Sachverständige fanden bei Skylink 3.000 Mängel

22. April 2010, 16:52
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Sachverständige sollen nächste Woche dem Vorstand den ersten Teil der Beweissicherung präsentieren

Wien - Eine Prüfung des im Bau befindlichen Flughafenterminals Skylink hat 3.000 Mängel ergeben, davon 500 "mittel bis schwer" schreibt das Nachrichtenmagazin "Format" in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe. Knapp 20 Sachverständige hätten das Gebäude geprüft und sollen Ende nächster Woche dem Flughafen-Vorstand und den wichtigsten Bauunternehmen den ersten von vier Teilen der Beweissicherung präsentieren. Die Inhalte seien dem Flughafen Vorstand und Teilen des Aufsichtsrates aber bereits bekannt.

Externe Aufsicht

Der Flughafen Wien legt in einer Aussendung Wert auf die Feststellung, dass die gerichtliche Beweissicherung von der Flughafen Wien AG selbst beantragt wurde. Bisher liege dem Vorstand und dem Aufsichtsrat aber kein Bericht über die Ergebnisse der gerichtlichen Beweissicherung vor. Was die Mängel betreffe, so sei "festzuhalten, dass es bei jeder noch nicht fertiggestellten Baustelle Mängel gibt, die bis Projektende zu beheben sind. Derzeit werden festgestellte Mängel seit Wiederaufnahme der Tätigkeiten am 15. Februar 2010 behoben. Nach Vorliegen der Ergebnisse der gerichtlichen Beweissicherung wird dieser Prozess fortgesetzt." Die örtliche Bauaufsicht, die extern vergeben worden sei, müsse die Qualität der Arbeit überwachen. Ob sich daraus Schadenersatzforderungen gegenüber Dritten ergeben, werde derzeit geprüft.

Geprüft hat das Büro des Wiener Zivilingenieurs Mattias Rant. Die Beweisaufnahme soll 140.000 Fotos und knapp 110 Stunden Filmmaterial umfassen. Einige der Mängel hätten lebensgefährliche Folgen haben können, schreibt das "Format". Unter anderem seien die Glasfronten teilweise nur fünf Millimeter tief in die Profile eingelassen worden statt wie vorgeschrieben 18 Millimeter tief. Sie hätten dadurch bei hoher Belastung herausfallen können. Auch Teile der Decke seien als lebensbedrohlich eingestuft worden, weil in die für die Tragfähigkeit installierten
Edelstahlelemente "oftmals gleich mehrere Löcher" gebohrt worden seien. Vor Inbetriebnahme des Terminals sei jedenfalls eine behördliche Betriebsgenehmigung einzuholen, bei der allenfalls verbleibende schwerwiegende Mängel zu einer Nicht-Genehmigung der Betriebsaufnahme führen würden. Eine Gefährdung von Passagieren sei zu keinem Zeitpunkt gegeben gewesen, kontert die Flughafen AG.

Falsch angeschlossen

Zu den weiteren Problemen gehören laut "Format" falsch angeschlossene Wasser- und Luftleitungen. Nun müssten Luftschächte verlegt und das gesamte Aircondition-System überholt werden. Brandmelder und Sprinkler seien häufig nicht vorschriftsgemäß angebracht. Es sei auf Basis von rund 10.000 verschiedenen Plänen gebaut worden.

Der zweite Teil der Beweissicherung soll im Juni folgen, im Herbst "der Rest". Außerdem soll in sechs bis acht Wochen der Rechnungshofbericht zu Skylink vorliegen. "Laut Insidern, die bereits Einblick in die Unterlagen hatten" komme der Rechnungshof "auf ein ähnlich vernichtendes Ergebnis" schreibt "Format".

Das Nachrichtenmagazin berichtet außerdem, dass ein Privatdetektiv einen Peilsender am Wagen eines Flughafenmanagers angebracht habe. Der Detektiv sei dabei aber beobachtet worden, die Polizei habe den Peilsender sichergestellt und den Detektiv ausgeforscht. Dessen Auftraggeber sei nicht bekannt, es werde geprüft, ob es um Betriebsspionage geht. (APA/red)

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