Betriebsratschef

Moser: "ORF-Führung zur Debatte stellen"

22. April 2010, 23:02
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    Wrabetz, Moser.

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    Grasl ist VP-Hoffnung auf für die ORF-Generaldirektion. Bei Dienstantritt versichte Grasl, er sei "sicher kein Gegenkandidat" für Wrabetz. Jedenfalls nicht 2011.

Der Betriebsratschef des ORF fordert im STANDARD-Interview, nach den Aufsichtsräten das Management neu zu wählen - Die Direktoren täten "nicht gut"

Wien - SPÖ und ÖVP einigten sich doch noch auf neue Chefs für den Stiftungsrat. Nun sollten die neuen ORF-Gremien gleich eine neue Geschäftsführung wählen, fordert der Betriebsratschef und unabhängige Stiftungsrat Gerhard Moser.

Dieses Management habe dem ORF "nicht gut getan", sagt Moser dem STANDARD und meint Generaldirektor und Direktoren. Die ORF-Führung sei "zur Debatte zu stellen". Das Gesprächsklima mit den Betriebsräten habe sich "weiter verschlechtert", Wrabetz sei da "kommunikationsunfähig".

Regulär wählt der Stiftungsrat wieder im August 2011 einen ORF-General, im September 2011 vier statt bisher sechs Direktoren. Womöglich wählt er aber noch dieses Frühjahr. 

  • Radiodirektor Willy Mitsche steht "in Untersuchungen", ob er nach seiner Erkrankung zurückkehrt. Dem STANDARD sagt er, es geht ihm "nicht so schlecht". Insider rechnen nicht mit Rückkehr. Als roter Wunsch gilt Kanzlervertrauter Karl Amon, derzeit TV-Chefredakteur. Die ÖVP zöge Radiochefredakteurin Bettina Roither vor. Sie könnte Ö1-Chefin werden. Oder TV-Chefredakteurin - wenn Amons Vize Stefan Ströbitzer höhere Weihen ereilen.
  • Technikdirektor Peter Moosmann ist auch krank. Sein Job kann Stimmen roter Betriebsräte im Stiftungsrat kosten oder bringen, etwa für Generalswahlen.

    ORF-Chef Alexander Wrabetz könnte Mitsche und Moosmann für eine größere Umbildung nützen.
  • Programmdirektor Wolfgang Lorenz griff Wrabetz in der "Presse" wegen Chili an (mehr dazu). Hat er seinen Job 2011 noch, fragte ihn der STANDARD? "Das ist nicht die Frage."
  • Infodirektor Elmar Oberhauser sagt, er gehe zwei Tage vor seinem 65er am 2. Jänner 2012. Amon oder Ströbitzer wären Kandidaten. Werden Direktoren abgelöst, sind sie bis Dezember 2011 voll zu bezahlen.
  • Onlinedirektor Thomas Prantner wehrte sich 2009 erfolgreich gegen seine Ablöse, als Wrabetz Finanzdirektoren tauschte und Richard Grasl vorschlug. (fid/DER STANDARD, Printausgabe, 23.4.2010)
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18 Postings
adman
00
24.4.2010, 07:50
Flach dahin, auf flachem Boden Geh die neue, flache Zeit!

...Deine Größe ist zerfallen
Und die Großen sind's mit ihr,
Eingestürzt sind deine Hallen,
Eingebrochen deine Zier;

O so stürze ganz zusammen
Und ihr andern stürzet nach...
...Flach dahin, auf flachem Boden
Geh die neue, flache Zeit!

wnowak
00
23.4.2010, 15:59
Aus und vorbei

Die sehr "österreichische" Inszenierung kaschiert doch die Tatsache, dass sich die neue mediale Welt nicht mehr an Grenzen hält und die großen Player längst nicht mehr in Österreich sitzen.
Absurd ist, dass die Politik noch immer so agiert als gäbe es einen Monopolisten und negiert völlig die neuen Entwicklungen. Hier findet nur statt was nationale Politik insgesamt betrifft, der Wirkungskreis heimischer Politiker wird immer geringer. Und so ist das "Gerangle" um den ORF nur eine Ersatzhandlung einer Kaste die noch an das Schönbrunner Hofzeremoniell glaubt obwohl es keine Monarchie mehr gibt. Was bleibt ist der Horizont zwischen Raiffeisen und AK. Schade nur um die einst so glanzvolle Marke ORF - leider kauft ihn die Lufthansa nicht.

t-bonesteak
03
23.4.2010, 13:24
was fehlt ist die eigentlich interessante debatte

nämlich jene über die grundsätzliche ausrichtung, die journalistische vision und die programmgestaltung.

was uns jetzt geboten wird, ist das übliche bauerntheater um die besetzung diverser posten und pöstchen

Spinndoktor
10
23.4.2010, 12:19
Die guten, alten Zeiten?

Abzüglich der Verklärung alter Zeiten, die auch Teil meiner durch die Jahre getrübten Erinnerung ist, behaupte ich, dass der ORF "früher", also in den Siebzigern und bis hinein in die Achtziger des v. Jhtds. weitaus fortschrittlicher orientiert war als er dies heute ist. Es kann doch nicht nur an meiner Wahrnehmung alleine liegen! Ich glaube, daran sind schon auch die politischen Verhältnisse beteiligt, dieses ewige Bravseinmüssen, das einem die Luft zum Atmen nimmt. Der letzte Rest frischer Wind dümpelt Donnerstag Nacht vor sich hin, vorausgesetzt, man wacht nach dem Dorfer Fredl wieder auf. Der Homo ORFiensis tut dem Unternehmen nicht gut.

tante koal huaba
04
23.4.2010, 11:39
warum bloss ?

der wrabetz ist ja topmodern - der ORF1 ist ja eine super Aussenzweigstelle von US TV-Sendungen !

Rudolf Nurejew
01
23.4.2010, 10:46
Oh, Ehr', Eff!

War doch klar, dass Alexander Wrabetz von seinem Regenbogen-Direktorium zermalmt wird (insbesondere vom Zyniker Lorenz und dem Do&Co-Ballon Oberhauser). Die "Kranken" zählen nicht. Zu allem Überdruss musste er jüngst - in einer skandalösen Aktion - auch das Verkaufs- und Multimediagenie Franz Prenner wieder heimholen, sodass jetzt erst recht alles besser bleiben wird. Weil er es im Grunde gut meint, kann einem der Wrabetz nur Leid tun.

Lord Schaumloeffel
02
23.4.2010, 10:37
das übel liegt doch darin:

die politik ist in die installation jedes oberredakteurs involviert. das bedeutet, dass dem GD jedes personelle durchgriffsrecht de fakto fehlt.

ich meine, in jedem anderen unternehmen würde der oberboss so was von auf dem tisch hauen und köpfe rollen lassen, wenn sich die ebene unter ihm so öffentlich gegenseitig bekämpft wie beispielsweise e.o. und w.l. das tun. kein echter boss würde alleingänge und nepotismus à la p.s. dulden. und so weiter.

aber der a.w. muss mit diesem flohzirkus aus egomanen und eigennutzlern leben, weil die damen und herrn politiker ihre schützende hand über ihren leuten haben. möchte nicht wissen, wie es seinem magen geht.

und wir zahlen die folgen dieser mickymausschei**e. zum kotzen.

c. ramon
00
23.4.2010, 18:30
Richtig!

vor allem aber: pius zurück zum grenzschutz!!

Unpolitisch
03
23.4.2010, 10:15
Proporz

Man fühlt sich zurückversetzt in die 80er Jahre, wo der Proporz fröhliche Urständ gefeiert hat.

Rot und Schwarz vergessen aber, dass Sie mittlerweile nicht mehr über eine 90 %- Mehrheit im Nationalrat verfügen, sondern schon unter 60 % gerutscht sind.

Wenn Sie sich weiterspielen, werden Sie bald gar keine Koalition bilden können.

Ein Drama ist halt, dass der rechte Teil der Opposition auch zum Vergessen ist...

M K
 
01
23.4.2010, 10:21

Sie vergessen den "linken" Teil der Opposition. Der ist nämlich auch zum Vergessen, halt aus anderen Gründen als der rechte.

suboptimal
 
03
23.4.2010, 09:32
viele Angestellte

täten sich neue Chefs wünschen

hallowasgehtdaab
02
23.4.2010, 09:30

erstaunliche unternehmenskultur. da richtet der betriebsrat via medien seinen chefs aus, dass sie unfähig sind. ja, eh - ist man geneigt zu sagen. aber wer zahlt den mann?
ich tät mir wünschen, dass mal ein paar orfler privatwirtschaftsluft schnuppern....man hat das gefühl die mauscheln alle lieber, als zu arbeiten.

AntonPostBote
00
23.4.2010, 16:21
Naja...

...in der Privatwirtschaft gehts eigentlich nicht anders zu. Nur trägt man da Konflikte nicht öffentlich aus.

aereo
01
23.4.2010, 09:28

Die ganze ORF-Struktur gehört gesprengt, was da an Geld einzusparen wäre! Und es ist ja nicht so daß das Arbeitsergebnis positiv wäre. Das Programm ist unterm Hund, die Einschaltquoten sind auf Talfahrt,

kfd
00
23.4.2010, 09:36
ORF

Ich bin da echt Ihrer Meinung. So ist es leider.

scala2
15
23.4.2010, 07:23
Die Frechheit ist ja wie ungeniert Rot/Schwarz sich die Posten aufteilen

Nicht einmal mehr im Verdeckten ganz öffentlich ganz egal, dass sie selbst vor 2 Monaten die ORF-Unabhängigkeit hoch und heilig versprochen haben, dass ausnahmslos jeder Österreich diese Politinterventionen als Frechheit als Zerstörung einer unserer kulturell wichtigsten Institution empfindet.

Und sie können das nur tun weil sie wissen, dass wir sie nicht abwählen können, weil Fischer wird immer wieder nur Rot/Schwarze Proporzler als Regierung einsetzen egal wen die Österreicher bei Nationalratswahlen wählen, das hat er schon 2 x bewiesen.

asdf 1234
01
23.4.2010, 11:05
ad rot/schwarze proporzler:

Sie vergessen, dass nicht in allen Bundesländern Österreichs das Proporzsystem herrscht. Persönlich würde ich mir wünschen, dass insbesondere die betroffenen Landesregierungen - auf Bundesebene gibt es das Proporzsystem ja nicht - abschaffen würden. Was die SPÖ in der Steiermark und im Burgenland ja tun wollte, allein, die ÖVP war dagegen;-(((

aereo
01
23.4.2010, 09:46

Es ist ja insgesamt irrwitzig mit welcher Selbstverständlichkeit die Parteien davon ausgehen daß alles im Lande Ihnen gehört.
Ämter, Posten, Ehre und Würde. So als ob alle öffentliche Einrichtungen aus den Parteikassen finanziert worden wären.

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