Kulovits-Rupp - die erste Frau an der Spitze des Stiftungsrats

22. April 2010 17:36
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    Foto: apa/schlager

    Brigitte Kulovits-Rupp

Die Mattersburgerin ist damit österreichweit eine der wenigen weiblichen Aufsichtsratsvorsitzenden eines Großunternehmens

Wien - Nach dem tagelangen Gezerre zwischen SPÖ und ÖVP rückte mit Brigitte Kulovits-Rupp eine bisher der breiten Öffentlichkeit kaum bekannte Arbeiterkämmerin an die Spitze des Stiftungsrats. Die 51-jährige Burgenländerin zeichnet sich vor allem durch eine Eigenschaft aus: Kontinuität.

Seit 1988 ist die gebürtige Mattersburgerin bei der Arbeiterkammer Burgenland beschäftigt, wo sie die Leitung der Öffentlichkeitsarbeit inne hat. Seit 2001 ist sie ORF-Stiftungsrätin, wo sie jahrelang dem Programmausschuss vorstand. Kulovits-Rupp ist die erste Frau an der Spitze des obersten ORF-Gremiums und nun österreichweit einer der wenigen weiblichen Aufsichtsratsvorsitzenden eines Großunternehmens.

Erfahrung als ORF-Mitarbeiterin

Wie ihr Stellvertreter Franz Medwenitsch, mit dem sie in den kommenden Jahren das großkoalitionäre ORF-Gremienduo bilden wird, kann Kulovits-Rupp auf Erfahrung als ORF-Mitarbeiterin verweisen. Aus einem 1978 begonnenen Studentenjob wurde bald ernst, und über die ORF-Jugendredaktion ("Ohne Maulkorb") führte sie ihre journalistische Laufbahn in das Landesstudio Burgenland. 1988 beendete Kulovits-Rupp ihre berichterstatterische Tätigkeit und trat in die Arbeiterkammer ein, wo sie seither Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit ist.

"Keine Beschneidung der Landesstudios"

Ob die Arbeiterkämmerin als neue Vorsitzende des ORF-Aufsichtsgremiums notwendige Sparmaßnahmen mitzutragen bereit ist, wird Gegenstand kritischer Betrachtungen sein. Bei ihrem Amtsantritt als Stiftungsrätin gab sie etwa zu Protokoll, sie sehe ihre Aufgabe darin, "danach zu trachten, dass es zu keiner Beschneidung der Landesstudios kommt". Auch bei etwaigen Gebührenerhöhungen könnte die neue Vorsitzende ihr Hauptberuf vor Gewissensfragen stellen. Schließlich ist die Interessensvertretung darauf abonniert, Mehrbelastungen von ihren Mitgliedern fernzuhalten.

Kompetenz sprechen der SP-nahen Kandidatin in ihrer neuen Funktion aber auch Vertreter der anderen politischen Lager zu. Sie leitete jahrelang den Programmausschuss des Stiftungsrates. Unternehmenspolitisch engagiert war Kulovits-Rupp bereits zu Beginn ihrer ORF-Laufbahn. Im Landesstudio Burgenland fungierte sie als Redakteurssprecherin.

Nachbar Strobl

Brigitte Kulovits-Rupp ist verheiratet, Mutter von drei Kindern und isst nach eigenem Bekunden leidenschaftlich gerne italienisch. Aufgewachsen in Mattersburg - in der gleichen Gasse wie ORF-Kommunkationschef Pius Strobl - besuchte sie dort Volksschule, Gymnasium und studierte ab Herbst 1976 an der Universität Wien Publizistik, Kunstgeschichte und Politikwissenschaften. (APA)

col.moriol
 
05.11.2010 09:18
da wirds einem wirklich schlecht.

wenn sich das nicht nach einer parteibuchkarriere wie aus dem bilderbuch liest weiss ich auch nicht. ihre jüngst geäusserte, rational (ausser durch besagtes parteibuch) nicht begründbare loyalität zu aw, dem schlechtesten gd des orf aller zeiten (und das heisst etwas) mutet ja schon övp-mässig an, auch dort werden unterdurchschnittliche führungskräfte aus dem intellektuell dünnen parteikader frenetisch bejubelt. armes österreich...

Der Checker
04.11.2010 18:45
Kann man bitte...

den Parteienfilz im ORF abschaffen? Und dann bitte gleich den ganzen ORF dazu. Und können mir bitte die Damen und Herren vom Stiftungsrat erklären, was sie die ganze Zeit gemacht haben? Warum das Programm so schlecht ist und warum diese Führung keine Führung ist?
Eine Arbeiterkämmerin und der Chef einer Abzockerbagage an der Spitze des ORF-Stiftungsrates! Weit sind wir gekommen in diesem parasitären Land!!!

ich glotz nicht
23.04.2010 13:29

"einer der wenigen weiblichen Aufsichtsratsvorsitzenden"

medien
23.04.2010 11:02
diese apa-medlung ist ein wahnsinn,

"..in der gleichen gasse aufgewachsen wie p.s."... spricht das jetzt für oder gegen diese dame?

Redaktion derStandard.at/Etat
23.04.2010 15:13

abgesehen davon, dass es die hauptstraße war: was ist der wahnsinn dran? und: warum müssen fakten für oder gegen jemand sprechen?
besten gruß,
fid

medien
23.04.2010 16:17
??!!

lesens den letzten absatz des artikels und erklärens mir was dieser mit der wahl des stiftungsrats zu tun hat. übrigens, es ist eine meldung von apa, nicht von ihnen.

derhundvonsinope
23.04.2010 02:02
Siehe: Koalitionsbasar Küniglberg

Da freut man sich über einen gelungenen Artikel, der heiter-ironisch den ostblockartigen Politfilz in einem verstaatlichten Betrieb auf die Schaufel nimmt, und bekommt zwei Links weiter ein Gesülze angeboten, als ob diese sympathisch-"kontinuierliche" Frau neben der richtigen politischen Einstellung auch nur irgendeine Fähigkeit mitbrächte, die sie zur Leitung eines Mediengrossunternehmens befähigen würde. Der Redaktion ist nur zu wünschen, dass diese Spielregeln nicht auch beim "Standard" üblich werden.

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