Kampagne

Kamele, Kebab und das Weininger-Syndrom

22. April 2010, 18:47

Eine Kampagne der Regierung soll dazu führen, dass Fragen über Israel von Israelis und Juden "richtig" beantwortet werden

Elie Wiesel als Botschafter der israelischen Politik? Im Februar startete die israelische Regierung eine Kampagne, mit der sie Israelis, aber auch Juden in der Diaspora für die Verbesserung des israelischen Images im Ausland mobilisieren will. Informations- und Diaspora-Minister Yuli Edelstein hatte die kontroversielle Idee, für dieses Projekt auch Rabbiner in aller Welt zu gewinnen.

Das Ziel ist laut Ministerium, dass Fragen über Israel von Israelis und Juden "richtig" beantwortet werden. Dass Israel völlig falsch dargestellt wird, lastet die israelische Regierung vor allem den ausländischen Medien an. Als eine Gegenmaßnahme ließ das Informationsministerium eine Serie von fiktiven Filmchen produzieren, in denen Israel-Korrespondenten lächerlich gemacht werden, die angeblich über Israel nur berichten, dass man dort auf Kamelen reite und auf offenem Feuer koche. In einem Artikel von Ethan Bronner in der New York Times wird der Politikwissenschafter Shlomo Avineri zitiert, der die Kampagne als verständlich, aber "pueril" bezeichnet.

Der Druck auf Juden, die die israelische Politik kritisieren, wird gleichzeitig immer stärker, ihnen wird leicht das Etikett Verräter umgehängt. Am schlimmsten trifft es Richard Goldstone, den Autor des Uno-Berichts über den Gazakrieg (der sowohl Israel als auch die Hamas kritisierte). Zuletzt wurde Goldstone von jüdischen Gruppen in Südafrika dazu gezwungen, seine Teilnahme an der Bar Mitzvah seines Enkels abzusagen. Goldstone sei vom "Weiniger-Syndrom" befallen, hieß es am Donnerstag in einem Haaretz-Kommentar. Der Wiener Otto Weininger (Suizid 1903) war der jüdische juden- und frauenfeindliche Autor von Geschlecht und Charakter. (guha, DER STANDARD, Printausgabe 23.4.2010)

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10 Postings
Fritz Wunderlich
10
23.4.2010, 18:42

die eigene familie samt synagoge wünschte sein fernbleiben, wie schon zuvor gepostet, aber zensuriert
woher hat frau harrer die jüdischen gruppen???

khaleb
01
24.4.2010, 18:44
naja

Richard Goldstone is to attend his grandson's bar mitzvah ceremony after South African Zionists withdrew efforts to ban him from the event over his role in a controversial report on Israel's invasion of Gaza.
"I need hardly say how happy our family is that I will be attending the synagogue services," Goldstone wrote.
Quelle: haaretz
http://www.haaretz.com/hasen/spa... 64946.html

Fritz Wunderlich
00
25.4.2010, 11:02

ursprünglich verständigung mit der familie, wegen der proteste
http://www.haaretz.com/hasen/spages/
1163335.html
ich finde es aber gut, dass es normal vonstatten geht, denn diese art von protesten gegen goldstone halte ich für peinlich, schlechten geschmack, würdelos und unsensibel
ich kritisierte frau harrers schlagzeilenübernahme

Der Kobold
14
23.4.2010, 11:40
Geh bitte!

Wozu denn NOCH ein Propagandaprojekt? Es gibt doch schon das Hasbara-Fellowship mit seinen treuen Vasallen Wunderlich, Makronaut, und wie sie alle heißen mögen.
Das Image Israels wird sich nur dann, allerdings massiv verbessern, wenn die israelische Regierung ihre menschenverachtende Politik ändert und beginnt, Internationales und Humanitäres Recht zu respektieren.

Fritz Wunderlich
00
23.4.2010, 18:45

hehe, wußte gar nicht, dass ich werbe, bis jetzt kam doch nur der vorwurf, ich schade

Makronaut
10
23.4.2010, 16:39

hihi - immer wenn der hasbara-vorwurf kommt weiss man, dass man den gegner inhaltlich in die ecke gedrängt hat.

und das ist garnicht so selten der fall:

http://derstandard.at/plink/124... id15992850 (gleich 2 mal ^_^)

http://derstandard.at/plink/124... id13483413

http://derstandard.at/plink/124... id13468434

http://derstandard.at/123358651... id11952118


und das sind nur die, die es durch die zensur geschafft haben ^_^

superloser
10
22.4.2010, 21:31

Jetzt wollen die Israelis auch noch ihr Image verbessern, sowas aber auch.

Ava Tar
12
22.4.2010, 20:24
Kampagne ist ja fein

Aber was Golstone betrifft so braucht man nur
- Goldstone Moser Rabin -
googeln, das gibt bedenkliche kulturelle Einblicke

Fritz Wunderlich
10
23.4.2010, 18:44

antisemiten wie du haben zwar bedenkliche, aber keine kulturellen einblicke

Fritz Wunderlich
64
22.4.2010, 20:18

der sowohl als auch kritisierte - 99% des berichtes beschäftigt sich mit möglichen kriegsverbrechen israels und israel wird ständig verurteilt und anklagt, und 1% die hamas im allgemeinen kritisiert
das ist schon sehr bedenklich, was frau harrer hier behauptet

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