Reportage

Fischer verkauft Eis, und seine Frau muss dolmetschen

21. April 2010, 18:47

Seine Wahlkampftour führte Heinz Fischer in die Grazer Innenstadt: Ein fröhlicher Präsident als Eisverkäufer, Publikumsliebling und Ziel manch grimmiger Kritik

Graz - "Kennen S' mich noch? Ich hab Sie damals mitg'nommen zur Mama" , ruft ihm der etwas untersetzte Bio-Standler vom Hauptplatz zu. Heinz Fischer überlegt. "Mama, hob ich g'sogt, schau wen ma da haben?" Jetzt hat's beim Bundespräsidenten geklingelt, wenn nicht, war's zumindest hochprofessionell gespielt.

"Und, wie geht's denn der Mama?" Schnurstracks trippelt er mit seinem Tross, der ihn Mittwochnachmittag zum Wahlkämpfen nach Graz gebracht hatte, zum Biostand. Heute leider ohne Mama. Dazwischen aber - es sind vielleicht gut 20 Meter dahin - sind etliche Hände zu schütteln, gilt es Passanten "Wie geht's? Wie geht's?" zuzurufen und dabei strahlend zu lachen. Dann plötzlich kommt aber wirklich Freude an der Kommunikation auf. Eine Gruppe Jugendlicher, Wiener Youngsters, die auf Projektwoche in der steirischen Landeshauptstadt ist, quert den Präsidentenweg hin zum Biostandl.

"Die sind aber höflich" , ist der Bundespräsident sichtlich erstaunt ob der Diskrepanz zwischen dem etwas aufmüpfig erscheinenden Outfits und der fröhlich-offenen Begegnungsweise. "Wollts a Eis?" Und schon fällt der Stopp beim Biostand nur kurz aus, und die um die Jugendlichen vergrößerte Wahlkampftruppe steuert den Eisstand des nach Amerika ausgewanderten Schwarzenegger-Freundes Charly Temmel an.

"Also ich find ihn echt sympathisch, ich hab ihn das erste Mal gesehen. A richtig netter Kerl" , sagt die 15 Jahre alte Alexandra. Dabei hat sie noch gar kein Eis bekommen.

Nur einmal muss sich der fröhliche Bundespräsident einem grimmig blickenden Zeitgenossen stellen. Ob er es denn verantworten könne, "nichts fürs Volk zu tun" , knurrte ihn der Mann mittleren Alters an. "Ich tu ja eh was fürs Volk" , flüstert er den Kritiker fast verschwörerisch an. "Na wirklich net" , wird der Grimmige immer grantiger. Und mit der geschmeidigen Bewegung einer Katze dreht sich Fischer um, lacht ihm freundlich zu - und weg ist er. Für solche Aussprachen ist jetzt einfach keine Zeit, die Fans beim Eisstand warten.

"Margit, Margiiit, Margiiiiit" , sucht Fischer verzweifelt seine Präsidentengattin. Eine weitere Gruppe Jugendlicher hat ihn in ein Gespräch verwickelt.

Schwedisch für Norweger

Nur: Er versteht kein Wort. Margit muss aushelfen. Es ist eine Schülergruppe aus Norwegen. Und Margit kann Schwedisch.

Fischer spaziert die Schanigartenmeile entlang, Handys werden zwecks Ablichtung des Präsidenten gezückt, und er genießt die Sonne und Zurufe: "Alles Guate!" "Viel Glück, Herr Bundespräsident!" "Ich halt die Daumen." Auf der Höhe des Landhauses, dort wo der Landtag tagt und die Landesräte residieren, kommt ihm SPÖ-Umweltlandesrat Manfred Wegscheider entgegen: "Servas, wennst schon einmal da bist, hab ich mir gedacht, muss ich einfach runterkommen."

Fischer kann sich zu diesem Zeitpunkt nicht nur über seine Grazer Fans freuen. Fast zeitgleich läuft über die Agenturen, dass auch eine bekannter ehemaliger ÖVP-Politiker zu seinen großen Befürwortern zählt. Der seinerzeitige ÖVP-Klubchef Heinrich Neisser ist dem Personenkomitee für Fischer beigetreten. "Ich unterstütze Dr. Heinz Fischer, weil Österreich Stabilität, verantwortungsvolle Haltung und Vernunft für die Zukunft in Europa braucht" , sagte Neisser - der seine Partei wegen deren "Weißwähl-Haltung" kritisiert.

Fischers Gegenkandidatin Barbara Rosenkranz muss sich dagegen auf weitere Proteste einstellen. Nachdem sie bei ihren öffentlichen Auftritten, zuletzt auch in Graz, mit heftiger Kritik konfrontiert war, wird sie auch bei ihrer Abschlusskundgebung am Freitag auf dem Wiener Ballhausplatz mit einer Gegendemo rechnen müssen. Mehrere linke Gruppen haben sich für einen Protestmarsch und eine Kundgebung auf Heldenplatz zusammengeschlossen. (Walter Müller, DER STANDARD, Printausgabe, 22.4.2009)

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Bruder
10
22.4.2010, 21:09
Ein Bundespräsident

der lieber Eis verkauft und nicht gewillt ist mit seinen Kontrahenten zu sprechen (gibt mir das Gefühl, als ob sich der amtierende BP auf einer höheren Ebene befindet, von der er nicht herunter kommen will), soll meiner Meinung nach kein Repräsentant unseres Landes sein. Ich möchte einen ersten Mann, der die richtige österreichische Einstellung symbolisiert und da gehört auch nun mal die Redebereitschaft dazu.

Mork vom Ork
00
23.4.2010, 15:48

Mir gruselts.

Ob ich wohl die "richtige" österreichische Einstellung hab oder eine "falsche"?

Lectrice
00
23.4.2010, 15:16

Na erzähln's mal was über die "richtige" österreichische Einstellung.

Ich pflege auch keine Redebereitschaft mit rechtem G...... - stellen Sie sich mal vor. Auch eine "richtige" österr. Einstellung - so what!

Annemarie Veit
20
22.4.2010, 15:47
itavalda
00
23.4.2010, 18:32

Ein Problem der Österreichischen Konservativen ist es sicher , das man dieses Parteigeschmiere dieses Unterberger mit richtigem Journalismus verwechselt

Dreistein
 
00
22.4.2010, 19:21

Also wenn dieser Unterberger kein Spinner ist? Nein, diese Rosenkranz hat überhaupt nicht die Gaskammern geleugnet, nein überhaupt nicht. Der sollte sich in der Kronenzeitung informieren, sogar die haben das nämlich geschnallt.

Parzi Fist
00
22.4.2010, 12:59
Der Fischer ist echt a netter Kerl!

Guat, dass der die Nummer 1 ist! Solange kann man diesen braunen Mist noch einigermassen im Zaum halten!

Gehts alle schön wählen, wen auch immer!

Stahl_____666
10
22.4.2010, 12:27
.

Des is so arm...

Mucosaprolaps
00
22.4.2010, 15:17

... und du erst :/

oh und übrigens
00
22.4.2010, 11:40

Jetzt würd mich aber schon interessieren, was die Norweger gesagt haben.

Dreistein
 
01
22.4.2010, 12:32

Sie haben ihn gefragt ob er vielleicht weiß, wann es wieder Flüge nach Oslo gibt.

Hudri Wudri
01
22.4.2010, 12:27
garnix,

sie verstanden das Schwedisch der Gattin nicht :-P

Lectrice
00
23.4.2010, 15:17

Und Sie haben keine Ahnung von Sprachen ;-).

Michael Jack Dundee
 
00
22.4.2010, 09:27
(Walter Müller, DER STANDARD, Printausgabe, 23.4.2009)

Der Artikel ist schon fast ein Jahr alt? *smile*

Dreistein
 
01
22.4.2010, 12:33

Die Zeitung für Ewiggestrige?

Hudri Wudri
00
22.4.2010, 12:28
... und immer noch aktuell...

... einfach zeitlos :-D

Kapitalismus Luege
00
22.4.2010, 12:03
zu beliebigen (Wahlkampf) zeiten mit beliebigen Personen ...

weil Handeln braucht Werte ...

Ed Oschus
225
22.4.2010, 09:15
es gibt trotzdem viele Gründe Fischer nicht zu wählen!

http://www.andreas-unterberger.at/2010/04/f... n-dampfer/

Mork vom Ork
00
23.4.2010, 15:50

eigenwerbung?

Ed Oschus
00
27.4.2010, 15:44

weder Werbung noch Färbung!

es sei bemerkt
00
22.4.2010, 16:45

etliche dieser gründe, die der unterberger vorwürgt, würde ich glatt als empfehlung für den bundesheinz deuten :) so unterschiedlich können weltbilder sein

Parzi Fist
12
22.4.2010, 13:02

Armes Haschler, der du einer bist, Unterberger. Kannst einem echt leid tun!

Mucosaprolaps
02
22.4.2010, 15:18

Wenn der Unterberger haschen würd, tät er vielleicht nicht ständig so verkrampften Unsinn daherfaseln ...

Dreistein
 
00
22.4.2010, 12:39

Ich habe den Unterberger - nach der Schüssel Wahlniederlage - bei einer TV Diskussion gesehen, wo er glatt zu heulen angefangen hat. Ich weiß also, mit wem wir es da zu tun haben.

Hudri Wudri
01
22.4.2010, 12:32

Dieser Mann versucht mit Unwahrheiten, Fakten als Luegen darzustellen - dabei moechte ich ihm gar nicht unterstellen, dass er luegt, ich glaube ihm sogar, dass er all das auch selbst glaubt, jedoch waere das Solipsimus in Reinkultur.

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