Sudanese gewinnt Verfahren um Staatsbürgerschaft

23. April 2010 16:17

Das Land Kärnten hatte sie dem Religionslehrer davor zweimal verweigert

Klagenfurt/Wien - Ein sudanesischer Staatsbürger, der seit 20 Jahren in Österreich lebt, hat nun ein seit Jahren laufendes Verfahren gewonnen. Der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) hat entschieden, dass ihm die österreichische Staatsbürgerschaft zuzuerkennen ist. Dem islamischen Religionslehrer Amir Mohamed Al-Amin war die Staatsbürgerschaft vom Land Kärnten zweimal verweigert worden, beide Male hatte der Verfassungsgerichtshof (VfGH) die Bescheide als rechtswidrig aufgehoben.

Der Vorwurf, der Muslim würde Frauen zur Begrüßung nicht die Hand schütteln, war vom damaligen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider als Begründung für seine Ablehnung angeführt worden. Dies allein ist jedoch kein Grund, jemandem die Staatsbürgerschaft zu verweigern, urteilten die Verfassungsrichter. Erstens sei der Handschlag keineswegs "Usus im Europäischen Kulturkreis", sondern in manchen europäischen Ländern sogar ausgesprochen unüblich. Und zweitens bleibe es, gerade angesichts der europäischen Grundwerte wie Toleranz und Menschenwürde, "stets dem Einzelnen überlassen", ob zum Gruß die Hand gereicht werden soll oder nicht. Nach der zweiten Aufhebung des negativen Bescheids durch das Verfassungsgericht im Jahr 2008 hat das Land Kärnten in der Causa nichts mehr unternommen.

Beschwerde

Im Juli 2008 erhob Al-Amin daher Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof wegen Verletzung der Entscheidungspflicht. In dem mit 15. März 2010 datierten und Al-Amin am Donnerstag zugestellten Erkenntnis heißt es, die Behörde habe die vom VwGH gesetzte Frist ignoriert und auch keine Akten vorgelegt, daher habe der VwGH das Verfahren fortzuführen gehabt. Das Ergebnis: Al-Amin erhält samt Frau und Kindern die österreichische Staatsbürgerschaft, er muss lediglich eine Zusicherung aus seiner Heimat beibringen, dass er die sudanesische Staatsbürgerschaft ablegt.

"Ich bin sehr froh und sehr glücklich über diese Entscheidung", sagte Al-Amin am Freitag gegenüber der APA. Er lebe und arbeite gerne in Österreich und sei über die mehrfache Ablehnung sehr unglücklich gewesen. (APA)

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GiSleYn DaDyE
10.06.2010 17:15

Congrats bro!

www.weicheier.com
10.06.2010 15:13
Religionslehrer braucht das Land!

und viel mehr Gotteshäuser mit Türmchen...
*iron*

amaterasu 98
 
09.06.2010 14:07
unterschiedlich

Also ich habe unterschiedliche Erfahrungen mit dem Hände schütteln zwischen muslimischen Männern und nicht-muslimischen Frauen gemacht. Ich hatte letztes Jahr 2 Ägypter zu Gast in Wien und wir haben uns das 1. Mal persönlich getroffen und beide waren sofort sehr herzlich und haben mir nicht nur die Hand gegeben, sondern mich auch freundschaftlich umarmt, ebenso meinen Freund. Einer der beiden ist in Saudi Arabien aufgewachsen und beide leben jetzt in Dubai. Man kann also nicht alle in einen Topf werfen. Auch in anderen (nicht-muslimischen) Ländern ist das Händeschütteln nicht usus (Indien, Sri Lanka) und ich bin sicher nicht böse, wenn mir ein Mann nicht die Hand schüttelt, sondern stattdessen nickt oder so.

Mathias
 
27.05.2010 14:28
Erstens sei der Handschlag keineswegs "Usus im Europäischen Kulturkreis", sondern in manchen europäischen Ländern sogar ausgesprochen unüblich.

Frage: in welchen europäischen Ländern ist das Händeschütteln unüblich?

mstislav raskachlovitsch
27.05.2010 12:56
wahrscheinlich ein typischer....

....Mann der (diesmal eben der muslimischen) Kirche: denkt beim Händeschütteln immer gleich ans Vögeln......

jo eh
06.05.2010 10:31

wenn man menschen aufgrund ihrer herkunft oder hautfarbe nicht die hand schüttelt, ist das ein klarer fall von r.ssismus.
wenn man derartiges verhalten bei frauen an den tag legt, ist das nun also zu respektieren - aus gründen "europäischer grundwerte wie toleranz und menschenwürde"?

absurder und bigotter gehts ja nicht mehr. im österr. kulturkreis ist der handschlag jedenfalls usus - auch zw. den geschlechtern.
wenn sich der VG nun darauf beruft, dass derartiges verhalten im "europ. kulturkreis nicht usus sei", würde mich interessieren, auf welche teile europas er sich bezieht - sind nun die TR und die länder der mittelmeerunion etwa der maßstab für genderfragen?

für mich ein beitrag zur aushöhlung der verfassung und ihrer grundwerte.

kopfsalat
19.05.2010 12:27
in spanien auch eher nicht usus frauen die hand zu geben,

sondern busserl rechte und linke wange. auch wenn man sie das erste mal trifft, auch businessmaessig, ausser es ist eine aeusserst formelle situation, was selten vorkommt. dann gibt man die hand.

van.der.stiege
23.05.2010 11:51
und damit...

... hatt der herr sicher kein problem :-))

jo eh
19.05.2010 12:35
charmant

hier geht es aber nicht um spanien und den spanischen verfassungsgerichtshof

kopfsalat
19.05.2010 13:40
europaeischer kulturkreis? mittelmeerunion?

huhu!

jo eh
20.05.2010 17:48
ps:

ist die österreichische verfassung schon außer kraft getreten?
haben sich die einzelnen mitgliedsstaaten der EU aufgelöst?
dann braucht man ja auch keine staatsbürgerschaften verleihen.

in albanien (europ. kulturkreis) gilt das ungeschriebene gesetz des kanun (inkl. blutrache) - wird man das jetzt in zukunft in österreich auch berücksichtigen müssen?

wenn ein österr. arbeitgeber einem angestellten in österreich den 13. und 14. gehalt verweigert, darf er sich dann darauf berufen, dass in einigen ländern der mittelmeerunion so etwas unüblich ist?

soviel zu "huhu!"

kopfsalat
21.05.2010 16:06
mach dich mal locker.

jo eh
20.05.2010 17:40
ja und? was hat das mit dem österr. VfGH zu tun?

ist der gleichzeitig der VfGH für europa oder die mittelmeerunion?? hat der religionslehrer um die österr. staatsbügerschaft angesucht - ja oder nein?
was hat es besonders aber damit zu tun, was in österreich verhaltensnorm ist?
hier ist der handschlag auch zwischen den geschlechtern usus.

Veridad
10.05.2010 13:38
Ich will nicht jedem die Hand schütteln!

Und das Recht dazu will ich mir auch nicht von einem toten einfachen Parteimitglied absprechen lassen.

jo eh
10.05.2010 16:42
können sie sinnerfassend lesen!?

es ist ein fundamentaler unterschied, ob man menschen nicht die hand schüttelt, weil sie einem zb unsympathisch sind oder man diese geste verweigert, weil das gegenüber eine bestimmte hautfarbe oder geschlecht hat.

das müsste auch religionsverstehern von ihrem schlag einleuchten!

Veridad
10.05.2010 17:28
Kann ich sehr wohl!

Wenn jemand aus seinem Verständnis heraus und aus respekt vor der eignen Frau darauf verzichten will anderen anzufassen soll ihm das gewährt werden.

Nur weil manche religöse Menschen andere Vorstellungen haben wie sie sich anderen Menschen nähern - ohne den anderen Abzuwerten - kann man denen nicht Rechte verwehren.

jo eh
10.05.2010 18:13
rechte basieren auf der verfassung

und diese lehnt diskriminierung aufgrund des geschlechts ab.


ein rechter recke könnte ihre begründung aufgreifen und sagen, dass er "aus respekt vor seinen weißhäutigen freunden" keine dunkelhäutigen menschen anfassen will. hätten sie dafür verständnis?

ich nicht.

Veridad
11.05.2010 09:40
Ein gläubiger Moslem verweigert einer Frau die Hand nicht aus

Gründen, der Abschätzigkeit oder Diskriminierung sondern aus fundamentalem Respekt vor Frauen (der eigenen und auch fremder). Und so eine Einstellung ist auch von uns zu respektieren und nicht zu diskreminieren. Sie betreiben hier gerade das was Sie anderen vorwerfen, nur weil Sie Muslime nicht leiden können und sich mit derren Denkweise nicht im Ansatz auseinandergesetzt haben. Ebenso wie ihre unwissenden Grünstrichler-Mitläufer!

jo eh
11.05.2010 13:35
sie setzen -absichtlich oder nicht sei dahin gestellt-

mslime mit fundis und hardcore religiösen gleich.

ein dämliches pauschalurteil! sie sollten sich schämen

yokoOno
11.05.2010 12:27
das sind aber die fundis

ich lebe als christin unter moslems hier... bin mit einigen verwandt und ich sage ihnen wir geben uns nicht nur die hand, wir umarmen uns, bussi bussi und so wenn wir uns treffen. es ist für uns ganz normal von anfang an gewesen. gut, allerding kommen alle aus einer höheren bildungsschicht.

jo eh
10.05.2010 18:05
und welche poetischen ausreden

haben sie für leute parat, die aus r.ssistischen motiven menschen mit anderer hautfarbe die hand verweigern?


Mario Rutar
01.05.2010 12:32

Keine Panik! Den werden wir auch noch los. Am Ende wird man halt eine Lösung, wie bei den kriminellen Tschetschenen anwenden...

Veridad
10.05.2010 17:29
????

Aha, ist das als Drohung gegen Leib und Leben u verstehen?

Topfenbaby
01.05.2010 08:07
Wenn man grundsätzlich nicht bereit ist,

einem Schwarzen die Hand zum Gruß zu reichen, gilt man zu Recht als Ra##ist.

Wenn ein Schwarzer einer Frau nicht die Hand reichen will, dann ist das natürlich ganz was anderes.

Festnetzwiederanmelder
29.04.2010 17:19
Ich verweigere z.B. FPÖlern den Handschlag

ich verweigere ihn auch ungewaschenen Leuten.

Ich verweigere ihn wann und wie ich will - ich bin verdammt unberechenbar.

Das gilt auch für Wangenküsse...die verweigere ich noch lieber...

und vor allem verweigere ich ihn BZÖlern, aber ich fahr eh selten nach Kärnten.

Gibts eigentlich eine Positivliste von Rot/Grünen Kärnter Hotels und Restaurants?

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