Stellenmarkt

Zwei Drittel werden übers Netz rekrutiert

26. April 2010, 10:09
  • Artikelbild
    foto: www.pixelio.de/uli carthäuser

    Die klassische Bewerbungsmappe hat bald ausgedient.

Internet-Stellenbörsen dominieren laut einer Umfrage bei der Personalsuche - Nur fünf Prozent wollen Bewerbungen per Post

Das Internet spielt in der Personalrekrutierung eine immer dominantere Rolle. Acht von zehn freien Stellen werden einer Umfrage zufolge auf der eigenen Unternehmenswebseite ausgeschrieben. Mehr als zwei Drittel werden in Online-Stellenbörsen veröffentlicht. Die Bedeutung des Internets im Rekrutierungsprozess hat in den letzten vier Jahren um fast 20 Prozent zugenommen.

Das ist ein Ergebnis der Studie "Recruiting Trends 2010", die vom Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Bamberg und Frankfurt am Main und von monster.at durchgeführt wurde. Befragt wurden die 500 größten Unternehmen in Österreich (Rücklaufquote 11,8 Prozent).

Print verliert

Im Jahr 2009 wurden laut dieser Studie drei von zehn zu vergebenden Jobs über Printmedien kommuniziert, was einem Rückgang um 7,5 Prozent gegenüber 2008 entspricht. An das Arbeitsmarktservice wurden im vergangen Jahr 23,5 Prozent der offenen Stellen gemeldet.

Internet-Stellenbörsen waren im Jahr 2009 für 39,4 Prozent und Unternehmens-Webseiten für 28,0 Prozent der Neueinstellungen verantwortlich. 18,4 Prozent der neuen Mitarbeiter wurden über Printmedien und nur 6,6 Prozent über das AMS generiert. Über andere Kanäle wie zum Beispiel Headhunter, persönliche Netzwerke, Zeitarbeitsfirmen oder Personalberatungen erfolgten im vergangenen Jahr 7,6 Prozent der Neueinstellungen.

Internet gewinnt

Laut der Umfrage konnte gerade das Internet seine Anteile am Personalsektor deutlich ausbauen. Im Jahr 2008 wurden 51,2 Prozent der Mitarbeiter übers Netz rekrutiert, im Jahr 2009 waren es schon 67,5 Prozent.

Insgesamt herrscht unter den Firmen Zuversicht, was die wirtschaftliche Situation anbelangt. Sechs von zehn beurteilen ihre Position am Markt positiv und 98 Prozent planen im Jahr 2010 Neueinstellungen. Die Hälfte der Unternehmen rechnet damit, Ende des Jahres 2010 insgesamt mehr Mitarbeiter zu beschäftigen als zu Jahresbeginn.

Die Personalsuche selbst wird aber nicht so rosig gesehen: Bei knapp einem Viertel der offenen Stellen werden Probleme erwartet, qualifizierte Kandidaten zu finden. Bei 3,1 Prozent der prognostizierten Vakanzen geht man davon aus, dass eine Besetzung mit einem geeigneten Bewerber gar nicht möglich sein wird.

Elektronische Bewerbungen erwünscht

In Bezug auf den Bewerbungsprozess kommt bei Unternehmen eine klare Präferenz zu elektronischen Verfahren zum Ausdruck. 42,9 Prozent wünschen sich E-Mail-Bewerbungen, 33,9 Prozent Vorstellungen via Webformular und nur 5,4 Prozent bevorzugen den postalischen Weg mittels Brief. Der Rest der Befragten setzt hier keine Prioritäten. Bei den eingegangen Bewerbungen ergibt sich folgendes Bild: Im Jahr 2009 wurden mehr als die Hälfte aller Bewerbungen per E‐Mail und 25,1 Prozent über ein standardisiertes Webformular geschickt. 20 Prozent versuchten es mit einer papierbasierten Bewerbungsmappe.

Um an Informationen über Kandidaten zu kommen, greifen Firmen in verstärktem Maße auf Web 2.0.-Anwendungen oder Suchmaschinen zurück. 22,2 Prozent der österreichischen Großunternehmen recherchieren häufig im Karrierenetzwerk Xing über potenzielle Kandidaten. Allerdings messen nur 13,2 Prozent der Studienteilnehmer den dort gefundenen Informationen eine hohe bzw. sehr hohe Bedeutung bei. Es folgt die Suchmaschine Google, die in diesem Zusammenhang von 13,7 Prozent der Firmen häufig genutzt wird. 5,7 Prozent suchen häufig, in den sozialen Netzwerken StudiVZ oder MeinVZ. Im Netzwerk Facebook recherchieren 3,8 Prozent häufig. (red, derStandard.at)

francis79
 
00
18.5.2010, 07:47
...Xing über potenzielle Kandidaten. Allerdings messen nur 13,2 Prozent der Studienteilnehmer den dort gefundenen Informationen eine hohe bzw. sehr hohe Bedeutung bei.

Warum wohl?Könnts daran liegen,dass beinahe jeder die Plattform dafür nutzt wofür sie gemacht ist?Übertriebenes Netzwerken und Selbstdarstellung?
Wenn jeder nur die Kontakte hätte, denen er zumindest schon eine Mail geschrieben oder deren Homepage er schon mal gesehen hat, dann wärens bei den meistenn 70% weniger (Von persönlich kennen red ich gar nicht).
Die Berufsbezeichungen dort sind ebenfalls an den Personalconsulter-Slang angepasst. Bei XING bezeichnene sich die meisten Leute als Chief-,Head-,-Architekt,-Developing, -Consultant - IRGENDWAS.
Den Kandidaten googeln, wie innovativ:-) ... na das ist ja heutzutag auch nix neues mehr. Selbst schuld wenn man auf irgendwelchen Social-Networking Gschichten mit richtigem Namen regiestriet is

Carlos Clementin
00
11.5.2010, 19:54
Wie sucht man mit ...

Google einen Bewerber - Den Suchstring möcht ich sehen ...

Ruth Schlabbeeritzka-Pangl
02
27.4.2010, 07:56
Im Netz der Bewerbungen

Ein Zahl, die mir fehlt, ist der Prozentsatz der Angebote, die nur gepostet werden, um "den Markt zu sondieren", bzw. um jenen Mitarbeitern, die aufmucken, zu zeigen, wieviele Bewerber es für ihren Job gibt. Hierbei handelt es sich um kein Phantasiegebilde - diese Tatsache haben mir einige HR-Heinis "inoffiziell" bestätigt!

Harald Schoenknecht
01
28.4.2010, 13:12

Ich wuerde - aus persoenlichen Erfahrungen - auf 50 bis 80 Prozent schaetzen...

PeAcE

Management Quatscher
12
27.4.2010, 01:03

"Wir wollen elektronische Bewerbungen" plärren die Recruiter.

Und drucken sie dann aus.

Das papierlose Büro kommt jetzt wirklich !

Carlos Clementin
01
14.5.2010, 07:34
Für mich als Bewerber ein riesen Vorteil -

Bei ca. 200 Bewerbungen in den letzten Jahren hab ich mir damit ein Vermögen gespart. Per schriftlicher Mappe wären das mind. 1000 Euro geworden (Porto Farbdruck Foto)

francis79
 
02
29.4.2010, 15:52

das beraterlose und recruiterlose Büro wär wünschenswerter :-)

Harald Schoenknecht
117
26.4.2010, 11:10

"Bei 3,1 Prozent der prognostizierten Vakanzen geht man davon aus, dass eine Besetzung mit einem geeigneten Bewerber gar nicht möglich sein wird."

Huefe, wir finden keinen Trottel mehr, der fuer nix arbeitet wie ein Vieh!

PeAcE

The Chaos Path
00
26.4.2010, 13:59

genau das wollt ich auch grad schreiben :-)

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.