Video vom X-37B-Start

Läutet Roboter-Raumschiff Militarisierung des Weltraums ein?

23. April 2010, 10:05

"Space Plane" der US Air Force startete zu Jungfernflug in All - Militär hält sich über Ladung bedeckt - Unbemanntes Vehikel kann bis zu 270 Tage im Orbit bleiben

Washington - In der Nacht auf Freitag um 1.52 Uhr MESZ startete die US Air Force ihr geheimnisumwittertes "Space Plane" (derStandard.at berichtete) erstmals testweise ins All. Das unbemannte Raumvehikel X-37B, das wie eine Mischung zwischen Drohne und Space Shuttle aussieht, wurde mit Hilfe einer "Atlas-V"-Rakete vom militärischen Teil des Weltraumbahnhofs Cape Canaveral in Florida in den Weltraum gebracht, wie die US-Luftwaffe bekannt gab. Der Start glückte einem Air-Force-Sprecher zufolge direkt zu Beginn des neunminütigen Zeitfensters, das dafür einkalkuliert war.

Rüstungsexperten befürchten nun, dass der Start von X-37B die Militarisierung des Weltraums einläutet. Chris Hellman vom National Priorities Project meinte, eine derartige unbemannte Plattform, die über Monate hinweg im Orbit bleiben kann, würde der US Air Force "alle möglichen Fähigkeiten verschaffen - sowohl zivile als auch militärische".

Den Angaben der Militärs zufolge werde das "Space Plane", auch Orbital Test Vehicle (OTV) genannt, für eine gewisse Zeit in einer erdnahen Umlaufbahn verbleiben. Laut Gary Payton, dem stellvertretenden Unterstaatssekretär für Weltraumprogramme der Air Force, kann X-37B im Laderaum mehrere kleine Satelliten von jeweils einigen hundert Kilogramm mitführen. Was der Weltraum-Roboter bei diesem Test konkret mit sich führt, ließ Payton allerdings offen. Auch wie lange des Vehikel nun im All bleiben wird, wurde nicht verraten.

Es hieß lediglich, eine vollautomatisierte Landung sei zu einem späteren Zeitpunkt auf der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien vorgesehen. "Ehrlich gesagt, wissen wir nicht sicher, wann es zurückkommt", erklärte Payton im Interview. Laut Angaben der Air Force sei das Roboter-Raumfahrzeug dafür ausgelegt, bis zu 270 Tage in einer erdnahen Umlaufbahn verbleiben zu können. Bis 2011 will die Air Force ein zweites "Space Plane"ins All schicken.

Steuerungssystem und Dichtungen im Test

Das "Space Plane", das seit über zehn Jahren entwickelt wird, ist  8,90 Meter lang. Die Flüge haben eine Spannweite von lediglich 4,60 Metern, der Antrieb werde von Solarzellen und Batterien mit Energie versorgt. Wie es heißt, sollen beim Jungfernflug zunächst die Navigations- und Flugleitsysteme, Materialien und Dichtungen geprüft werden. Die Raumfähre soll im Orbit ihre Ladebucht öffnen und ihre Sonnensegel entfalten.

Seit über zehn Jahren ist an dem Orbital Test Vehicel gearbeitet worden. Angefangen wurde das Projekt in den späten 1990er Jahren zunächst von der zivilen Raumfahrtbehörde NASA, 2004 übernahm dann das Militär - zusammen mit dem Hersteller "Phantom Works", eine Abteilung des Flugzeugbauers Boeing. Die Luftwaffe hat bereits einen zweiten X-37B-Orbiter bestellt. (red/APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 108
1 2 3
F S 3
18
26.4.2010, 10:56
Die Vorgabe f.die Obama-Admin -"jeden Punkt der Erde v.den USA aus unter einer Stunde mit entsprechender Zerstörungsintensität erreichen zu können,um die Abhängigkeit v.Nukleararsenal zu verringern"- gebiert viele, neue Facetten im Rüstungswettlauf…

…Rel.unterberichtet wurde am selben Tag wie d.X-37B auch d.HTV-2 mit einer Minotaur z."Testzwecken" im Rahmen d."Prompt Global Strike" Programms v.d.DARPA hochgeschossen.

http://tinyurl.com/24jfkoc
http://tinyurl.com/3ycjv3r

Dieses Falcon Hypersonic Technology Vehicle…
http://tinyurl.com/3589whm

…IST bereits d.offene Eingeständnis einer "Militarisierung des Weltraums",einer geopolitische Tatsache,die aber bereits seit dem Einsatz d.ersten Space-Shuttles Realität geworden ist,auch wenn dies immer verschwiegen wird.

Div."black programs" existieren seit den 50ern u.was a.d.Öffentlichkeit dringt,sind bloß alte Peanuts…

Während Obmamadmin mit der rechten Hand winkt,versteckt die Linke immer etwas: Das HTV-2 ging angeblich am Do."verloren"…

Horizont
00
24.4.2010, 12:09
Sieht aus wie das übergewichtige Kind einer V2 und des Sänger Raumgleiters

Julian m. aus c.
02
24.4.2010, 03:37

"Ehrlich gesagt, wissen wir nicht sicher, wann es zurückkommt", erklärte Payton im Interview.

------------------------------------------------

aha.

eines tages wird uns das zum verhängnis ....

stj911.org physics911.net
00
25.4.2010, 05:45
Wissen die das wirklich nicht? Und warum? Was ist der Unsicherheitsfaktor hier?

Michael Bakunin
10
28.4.2010, 10:16

es gibt extrem viele unsicherheitsfaktoren in der raumfahrt.

stj911.org physics911.net
00

Selbst dann müsste die Aussage richtig lauten zB "in 7 Monaten, wenn nichts dazwischen kommt" und nicht "ehrlich gesagt wissen wir es nicht" ....

stj911.org physics911.net
00
23.4.2010, 16:15
Warum

kann es nur 270 Tage im Orbit bleiben? Bekommt es nacher zu viel Heimweh? Im Ernst, einmal im Orbit vertraucht es ja keinen Treibstoff mehr, oder? Und Sonnensegel hat es ja zusätzlich auch noch zur Energiegewinnung.

Unmut ist in mir
12
29.4.2010, 16:43
Wenn das Schnürl reißt, mit dem es am Mond hängt, fällt es wieder runter!

Im All ist Allahand das Material altern lässt.

stj911.org physics911.net
00

ur lustig

Simskoarl
 
03
23.4.2010, 18:14

Das Raumschiff wird in einem relativ niedrigen Orbit fliegen, bei dem es von der äusserst dünnen Erdatmosphäre langsam abgebremst wird, und dabei immer tiefer sinkt, bis es irgendwann entweder abstürzt oder landet.

Um den Geschwindigkeitsverlust auszugleichen, kann man immer wieder mal ein Triebwerk zünden. Aber irgendwann ist der Treibstoff zu Ende. Dann gibts nur mehr den Weg nach unten.

stj911.org physics911.net
00
23.4.2010, 18:23

Lieben Dank, das ist natürlich eine gute Begründung. Warum fliegt das Raumschiff dann aber nicht höher ? Weil es nicht genug Treibstoff hat um einen höheren Orbit zu erreichen ?

Mynnia
03
23.4.2010, 19:48

Das liegt dann eher am Trägersystem für den Start (in diesem Fall eben eine Atlas V). Auch hier gilt natürlich: je höher desto (viel!) mehr Treibstoffverbrauch oder desto (viel!) weniger Nutzlast.

stj911.org physics911.net
02
23.4.2010, 20:04

Lieben Dank für die Erklärung.

Deinococcus radiophilus
01
24.4.2010, 22:39

Und man sollte neben der Reibung der Atmosphäre auch die Gravitation der Erde nicht vergessen, welche zwar mit 1/(r^2) (r = Abstand zwischen Raumschiff & Erde) abfällt, jedoch immer noch sehr stark ist in 800 km Höhe, wo etwa die ISS sich aufhält und ich auch Space Plane vermute.

werwolfi
01
25.4.2010, 01:47

nein - die gravitation ist bei einem stabilen orbit (ohne bremsung durch reibung) genau wurscht, weil sie sich mit der zentrifugalkraft exakt aufhebt.

ohne atmosphäre könntest du auch in wenigen metern höhe (solang keine berge im weg stehen ;o) ewig um die erde kreisen ohne jemals runterzufallen.

Deinococcus radiophilus
00
25.4.2010, 11:38

ich habe mich hier aber auf den Start bezogen (2.Frage), bei welchem sehr wohl die Gravitation der Erde einberechnet werden muss. Da wie sie richtig sagen, sich die beiden Kräfte genau aufheben, muss beim Start gegen die Gravitation "angekämpft" werden.

werwolfi
00
26.4.2010, 01:15

PS: eine kleinigkeit aber noch:

beim start muss nicht deshalb gegen die gravitation angekämpft werden, weil sich die beiden kräfte aufheben - denn es gibt zu dem zeitpunkt gar keine zentrifugalkraft, die sich mit der gravitation aufheben würde, sie entsteht erst durch die (beschleunigte) bewegung in einer umlaufbahn.

werwolfi
00
26.4.2010, 01:10

das stimmt - es gab mehrere postings, die behauptet haben, der absturz eines körpers aus dem orbit habe mit der erdanziehung zu tun.

sorry, dass ich deines automatisch in diese kategorie eingeordnet habe - ich vergeb nachträglich ein grünes :o)

KomaPoster
20
23.4.2010, 17:39
Schon mal was von der Erdanziehung gehört.

Alles was rauf fliegt fällt auch wieder runter.

Michael Bakunin
01
28.4.2010, 10:18
nein

wenn es schnell genug ist, nicht.

werwolfi
01
25.4.2010, 01:48

zuerst bissl wikipedia o.ä. lesen - ein orbit zeichnet sich durch das exakte aufheben von gravitation und zentrifugalkraft aus - ohne atmosphärische reibungsverluste kannst du völlig unabhängig von der flughöhe (!) ewig (!!) kreisen ohne runterzufallen...

stj911.org physics911.net
10
23.4.2010, 18:21

Schon mal was von Fliehkraft gehört?

MrGreen
01
23.4.2010, 17:42

schon mal was von fliehkraft gehört? sie liegen falsch

Unmut ist in mir
00
30.4.2010, 06:36
Steuerfliehende?

Lageos
00
25.4.2010, 16:52

Wenn man schon so genau ist dann solte man von der Zentripedalbeschleunigung reden. Da die "Fliehkraft "eigentlich nicht besteht.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 108
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.