Interne Untersuchung bringt delikate Details ans Licht - bis zu acht Stunden vergnügten sich ranghohe Mitarbeiter vor den Bildschirmen
Washington - Ranghohe und gut bezahlte Mitarbeiter der
US-Börsenaufsicht haben ausgerechnet am Höhepunkt der Finanzkrise lieber
stundenlang Pornos im Internet angeschaut statt die außer Rand und Bank
geratenen Märkte zu kontrollieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine interne
Untersuchung der Börsenaufsicht SEC über die vergangenen zweieinhalb Jahre.
Angefordert hatte die Ermittlungen der republikanische US-Senator Charles
Grassley.
In der Untersuchung ist beispielsweise von einem hochrangigen Juristen die
Rede, der sich auf seinem Computer in der SEC-Zentrale in Washington bis zu acht
Stunden am Tag Pornos anschaute und sie herunterlud. Als ihm der Speicherplatz
auf der Festplatte ausging, brannte er die anzüglichen Videos auf CDs und DVDs,
die er in seinem Büro aufbewahrte. Er hat inzwischen seinem Rücktritt
zugestimmt.
In 17 der insgesamt 31 ermittelten Fälle handelt es sich der Untersuchung
zufolge um höhere Mitarbeiter, die bis zu 222.000 Dollar (165.000 Euro) im Jahr
verdienten. Die Zahl der Porno-Vorfälle stieg von zwei im Jahr 2007 auf 16 im
Jahr 2008 an. Genau in diese Zeit fiel auch der Beinahe-Zusammenbruch des
Finanzsystem. Die ersten Risse im Finanzsystem waren Mitte des Jahres 2007
aufgetreten, Höhepunkt der Krise war der Herbst 2008. (APA/apn)