zumindest einen kleinen Teil davon.

Man stelle sich vor, jemand von der wiener ÖVP hat St. Gallen besucht!

Gerhard Schwarz
 
13
31.8.2010, 02:27

Mein Vorschlg: Sperre der Meiereistraße für den Autoverkehr, stattdessen verlängerung des 18ers bis Stadion mit intelligenter Ampelschaltung bei der Hauptallee.

Claidheamh Mòr
00
27.11.2010, 09:19
Gute Idee

allerdings nur mit betraechtlicher Intervallverdichtung - der 18er ist jetzt schon unter jeder Kritik.

Tintifax2000
02
30.8.2010, 10:56
genau ...

... damit die suv-fahrenden övp-wähler nicht auch noch schauen müssen, ob sie nicht ev. einen fußgänger zsamführen - wär ja schade ...
... man muß schon sagen, dass die errichtung primär FÜR DIE PKW-Fahre wäre - nicht für die fußgänger ... hier wird immer so getan als wollte man geld für den fuß/rad-verkehr bereitstellen, wenns nur darum geht dass die pkws sich ungestört bewegen können ...

David Stroganoff
00
25.7.2010, 19:25

Nach all den Postings hier kann ich nur sagen und in diesem Fall ist es vielleicht wirklich am besten so: "Lass mas wie´s is!!!"

Jo eh...
00
24.7.2010, 22:14

Schon seltsam dass die Wiener ÖVP sich stets über angebliche Geldverschwendung aufregt aber selbst diverse Vorschläge macht die sehr teuer und von stark begrenzter Sinnhaftigkeit wären (Barrieren in den U-Bahn-Stationen, Untertunnelung der Hauptallee, usw.)

ja aber
00
21.7.2010, 12:10
ich bin zwar kein autofahrer

aber wegen ein paar fussgänger einen riesentunnel bauen erscheint mir geldverschwendung.

ausserdem wenn man die bauarbeiten in österreich kennt, dann kostet der tunnel am ende das zehnfache.

Jo eh...
02
25.7.2010, 14:46

Ich glaub man erkennt bei den Vorschlägen der Wiener ÖVP ein gewisses Muster:

Wenn etwas teuer ist und ein weiteres Mehr an Autoverkehr fördert ist es gut.

Wenn etwas teuer ist und ein Minus an öffentlichem Verkehr fördert ist es gut.

In einer Großstadt ist so ein Denken verantwortungslos.

motte77
32

Typische Reaktion der Roten. Zuerst einmal NEIN schreien. Dann eine gute Idee ruhen lassen und später umsetzen und sie als die eigene Idee verkaufen. So war es ja bei der Nacht U-Bahn auch.

Wer fällt auf die noch rein? Kopfschüttel.

smea_gol
12
16.6.2010, 01:23

komisch, einerseits wirft die VP der SPÖ Geldverschwendung auf jeder Ebene vor (Bund, Länder, Gemeinden), andererseits kommen laufend Vorschläge von dem Wiener ÖVP-Haufen, die durch puristische Geldverschwendung glänzen.

meinrad
01
15.6.2010, 23:18
eh keine so schlechte idee.

billiger wär aber eine ampel, die den autoverkehr nur dann auf grün schaltet, wenn grad kein fußgänger/läufer/radler/skater/... drüber will.

momentan ist die situation in der praxis ja eher umgekehrt. vor den zebrastreifen kann man verhungern, und als radelnd kommt man da praktisch überhaupt ned drüber (dank nachrang). da muß man schon vom rad absteigen, um den zebrastreifen benutzen zu können, dann läßt einen evtl. der zwanzigste pkw drüber (vorausgesetzt, man betritt mutig die fahrbahn).

Stipso Stipsic
21
11.5.2010, 10:18
Wie wäre es mit einem simplen Stoppschild?

Der Partykrebs
00
13.5.2010, 17:08

Wo wäre im Ergebnis der Unterschied zum bestehenden Zebrastreifen?

Marlon62
00
12.5.2010, 10:17
Ich nehme an,

Sie kennen die Kreuzung nicht.

BraS
 
01
12.5.2010, 10:47

doch.
Neben dem Stoppschild brauchts selbstverständlich auch noch Maßnahmen, die die Einhaltung desselben überwachen.

Ruskij
01
Es ist Wahlkampf.

Ganz offensichtlich.

Alexander Reiter
03
29.4.2010, 23:44
VP-Verkehrssprecher Wolfgang Gerstl argumentierte, dass kurze Untertunnelungen auch für mehr Fließverkehr sorgten.

Also genau das, was ein Naherholungsgebiet halt so braucht.

leopardetterl
11
staus brauchen naherholungsgebiete aber auch nicht

wenn man vom handelskai auf die schlachthausgasse und weiter auf die tangente bzw. auf die landstraße will, wird man kaum an der meiereistraße vorbeikommen.

BraS
 
01

für Staus im Naherholungsgebiet sorgt aber nicht die Kreuzung Hauptalee, sondenr die Kreuzungen vorm Handelskai und vor der Stadionbrücke.

Alexander Reiter
00

Vom Handelskai auf die Tangente fährt man natürlich über Anschlussstelle Handelskai. Alles andere wäre ja absurd.

Zur Landstraßer Hauptstraße kann man auch über die Tangente. Ist auch nur ca. 1,3 km mehr.

Marlon62
11
12.5.2010, 09:59
Würden alle Autofahrer, die derzeit durch die Meiereistraße fahren,

Ihre Route wählen, gäbe es dort täglich gewaltige Staus. Bezüglich der 1,3km mehr: Rechnen Sie hoch, wie es sich auf die Umwelt auswirkt, wenn täglich mehrere 100 Autos in der Früh und am Abend 1,3km mehr zurücklegen und dabei auch noch ein bisserl stauen.

Die Frage ist eher, ob die geforderte Tunnelvariante überhaupt machbar ist, ob die veranschlagten Kosten auch realistisch sind. Gleichzeitig sollte man dem auch eine Brückenvariante samt Kosten gegenüber stellen.

BraS
 
02
12.5.2010, 10:46

die mehreren 100 Autos mehr, die auf der Tangente stauen, sind dort unterhalb jeglicher Wahrnehmbarkeitsgrenze.

Die mehreren 100 Autos, die aber nicht mehr durch die Meiereistraße, und in weiterer Folge auch nicht mehr durch die Schlachthausgasse usw. fahren, verringern die Verkehrsbelastung im Erholungsgebiet und auch den Stau unmittelbar vor den Wohnhäusern im 3. Bezirk.

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