Fährdienst für Passagiere und Fracht zugleich
Der Hafen Venedig spielt im Vergleich zu den "Großen" wie Rotterdam, Hamburg oder Antwerpen im Norden Europas nur eine geringe Rolle. Eine neue Schiffslinie, die ab 20. Mai einmal wöchentlich von Venedig über Tartus (Syrien) nach Alexandria (Ägypten) führen wird, soll den Hafen für Fracht und Passagiere aufwerten, hieß es bei einer Präsentationsveranstaltung der Italienischen Handelskammer (IHK) und der Venezia Logistics Mittwochabend in Wien.
Innerhalb von 90 Stunden erreicht die 2010 vom Stapel gelaufene "Visemar One" von Venedig den Hafen Alexandria. Ihre Stärke dabei: Sie kombiniert den Transport von Passagieren und Fracht. Bis zu 330 Personen, 70 Pws und 200 Lkws können geladen, in den über 5 Meter hohen Laderäumen sind aber auch Schwer- und Sondertransporte möglich. Eine verbesserte Logistik soll die Güterbeförderung noch beschleunigen. Produkte aus dem arabischen Raum können so 72 Stunden später in Österreich sein.
Fährdienst für Passagiere und Fracht zugleich
Im Vergleich zur bisherigen Verbindung mit Umwegen über die Häfen Nordeuropas gebe es "nur halb so lange Transport- und rascheren Lieferzeiten, geringere Treibstoffkosten und somit weniger CO2-Emissionen" streicht Franco Sensini, Generalsekretär des Hafens Venedig, hervor.
Insgesamt investieren die Hafenbetreiber zwischen 2008 und 2011 500 Mio. Euro in den Ausbau. In spätestens drei Jahren soll diese "Meeresautobahn" zwischen Venedig und dem Nahen Osten zweimal wöchentlich mit zwei Schiffen in beide Richtungen befahren werden. Ein Passagierticket für eine Einzelfahrt kostet momentan 200 Euro. (APA)