Pflanzen im Onlineshop

Wir müssen draußen bleiben

29. April 2010, 11:05
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    foto: apa/rahat dar

    Für Zitruspflanzen aus Drittländern ist am Zoll Endstation.

Nur wenige Mausklicks und die neuen Pflanzen sind bestellt - Doch oft bleiben sie am Zoll hängen

Wien - Pflanzen, Saatgut oder Blumenzwiebeln aus Ländern außerhalb der EU lassen sich rasch und einfach online bestellen. Auf die Lieferung wartet man allerdings oft vergeblich. Das Paket trifft nicht ein, weil es vom Zoll beschlagnahmt wurde.

Ohne Pflanzengesundheitszeugnis geht nichts

Der Grund für die Beschlagnahmung sind pflanzengesundheitliche Einfuhrvorschriften: Pflanzen und Saatgut müssen über ein Pflanzengesundheitszeugnis des Herkunftslandes verfügen. Oft besteht aber auch ein generelles Einfuhrverbot. Wer sich nicht an diese Bestimmungen hält, darf die Ware nicht importieren. Sie wird vom Zoll vernichtet oder muss auf eigene Kosten in das Herkunftsland zurückgeschickt werden.

Verbotene Pflanzen

Der Grund für die strengen Einfuhrbestimmungen sind Pflanzenkrankheiten oder Schädlinge, die keinesfalls in die EU eingeschleppt werden dürfen. Diese so genannten "Quarantäneschadorganismen" würden in der heimischen Land- und Forstwirtschaft zu schweren wirtschaftlichen Schäden führen, wie etwa die Reblaus im 19. Jahrhundert.

Einfuhrverbote bestehen unter anderem für:

  • Zitruspflanzen aus allen Drittländern
  • Weinreben, Weinblätter und Pflanzkartoffel aus allen Drittländern, ausgenommen ist die Schweiz
  • Abies (Tanne), Chamaecyparis (Scheinzypresse), Juniperus (Wacholder), Picea (Fichte), Pinus (Kiefer, Föhre), Pseudotsuga (Douglasie), Tsuga (Hemlocktanne) - von außereuropäischen Drittländern. Das gilt auch für Bonsais.
  • Pflanzen der botanischen Familie Solanaceae aus Drittländern - das sind Nachtschattengewächse wie Tomaten, Paprika, Pfefferoni, Melanzani, sowie viele Zierpflanzen. Der Import von Solanaceae-Gewächsen aus europäischen Ländern und Mittelmeerländern ist allerdings gestattet.

Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) empfiehlt, sich bereits vor der Bestellung von Pflanzen aus Nicht-EU-Ländern über die gesetzlichen Bestimmungen zu informieren und verweist auf ihre Hotline 050 555-33301 oder -33302. (red)

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