Genregion "15q25" korreliert mit Zahl der täglich konsumierten Zigaretten
Innsbruck/Wien - Wie oft ein Raucher täglich zum Glimmstängel greift, ist jedenfalls zum Teil genetisch festgelegt. Das hat eine internationale Meta-Studie mit 20 Einzelarbeiten an über 140.000 Probanden ergeben. Das Wissenschafterkonsortium habe vor allem eine Genregion namens "15q25" ausgemacht, die je nach Variante mit der Zahl der gerauchten Zigaretten korreliert, berichtet Statistikerin Claudia Lamina von der Sektion für Genetische Epidemiologie der Medizinischen Universität Innsbruck und Mitautorin der Studie. Die Großstudie wurde in der jüngsten Online-Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift "Nature Genetics" veröffentlicht.
Die Genregion "15q25" auf Chromosom 15 ist schon bei früheren Studien im Zusammenhang mit dem Rauchen aufgefallen. So fand man auch schon einen Zusammenhang mit Lungenkrebs und glaubte ein Krebsgen entdeckt zu haben. Nun sieht es eher so aus, dass die Krankheit nicht direkt mit dem Gen zusammenhängt, sondern eher eine Folge des verstärkten Rauchens ist. Genauere Analysen stehen allerdings noch aus. Für drei der beobachteten Gene in der Region "15q25" ist bekannt, dass sie mit der Aufnahme von Nikotin befasst sind.
Zusammenhänge zwischen bestimmten Genen und der Tatsache, ob jemand überhaupt raucht oder nicht, wurden im Rahmen der Untersuchung zwar auch gefunden, allerdings waren diese Ergebnisse nicht so eindeutig und auffällig, wie die Korrelation mit der Anzahl der Zigaretten, so die Wissenschafterin.
In sogenannten Assoziationsstudien, wie der vorliegenden, werden phänotypische Erscheinungen - Aussehen, Verhalten bis hin zur Neigung zu Krankheiten - mit genetischen Daten verknüpft und statistisch ausgewertet. Die genaue Aufklärung, wie die gefundenen Gene auf molekularer Ebene funktionieren und zu den beobachteten Phänotypen führen, ist eine eigene Sache. (APA)