Mehr als jeder zweite Rucola-Probe mit erhöhten Nitratwerten belastet - EU plant Einführung eines Nitrat-Höchstwertes, der über dem österreichischen liegt
Salzburg - Dass Rucola häufig mit Nitrat belastet ist, ist bekannt, ändern tut sich daran aber nichts. Eine aktuelle Erhebung der AK Salzburg ergab nun, dass bei mehr als jeder zweiten Probe der so genannte Aktionswert überschritten wurde. Der höchste gemessene Wert lag um über 50 Prozent über dieser Grenze. Für die Unternehmer habe das aber keine Folgen, sie würden bestenfalls allgemein zur Mängelbehebung oder Risikominimierung aufgefordert, kritisierte AK-Konsumentenschützer Stefan Göweil am Mittwoch in einer Aussendung.
EU plant toleranteren Höchstwert
19 Proben haben die Konsumentenschützer gezogen, 14 davon in Supermärkten und fünf am Wochenmarkt. In zehn Fällen wurde ein eindeutig überhöhter Aktionswert festgestellt, bei vier weiteren Proben wurden ebenfalls eine Überschreitung gemessen, diese lag aber noch im Toleranzbereich. Der Aktionswert liegt bei 4.000 mg/kg, der höchste gemessene Wert betrug 6.500 Milligramm.
Die Konsumentenschützer kritisieren, dass Rucola mit überhöhtem Nitratgehalt nicht aus dem Verkehr gezogen wird. Die EU plane sogar, einen Höchstwert einzuführen, der deutlich über dem österreichischen liegt. "Das ist viel zu hoch", so Göweil, "es gibt keinerlei wissenschaftliche Erkenntnisse, die einen so hohen Wert rechtfertigen würden. Ebenso lehnen wir es ab, dass die EU bereits existierende Werte für Spinat und Salat anheben will." (APA)