In Venezuela aufgewachsener Steirer war seit 13. April abgängig - Familie erhielt Lösegeldforderungen
Wien/Caracas - Ein 19-jähriger Steirer ist in Venezuela entführt und ermordet worden. Das bestätigte das Außenministerium am Donnerstagabend. Amadeus Michael N.-F., der in Venezuela geboren und aufgewachsen ist, war seit 13. April abgängig gewesen. Die Hintergründe der Tat sind vorerst weiter unklar, das Außenministerium und die österreichischen Sicherheitsbehörden unterstützen die Ermittlungen über Interpol.
Reinigungskräfte hatten die bereits stark verweste Leiche des jungen Mannes am Mittwoch in der Nähe von Santa Lucia im Nordwesten des Landes gefunden. Davor waren bei der Mutter des 19-Jährigen drei Anrufe mit Lösegeldforderungen eingegangen. Zu einem Kontakt der Mutter mit dem Opfer sei es aber nicht gekommen.
Vater: "Vermute, dass er Zeug eines Verbrechens geworden ist"
Der Vater des Opfers geht davon aus, dass sein Sohn zu diesem Zeitpunkt bereits tot war. "Ich vermute, dass er Zeuge eines Verbrechens geworden ist und deshalb beseitigt wurde", sagte Johann N., der 2003 nach Österreich zurückgekehrt war und in Graz lebt, der "Kleinen Zeitung". Sein Sohn wollte es ihm demnächst gleichtun. Der Doppelstaatsbürger hatte seine Lehre abgeschlossen und wollte in Österreich seinen Grundwehrdienst versehen.
Amadeus Michael N.-F. dürfte am Abend des 13. April auf der Fahrt von der Fabrik seines Großvaters zur Farm der Familie in Siquiere im Gemeindegebiet von Santa Lucia entführt worden sein. In den nächsten Tagen habe die Mutter dann die Anrufe erhalten. Laut der Zeitung hätten die Erpresser rund 700.000 Euro verlangt.
Obduktion soll Aufschluss bringen
Über Motiv oder mögliche Täter wisse man derzeit noch nichts, erklärte indessen Außenministeriumssprecher Peter Launsky-Tieffenthal am Freitag. Die Botschaft in Venezuela setzte sich im Moment sehr für eine Obduktion ein, um die exakte Todesursache festzustellen. (APA)