Internet-Stellenbörsen dominieren laut einer Umfrage bei der Personalsuche - Nur fünf Prozent wollen Bewerbungen per Post
Das Internet spielt in der Personalrekrutierung eine immer dominantere Rolle. Acht von zehn freien Stellen werden einer Umfrage zufolge auf der eigenen Unternehmenswebseite ausgeschrieben. Mehr als zwei Drittel werden in Online-Stellenbörsen veröffentlicht. Die Bedeutung des Internets im Rekrutierungsprozess hat in den letzten vier Jahren um fast 20 Prozent zugenommen.
Das ist ein Ergebnis der Studie "Recruiting Trends 2010", die vom Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Bamberg und Frankfurt am Main und von monster.at durchgeführt wurde. Befragt wurden die 500 größten Unternehmen in Österreich (Rücklaufquote 11,8 Prozent).
Print verliert
Im Jahr 2009 wurden laut dieser Studie drei von zehn zu vergebenden Jobs über Printmedien kommuniziert, was einem Rückgang um 7,5 Prozent gegenüber 2008 entspricht. An das Arbeitsmarktservice wurden im vergangen Jahr 23,5 Prozent der offenen Stellen gemeldet.
Internet-Stellenbörsen waren im Jahr 2009 für 39,4 Prozent und Unternehmens-Webseiten für 28,0 Prozent der Neueinstellungen verantwortlich. 18,4 Prozent der neuen Mitarbeiter wurden über Printmedien und nur 6,6 Prozent über das AMS generiert. Über andere Kanäle wie zum Beispiel Headhunter, persönliche Netzwerke, Zeitarbeitsfirmen oder Personalberatungen erfolgten im vergangenen Jahr 7,6 Prozent der Neueinstellungen.
Internet gewinnt
Laut der Umfrage konnte gerade das Internet seine Anteile am Personalsektor deutlich ausbauen. Im Jahr 2008 wurden 51,2 Prozent der Mitarbeiter übers Netz rekrutiert, im Jahr 2009 waren es schon 67,5 Prozent.
Insgesamt herrscht unter den Firmen Zuversicht, was die wirtschaftliche Situation anbelangt. Sechs von zehn beurteilen ihre Position am Markt positiv und 98 Prozent planen im Jahr 2010 Neueinstellungen. Die Hälfte der Unternehmen rechnet damit, Ende des Jahres 2010 insgesamt mehr Mitarbeiter zu beschäftigen als zu Jahresbeginn.
Die Personalsuche selbst wird aber nicht so rosig gesehen: Bei knapp einem Viertel der offenen Stellen werden Probleme erwartet, qualifizierte Kandidaten zu finden. Bei 3,1 Prozent der prognostizierten Vakanzen geht man davon aus, dass eine Besetzung mit einem geeigneten Bewerber gar nicht möglich sein wird.
Elektronische Bewerbungen erwünscht
In Bezug auf den Bewerbungsprozess kommt bei Unternehmen eine klare Präferenz zu elektronischen Verfahren zum Ausdruck. 42,9 Prozent wünschen sich E-Mail-Bewerbungen, 33,9 Prozent Vorstellungen via Webformular und nur 5,4 Prozent bevorzugen den postalischen Weg mittels Brief. Der Rest der Befragten setzt hier keine Prioritäten. Bei den eingegangen Bewerbungen ergibt sich folgendes Bild: Im Jahr 2009 wurden mehr als die Hälfte aller Bewerbungen per E‐Mail und 25,1 Prozent über ein standardisiertes Webformular geschickt. 20 Prozent versuchten es mit einer papierbasierten Bewerbungsmappe.
Um an Informationen über Kandidaten zu kommen, greifen Firmen in verstärktem Maße auf Web 2.0.-Anwendungen oder Suchmaschinen zurück. 22,2 Prozent der österreichischen Großunternehmen recherchieren häufig im Karrierenetzwerk Xing über potenzielle Kandidaten. Allerdings messen nur 13,2 Prozent der Studienteilnehmer den dort gefundenen Informationen eine hohe bzw. sehr hohe Bedeutung bei. Es folgt die Suchmaschine Google, die in diesem Zusammenhang von 13,7 Prozent der Firmen häufig genutzt wird. 5,7 Prozent suchen häufig, in den sozialen Netzwerken StudiVZ oder MeinVZ. Im Netzwerk Facebook recherchieren 3,8 Prozent häufig. (red, derStandard.at)