1,3 Mrd. Euro Schaden

EU-Kommissar Hahn will Staatshilfe ermöglichen

21. April 2010, 13:59
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    foto: reuters

Weltverband IATA nennt Ausmaß der Sperrung unverhältnismäßig - Airlines fordern von EU teilweise Kostenübernahme

Berlin - Der Weltluftfahrtverband IATA hat von der EU und den europäischen Staaten Ausgleich für die Einnahmeausfälle durch die Sperrung des Luftraums nach dem Vulkanausbruch in Island gefordert. IATA-Präsident Giovanni Bisignani bezifferte am Mittwoch in Berlin die bisherigen Einnahmeausfälle auf etwa 1,7 Mrd. Dollar (1,26 Mrd. Euro). Er begründete die Forderung damit, das Ausmaß der Sperrung sei unverhältnismäßig gewesen, und die Fluggastrechte belasteten auch bei einem solchen "Akt Gottes" einseitig die Airlines.

Allein vom 17. bis 19. April habe der Einbruch 400 Mio. Dollar betragen, teilte Bisignani mit. Demnach waren 29 Prozent der internationalen Luftfahrt und täglich 1,2 Mio. Passagiere betroffen. Die Krise habe sogar das Flugverbot in den USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den Schatten gestellt. Damals war der dortige Luftraum drei Tage lang geschlossen.

Lockerung

EU-Regionalkommissar Johannes Hahn sieht indes die Möglichkeit, dass die EU die Beschränkungen der Staatsbeihilfen für Fluglinien vorübergehend lockern könnte, um den Airlines über die Vulkanasche-Krise hinwegzuhelfen. Im Ö1-Mittagsjournal-Interview meint Hahn, dass man die Luftfahrtbranche offensichtlich als systemrelevant bezeichnen müsse. In Diskussion stehe eine befristete Lockerung bei den staatlichen Beihilferegeln wie in der Zeit nach 9/11, so Hahn.

Der EU-Kommissar sieht in der aktuellen Luftfahrtkrise kein Versagen der spanischen EU-Präsidentschaft. Es habe rasch eine Reihe informeller Kontakte gegeben. Für die Zukunft wäre eine Koordination sinnvoll, die auch Entscheidungsbefugnisse umfasst, unterstützt Hahn die Bestrebungen, einen einheitlichen EU-Luftraum zu schaffen. 

Lufthansa will nicht vorpreschen

Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber betonte, seine Gesellschaft werde nicht den Vorreiter beim Ruf nach Geld-Entschädigung spielen. Aber er forderte als Lehre aus der Krise eine gemeinsame Datenbasis für solche Fälle, damit man sich nicht auf theoretische Simulationen verlassen müsse. Seiner Ansicht nach hat der Testflug der Forschungsmaschine am Montagabend erwiesen, dass die Annahmen des Deutschen Wetterdienstes und der Londoner Vulkan-Datenbank über Ausmaß und Dichte der Aschewolke falsch waren. "Wir werden auf europäischer Ebene handeln", sagte Mayrhuber auf die Frage nach Entschädigungen. Er wollte die der Lufthansa entstandenen Kosten nicht beziffern. "Marginal sind sie nicht", sagte er.

Versorgunsströme

Bisignani verlangte eine vorübergehende Lockerung des Nachtflugverbots, damit die Versorgungsströme schnell wieder hergestellt werden könnten, und regte einen Erlass der Standgebühren für die Flugzeuge auf den Flughäfen an. Er drang darauf, das schon seit Jahrzehnten stockende Projekt "Single European Sky" zu verwirklichen, für das sich die Staaten auf eine einheitliche Überwachung des europäischen Luftraums einigen müssten.

Zur Erhebung der Messdaten aus der Luft beklagte er: "27 Staaten in Europa sind unfähig, bei einem solchen Fall innerhalb von Stunden Daten zu erheben. Und es dauerte fünf Tage, bis sich die Verkehrsminister zu einer Telefonkonferenz treffen konnten."

Die Fluggastrechte, die bei Absage eines Fluges Entschädigungen in verschiedenen Stufen durch die Fluggesellschaften vorsehen, seien nicht für solche unvorhergesehenen und unwägbaren Ereignisse gedacht, machte Bisignani geltend. Deshalb dürften auch nicht die Airlines alleine für die Nebenkosten wie Transfers oder zusätzliche Hotelübernachtungen in Regress genommen werden (APA/apn)

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Posting 1 bis 25 von 50
1 2
iohui
01
22.4.2010, 07:39
hat der hahn einen vogel?

muss ja ein ganz besonders ausgewachsener sein.

riddler2008
 
00
22.4.2010, 07:18
Naja probieren

kann man es ja mal; ich hoffe nur dass die EU den Airlines hier den langen Finger zeigt.

Adolf Ogi
01
22.4.2010, 04:10
Hahn

erstens ist er gar nicht zuständig (Infrastruktur-Kommissariat ist nicht Regional-Kommissariat) und zweitens braucht sich niemand Sorgen um die marktwirtschaftlich organisierte Passagier- und Fracht-Luftfahrt in der EU machen. Selbst wenn ein paar Player vom Markt verschwinden sollten, gibt es immer noch ein Überangebot. Wer immer wieder freie Marktwirtschaft und Leistungsfetischismus prädigt, sollte die Argumentationslinie nicht situationsbedingt abändern.

white knight
02
22.4.2010, 00:55

Betriebswirtschaft Kapitel 1:

Risiken kann man abwälzen, abmindern, verhindern oder versichern. Hat ein Risiko eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit bedeutet aber für das Unternehmen enormen bzw. existenzbedrohenden Schaden (z.B. Naturkatastrophen, höhere Gewalt), so ist dies klassisch durch Versicherung zu decken.

So oder so ähnlich stands im Lehrbuch. Wenn ich mich noch erinnern kann, sollten das die Topmanager eigentlich auch wissen. Ich bekomme schließlich auch kein Geld, wenn ein Hochwasser mein Auto ersäuft und ich keine Versicherung habe. Und mir ist das sogar tatsächlich passiert.

Ab Null Euro
00
22.4.2010, 08:32
Sie sind nicht "systemrelevant" - ihr Pech, sorry

Îch fürchte ernsthaft, dass die die Lobbyisten der Flugindustrie den EU-Entscheidern so lange die E**r kraulen bis die das Geld rausrücken.

Ergates faber
02
21.4.2010, 23:11
Da sieht man wieder wie wichtig die Sicherheit in Vergleich zu den

Einnahmen ist. Wenn Flieger nur nicht so teuer wären...was für ein Jammer...ein oder zwei ältere zu verlieren wäre sicher nicht so ein Problem wie die Einnahmeausfälle. Alles dreht sich nur noch ums Geld. Ich freu mich schon auf den Kollaps.

J. R.
00
21.4.2010, 22:17
Erstaunliches Interview

Sozusagen fühlen sich die Europäer subkodan? als große Familie blah, blah. Zum Glück diesmal keine Unschärfekorrelation. Wirklich zum schämen.
Wie armselig diese Pseudo Diktion.

Frank'n'furter ät www.agenda2020.at
00
21.4.2010, 22:16

wenn es ein akt gottes war, sollte man sich mit schadenersatzforderungen vielleicht an seine statthalter auf erden wenden.

Yudhistira
01
21.4.2010, 21:43
Unsere Politiker und Experten fallen mit Stellungnahmen zu internationalen Themen,

für die sie nicht einmal zuständig sind, durchweg durch inkompetente, unqualifizierte Meldungen auf. Wenn ich das mit den im Ausland befragten Experten, Politikern und Wissenschaftern vergleiche, weiß ich auch, warum Hahn das Ressort Provinzialismus zugesprochen wurde.
Solche Politiker sind ein systemrelevanter Teil der Krise ohne Problembewußtsein oder gar Lösungskompetenz.

Gobi Todic
04
21.4.2010, 17:09
Novomatic Air?

glenkill
05
21.4.2010, 16:56
Geistige Hohlräume

Die IATA und die Airlines sollen sich an GOTT wegen der Entschädigungen wenden. Es ist eine unverfrorenheit sondergleichen das kaufmännisch, geistig nackten Airline Manager sich Geld zu holen, weil sie nicht imstande sind mit dem Business eines zu verdienen. Die EU sollte den Fluglinien erklären, dass Sie bei wirtschaftlicher Unfähigkeit in Konkurs gehen sollen, um den Markt zu bereinigen, und nicht bei jedem stärkeren Wind um Hilfe plärren.
Es ist ja wohl genug, dass der Steuerzahler den gekündigten AUA Mitarbeitern abenteuerliche Golden Hand Shakes und noch jahrelang "Ausbildungskosten bezahlt. Man könnte die Leute ja auch einfach kündigen.

Uniquin
 
10
21.4.2010, 21:05

Wenn der Spaß länger dauert und bevor die großen Airlines BA, Air France, Lufthansa in Konkurs wandern sollte man schon kurz nachdenken was das bedeutet. Europäischer Regionalflugverkehr durch unsere Freunde von Delta? Irgendwo sollte mit Neidkomplexen die Grenze erreicht sein, ist ja nicht so das die Airlines alle Geld wie Heu verdienen, sonst müßten Bahnfahrten ja wesentlich billiger sein.

standardine
00
22.4.2010, 00:51
Und wenn Unterstützung nur mit Teilverstaatlichung,

damit man dann auch sicher das Geld zurück kriegt, sobald das Geschäft wieder läuft!!!

standardine
01
22.4.2010, 00:49
Das Geld ist besser im Ausbau des öff. Verkehrs aufgehoben,

weil Bahnschienen u.Ä. bleiben den Zahlenden wenigstens als Infrastruktur und gehen nicht auf den Bahamas spazieren.
Langfristig auch besser: Wir werden nicht auf ewig wild rumfliegen können bei dem Ölstand.

momodeluxe
04
21.4.2010, 16:24

ist das der gleiche herr hahn, der bildungs- und universitätsprobleme offensichtlich nicht so "systemrelevant" sieht?

shangl
00
21.4.2010, 17:46
wann...

...hater das gesagt?

standardine
00
22.4.2010, 00:52
Wo sind die MRDen mit "Systemrelevanz"-Auszeichnung?

Uni-Soforthilfe und Ähnliches?

Hat man nicht gesehen.

shangl
00
22.4.2010, 09:44
es hat mehr geld gegeben...

...wenn auch zuwenig...jedoch stehn die unis nicht nur vor einem crash, weil zuwenig geld da ist...es ist auch genau jene masse an "studenten" (zb. bwl etc) die die unis überschwemmen und sich ein schönes leben machen

standardine
00
22.4.2010, 11:33
Natürlich stehen die Unis vor einem Crash,

nur macht sich das anders bemerkbar. Nämlich indem man auf den Ratings schlecht abschneidet und Nachwuchs ins Ausland geht, gehen muss, weil es hier kein Fortkommen gibt.

Zu viele Studis? Nein, zu wenig Akademiker. Und zu wenig Geld, um die Studis zu betreuen und ordentlich Forschung zu betreiben.

shangl
00
22.4.2010, 16:31
bitte posting...

...nochmal sinnerfassend lesen und dann entsprechend darauf antworetn ;)

lord sinclair
04
21.4.2010, 15:59
das kommt davon wenn man ösis nach brüssel schickt...

noch weltfremder, noch verschrobener *lol*

ja klar - gebt airlines geld, warum nicht?

ICH hab auch einkommensverluste durch übermäßige steuerbelastung, inadäquate bezahlung, etc. gebt MIR geld zurück! ist ja auch unfair...

lieber gio: wenn man von etwas keine ahnung hat - einfach mal nichts sagen

shangl
01
21.4.2010, 17:47

du hast soooo recht...aber halt nur mit deinem letzten satz...und die betreffende person muss man durch einen lord austauschen ;)

zimbo
 
05
21.4.2010, 15:42
Wär Zeit, dass die Katla ausbricht und Brüssel ein Ende setzt.

Ergates faber
01
21.4.2010, 23:29
Es wäre echt interessant zu sehen was sich dann abspielt..

wenn über mehrere Wochen in Europe der Düsenfliegerverkehr lahm gelegt wird. Die einzigen, die profitieren würden - die ÖBB und die Speditionen.
Die Ernteausfälle in den meisten europäischen Ländern wären enorm wenn diese Wolke uns erwischen würde. Ich glaube auch, daß dies der EU den Kopf abschlagen würde.
Die wissen schon jetzt nichtmehr woher sie das Geld für die vielen Löcher nehmen sollen....da gibts einen Aufstand...garantiert.
Vielleicht gar nicht so schlecht - ein wenig Bereinigung und Neuanfang.

zimbo
 
00
22.4.2010, 09:55
Das Regionalprodukt ist auf der Überholspur, schwedische LWK´s müssen nicht mehr nach Sizilien zum Waschen geschickt werden, weil sie gebraucht werden.

Man spart sich viel Geld im Strassenbau,...., es gehen wieder mehr Leute zum Heurigen, weil Geld und Zeit vorhanden ist.

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