Internationale Studie

Kettenrauchen ist zum Teil genetisch bedingt

26. April 2010, 13:14

Genregion "15q25" korreliert mit Zahl der täglich konsumierten Zigaretten

Innsbruck/Wien - Wie oft ein Raucher täglich zum Glimmstängel greift, ist jedenfalls zum Teil genetisch festgelegt. Das hat eine internationale Meta-Studie mit 20 Einzelarbeiten an über 140.000 Probanden ergeben. Das Wissenschafterkonsortium habe vor allem eine Genregion namens "15q25" ausgemacht, die je nach Variante mit der Zahl der gerauchten Zigaretten korreliert, berichtet Statistikerin Claudia Lamina von der Sektion für Genetische Epidemiologie der Medizinischen Universität Innsbruck und Mitautorin der Studie. Die Großstudie wurde in der jüngsten Online-Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift "Nature Genetics" veröffentlicht.

Die Genregion "15q25" auf Chromosom 15 ist schon bei früheren Studien im Zusammenhang mit dem Rauchen aufgefallen. So fand man auch schon einen Zusammenhang mit Lungenkrebs und glaubte ein Krebsgen entdeckt zu haben. Nun sieht es eher so aus, dass die Krankheit nicht direkt mit dem Gen zusammenhängt, sondern eher eine Folge des verstärkten Rauchens ist. Genauere Analysen stehen allerdings noch aus. Für drei der beobachteten Gene in der Region "15q25" ist bekannt, dass sie mit der Aufnahme von Nikotin befasst sind.

Zusammenhänge zwischen bestimmten Genen und der Tatsache, ob jemand überhaupt raucht oder nicht, wurden im Rahmen der Untersuchung zwar auch gefunden, allerdings waren diese Ergebnisse nicht so eindeutig und auffällig, wie die Korrelation mit der Anzahl der Zigaretten, so die Wissenschafterin.

In sogenannten Assoziationsstudien, wie der vorliegenden, werden phänotypische Erscheinungen - Aussehen, Verhalten bis hin zur Neigung zu Krankheiten - mit genetischen Daten verknüpft und statistisch ausgewertet. Die genaue Aufklärung, wie die gefundenen Gene auf molekularer Ebene funktionieren und zu den beobachteten Phänotypen führen, ist eine eigene Sache. (APA)

Sand
11
27.4.2010, 10:36
15q25, Chromosom 15 defekt

endemisch in Österreich?

AlBundyFan
 
10
27.4.2010, 10:22
naja - so einfach ist das nicht

das gen wird wohl eher dazu führen, daß man suchtanfälliger wird.

es wäre jetzt zu untersuchen, ob diese variante auch bei anderen süchten vorhanden sind.

Threonin
00
27.4.2010, 11:27

kommt auf die molekulare Wirkung an. Wenn nur irgendwelche Rezeptoren betroffen sind, die speziell die Nikotinaufnahme betreffen sind andere Süchte vermutlich gar nicht oder wesentlich geringer betroffen.

Shark Abuser
01
27.4.2010, 01:43

Ich hab immer gewußt, daß die Jagd auf die Raucher rassistisch ist.

Advaita0
01
26.4.2010, 16:58
Bitte weiterleiten an die Grünen

Wir brauchen Gaststätten und Bars in dieser Genregion "15q25"

tramezzino
03
26.4.2010, 16:37
ergo:

tschick auf rezept !

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.