ÖBFA spekuliert künftig sicherer

27. April 2010 13:41

Ministerrat beschloss Reform - Pröll: "Konsequente Trennung von Marktaktivitäten und Risikomanagement"

Wien - Die Bundesfinanzierungsagentur (ÖBFA), die den Schuldendienst des Bundes managt, soll künftig sicherer und weniger spekulativ unterwegs sein. Eine entsprechende Reform hat die Regierung im Ministerrat am heutigen Dienstag abgesegnet.

Auslöser für die Änderungen war ein kritischer Rechnungshofbericht, wonach ein Verlust von 380 Mio. Euro drohe und grobe Mängel im Risikomanagement der ÖBFA vorliegen würden. Nun sei dafür gesorgt, dass es mehr Sicherheit und mehr Kontrolle gebe, sagte Kanzler Werner Faymann (SPÖ) nach dem Ministerrat. Maximal ein Drittel des jährlichen Finanzierungsbedarfs dürfe kurzfristig veranlagt werden. Der Finanzierungsbedarf wird heuer bei 25 bis 30 Milliarden Euro gesehen. Außerdem werde es künftig eine konsequente Trennung von Marktaktivitäten und Risikomanagement in allen ÖBFA-Einheiten geben und das Vier-Augen-Prinzip gelten, so Finanzminister Josef Pröll (ÖVP). Weiters gelten nunmehr für die ÖBFA-Geschäftsführer die gleichen gesetzlichen Anforderungen wie für Geschäftsführer heimischer Bankinstitute, und Geschäfte mit sogenannten Sitz- oder Zweckgesellschaften werden verboten.

Pröll: "Glasklare Regeln"

"Mit dem heutigen Beschluss stellen wir glasklare Regeln für die Bundesfinanzierungsagentur auf und schieben Spekulationen den Riegel vor", so Pröll. Künftig werde es eine strikte Trennung zwischen den Bereichen Risiko und Bewertung geben.

Faymann betonte, es brauche "dringend neue Regeln" für die ÖBFA. Unter Finanzminister Karl-Heinz Grasser seien nämlich "risikoreiche Praktiken eingerissen, die es nun zu ordnen gilt." Es müsse nun festgelegt werden, nach welchen Regeln vorzugehen und von welchen Praktiken Abstand zu nehmen sei, betonte Faymann. Er sei froh, dass sich die Regierung gemeinsam darauf verständigen konnte, wie es zu neuen Regeln und "damit zu Klarheit, Transparenz und Kontrolle" kommen wird. "Wir sind natürlich auch bei der Veranlagung sehr konkreten Regeln verpflichtet", betonte der Kanzler. Faymann setzte nach: "Durch die heutigen Beschlüsse ist das gewährleistet."

Kogler ortet "seltsames Verständnis politischer Kultur" bei Pröll

Der stellvertretende Klubobmann der Grünen, Werner Kogler, begrüßt die nun vorgestellten gesetzlichen Regeln ebenfalls. "Es ist schön, dass die konstruktive Kritik des Rechnungshofes und der Opposition diese überfällige Reform in Gang gebracht haben", schreibt er in einer Aussendung. Und fügt hinzu: "Ich frage mich aber, ob es für die politische Kultur in diesem Lande hilfreich ist, wenn man wie der Finanzminister zuerst alles abstreitet, Kritiker denunziert, um sich dann still und heimlich an die Reparatur zu machen."

Zudem gebe es "im Detail noch Nachbesserungsbedarf. So ist eine Obergrenze von 33 Prozent für die Liquiditätsreserve sehr großzügig bemessen und stellt kein klares Signal gegen spekulative Veranlagungen der ÖBFA dar", so Kogler weiter. "Auch wäre es an der Zeit, das Risikomanagement der öffentlichen Hand stärker zu konzentrieren, wie die schon fast täglich aufbrechenden Spekulationsverluste von Ländern und Gemeinden nahe legen", spielt Kogler auf die vom Rechnungshof scharf kritisierten Verluste bei Spekulationen mit nö. Wohnbaugeldern an. (red)

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17 Postings
Jetzt red i!!!
17.05.2010 12:36
Am besten künftig nur mehr Anleihen mit "Triple A" kaufen...

www.100prozentig.at
28.04.2010 18:58
super Wortwahl

"spekuliert künftig sicherer" klingt wie "rasen wir künftig langsamer"

Mostbluzza
28.04.2010 13:04
um auf der sicheren seite zu sein,

sollten die damen und herren, sich die öst. schule der nationalökonomie ansehen. so weit ist sie nicht weg ...

http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=4281

alles andere ist plumpes geschwätz.

pei mei
28.04.2010 11:14
aha .... die sichere Spekulation ...

gibt's sowos überhaupt .... i mein neulich hab i auf Barcelona spekuliert und bin sang und klanglos mit an 1:3 untergegangen .... und pfutsch war mei sichere Spekulation ..... außerdem, wer kann denn a damit rechnen das der Messi an schlechten Tag hat ?

Skaardal
28.04.2010 09:59

Übersehen wird in der Debatte, dass die staatlichen „Spekulanten“ ihren Job in der ÖBFA überaus er­folgreich erledigt haben. Zwischen 1993 und 2008 wurde die Zinslast des stark verschuldeten Staates um 5,6 Mrd. Euro nach unten ge­drückt. Etwa über die Aufnahme von Positionen in fremder Wäh­rung. Zudem wurden über kurz­fristige Veranlagungen bis dato 685 Mio. Euro eingespielt. Zieht man den vom Rechnungshof be­fürchteten Verlust von 380 Mio. Euro ab, bleibt unterm Strich im­mer noch ein Milliardengewinn übrig.
Quelle: Die Presse

albert bickel
27.04.2010 21:05
ÖBFA unter FM.Molterer.

Verstehe eigentlich nicht, warum nun FM.Pröll die unter seinem Vorgänger FM.Molterer noch so tadellos funktionierende ÖBFA , wie uns Pröll bisher immer versichert hat, auf eimal wesentlich reparieren muss.

Wurden wir also von Pröll belogen bis nun der RH zu Pröll's Umfaller geführt hat ?

korruptes österreich
28.04.2010 09:02

da wird wohl mehr geld verloren gegangen sein als was man uns mitgeteilt hat....


so wie halt in nö da hat man den rechnungshof bericht ja auch im tresor verschwinden lassen...

purzl
 
27.04.2010 20:01
ÖVP-Christlich-Sozial...

..klingt wie der Papst,hat auch nix zu sagen.Die Katholengemeinschaft hat nie was zu kommentieren.

Rauscher der Hundefreund
27.04.2010 00:48
Hat der Präsident des Adipositasverein von Radlbrunn

...hinsichtlich Einschränkung schon Kontakt mit dem Präsident der Pröll-Hair-Medical-Group aufgenommen? Würde sich doch glatt anbieten. Synergieeffekt und so..

didi111
26.04.2010 16:44
WARUM nur BUNDESfinanzierer?


Hat der Neffe doch nicht die Hose voll, würde er sich mit dem Onkel anlegen?

Die größten Zocker sind im Kernland der Gummistiefelbrüder, in NIEDERÖSTERREICH.

Und dort sitzt bekanntlich die Zockergemeinde (die Sobotkas) fröhlich am Traisenstrand, und verzockt dort unsere Wohnbaugelder.

Könnte man nicht vordringlich hier mal Njet sagen?

Advaita0
26.04.2010 16:07

Also, die ÖBFA nimmt nun Weisungen vom weisen Minister.
Wer sagt, dass der die Papiere eines GoldmanSachs versteht?

Geronimo 02
26.04.2010 16:54
hallo

na sama a bissal gratig?
nun wird laut weisung des oberweisen furchenpepi nur mehr in mündelsichere schuldverschreibungen und anleihen des griechischen staates mit garantierter verzinsung von 5% angelegt.
und da soll noch einer sagen, ER versteht nicht wovon die rede ist.

mika33
26.04.2010 13:56
Und was hat das mit dem F1-Auto bei einem arabischen Grand Prix zu tun?

Vermutlich in Bahrain. Wahrscheinlich die Palmen im Hintergrund .....

Advaita0
26.04.2010 16:07

Text unter dem Bild lesen, bevor man postet!

Gregor JOHN
26.04.2010 10:29
Das klingt nach Reinwaschungversuch a posteriore

angelo6
26.04.2010 09:45
also war doch nicht alles so gut wie es der KHG noch vor einem Jahr im ORF dargestellt hat!

mike sierra
26.04.2010 10:04
Weisungen des Finanzministers?

Naja, lieber hab ich da eine unabhängige BFA als den Weisungen des Finanzministers unterliegend.
Wenn der Pepi beim Veranlagen beim Onkel Erwin in die Schule gegangen ist, dann gute Nacht.

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